{"id":55954,"date":"2018-08-29T07:26:24","date_gmt":"2018-08-29T05:26:24","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=55954"},"modified":"2018-08-24T13:07:31","modified_gmt":"2018-08-24T11:07:31","slug":"chancen-fuer-biokunststoffe-entdecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/chancen-fuer-biokunststoffe-entdecken\/","title":{"rendered":"Chancen f\u00fcr Biokunststoffe entdecken"},"content":{"rendered":"<p>Wenig Marketing und nicht zu viel Theorie, sondern mehr Praxis und Anwendungsbeispiele zeichnete die Tagung Biopolymer Processing &amp; Moulding am 19. und 20. Juni in Halle n\u00e4he Leipzig aus, die das Netzwerk Polykum e.V. organisierte.<\/p>\n<p>Kernthema der Veranstaltung war der Einsatz und die Verarbeitung von biobasierten und bioabbaubaren Kunststoffen. Die Vortragenden zeigten verschiedene Rohstoffe sowie deren Anwendungspotenzial und erl\u00e4uterten, worauf bei der Produktentwicklung und Prozessplanung geachtet werden sollte.<\/p>\n<p>Die Praxisn\u00e4he begeisterte die knapp 120 Teilnehmer der Tagung Biopolymer Processing &amp; Moulding in Halle bei Leipzig, die das Netzwerk Polykum e.V. am 19. und 20. Juni veranstaltete. Von Anwenderseite waren Experten verschiedenster Branchen angereist. Darunter Hersteller von Verpackungen und K\u00fcchenutensilien, \u00fcber B\u00fcrom\u00f6bel- Zubeh\u00f6r bis hin zu Produzenten von Laborartikeln. Das Programm bot konkrete L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge und gab Anwendern Denkanst\u00f6\u00dfe, worauf bei der Verarbeitung zu achten, welche Biokunststoffe verf\u00fcgbar sind und wie gro\u00df das Spektrum der verf\u00fcgbaren Rohstoffe ist. Die G\u00e4ste reisten aus ganz Europa und von weiter her an, was f\u00fcr eine Auftaktveranstaltung beachtenswert ist. Zu den Besuchern geh\u00f6rte auch der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Firma Atlantic Packaging in Tanger, Abdelkader Es-sbai. \u201eUnser Unternehmen m\u00f6chte biologisch erzeugte und biologisch abbaubare Kunststoffe in Marokko etablieren. Hier in Halle fand ich genau die Ansprechpartner, die wir daf\u00fcr suchten\u201c, zieht er nach zwei Kongresstagen hochzufrieden Bilanz.<\/p>\n<p>An den Kongress war auch eine kleine Ausstellung gekoppelt, in der Anbieter von Biokunststoffe, Beratungsgesellschaften und Forschungseinrichtungen ihr Angebot pr\u00e4sentierten. So auch das Handelsunternehmen Biesterfeld aus Hamburg, f\u00fcr das Philipp Malke ein positives Res\u00fcmee der Veranstaltung zog: \u201eInspirierend war, dass hier Wissenschaftler, Hersteller, Distributeure und Anwender unterschiedlichster Branchen zusammenkamen, von der Lebensmittelindustrie \u00fcber die Medizintechnik bis hin zum Maschinen- und Automobilbau.\u201c<\/p>\n<p>Das vielf\u00e4ltige Vortragsprogrammm wurde von gro\u00dfen wie mittleren Unternehmen gestaltet. Neben Konzernen wie der BASF und Mitsubishi Chemicals oder den Maschinen- und Anlagenbau-Unternehmen Krauss Maffei Technologies und Thyssenkrupp pr\u00e4sentierten sich auch zahlreiche mittelst\u00e4ndische Unternehmen.<\/p>\n<p>Bioabbaubarkeit ist ein Wettbewerbsvorteil<br \/>\nSo stellte Erwin Le-poudre von der japanischen Firma Kaneka, Westerlo-Oevel, Belgien, einen biologischen Kunststoff vor, der im Meer bis zu zehn Mal schneller durch Mikroorganismen abgebaut wird als andere bioabbaubare Kunststoffe. Das ist vor allem f\u00fcr Bestandteile von Fischernetzen interessant, die immer wieder im Meer verloren gehen. Denn \u201eRecycling is limited\u201c, so das Statement von Julian Schmeling von Mistubishi Chemical (MCC), D\u00fcsseldorf. Er stellte das Bio-PBS vor, das vom Joint Venture PTTMCC hergestellt wird. Das JV wurde von PTT Global Chemical Public Company Limited und der MCC ger\u00fcndet. Das biobasierte PBS (Polybutylene succinat) ist