{"id":5593,"date":"2002-07-05T00:00:00","date_gmt":"2002-07-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020705-02n"},"modified":"2002-07-05T00:00:00","modified_gmt":"2002-07-04T22:00:00","slug":"anbau-von-nachtkerze-oenothera-biennis-l-zur-gewinnung-des-gamma-linolensaeurehaltigen-oeles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/anbau-von-nachtkerze-oenothera-biennis-l-zur-gewinnung-des-gamma-linolensaeurehaltigen-oeles\/","title":{"rendered":"Anbau von Nachtkerze (Oenothera biennis L.) zur Gewinnung des Gamma-linolens\u00e4urehaltigen \u00d6les"},"content":{"rendered":"<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20020705-02\/Nachtkbl11.7.01.JPG\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Nachtkbl\"\/>Die Nachtkerze (Oenothera biennis L.), urspr\u00fcnglich als Zierpflanze, sp\u00e4ter als Gem\u00fcse- und als Heilpflanze gesch\u00e4tzt, hat nach der Entdeckung ihres besonderen Fetts\u00e4urespektrums im Samen\u00f6l vor etwa 25 Jahren das Interesse der pharmazeutischen und Kosmetikindustrie gefunden. Es handelt sich um die Gamma-Linolens\u00e4ure, die einen Anteil von  6-14% an der Gesamtfetts\u00e4ure hat. Allgemein wird dieser Fetts\u00e4ure