biologisch abbaubar, hat eine Zulassung von der FDA (FCN 1817, 1818), l\u00e4sst sich gut verschwei\u00dfen und ist w\u00e4rmefest bis 100\u2009\u00b0C. Schmeling sieht gerade in Lebensmittelverpackungen wie der Kaffekapsel einen gro\u00dfen Vorteil im Einsatz von Bio-PBS. Kunststoff-Recycling wird l\u00e4ngst nicht in allen L\u00e4ndern praktiziert, so dass hier kompostierbare Kunststoffe sehr sinnvoll eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In der Bioabbaubarkeit liegen auch die gr\u00f6\u00dften Chancen von Ecovio. Die Marke der BASF, Ludwigshafen, steht f\u00fcr bioabbaubare Kunststoffe auf PLA-Basis. Doch im Gegensatz zu rein st\u00e4rkebasierten Biokunststoffen ist Ecovio unter anderem widerstandsf\u00e4higer gegen\u00fcber mechanischer Belastung und Feuchtigkeit. Es l\u00e4sst sich im Thermoform- und im Spritzgie\u00df-Prozess verarbeiten.<\/p>\n<p>Sehr interessant war auch der Vortrag von Katja Richter von Heppe Medical Chitosan, Halle. Sie beschrieb die vielf\u00e4ltigen Einsatzm\u00f6glichkeiten des nat\u00fcrlichen Biopolymers. Chitosan wird aus Krebs- und Krappenpanzern, einem Abfallprodukt der Lebensmittelindustrie, gewonnen. In kleinsten Mengen in Folien dosiert wirkt es antibakteriell, auf offenen Wunden stillt das nat\u00fcrliche Polymer die Blutungen. Technisch besonders attraktiv ist, dass es vom menschlichen Organismus nicht als k\u00f6rperfremd abgesto\u00dfen wird und es weder den Geschmack noch das Aussehen von Lebensmitteln beeinflusst. Mit der Anwendung in Kondensatoren f\u00fcr umweltfreundliche Batterien gab sie einen Blick in die Zukunft.<\/p>\n<p>Nicht nur f\u00fcr Verpackungen, sondern auch f\u00fcr Produkte des t\u00e4glichen Lebens wie Haushaltswaren und Haushaltsger\u00e4te bietet Tecnaro, Ilsfeld, ein sehr breites Portfolio an Biokunststoffen an. Spezialit\u00e4t des Unternehmens sind Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die beispielsweise als Naturfasern in die Compounds eingearbeitet werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Farbe in Biokunststoffen sorgen die Masterbatches von Granula, Merenschwand, Schweiz. In seinem Vortrag beschrieb der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00fcrg Weibel die Komplexit\u00e4t der Farbgebung, die nicht nur vom Basiskunststoff, sondern auch von seiner Verarbeitung und der Endanwendung abh\u00e4ngt und was insbesondere bei Biokunststoffen zu beachten ist.<\/p>\n<p>Information und Marketing m\u00fcssen stimmen<br \/>\nEinige Vortragenden wiesen darauf hin, dass bei den Entscheidern die Frage nach dem Preis nicht an erster Stelle stehen darf. \u00dcberzeugungsarbeit muss geleistet werden. Es liege in der Verantwortung der Biokunststoff-Anbieter, den Anwendern die Bio-Materialien schmackhaft zu machen \u2013 auch wenn diese etwas teurer sind, meinte Weibel.<\/p>\n<p>In der richtigen Marketing-Strategie sieht auch Patrick Zimmermann von FKuR, Willich, einen Erfolgsfaktor, denn die Preise f\u00fcr Biokunststoffe sind meist nicht konkurrenzf\u00e4hig zu konventionellen Kunststoffen. Um besser zu argumentieren und die Chancen der Biokunststoffe zu erkennen, konnten die Teilnehmer aus dem Kongress einige Fakten und Ideen mitnehmen.<\/p>\n<p>Auch im n\u00e4chsten Jahr wird das Netzwerk Polykum e.V. die Tagung Biopolymer Processing &amp; Moulding am 21. und 22. Mai in Halle veranstalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenig Marketing und nicht zu viel Theorie, sondern mehr Praxis und Anwendungsbeispiele zeichnete die Tagung Biopolymer Processing &amp; Moulding am 19. und 20. Juni in Halle n\u00e4he Leipzig aus, die das Netzwerk Polykum e.V. organisierte. Kernthema der Veranstaltung war der Einsatz und die Verarbeitung von biobasierten und bioabbaubaren Kunststoffen. 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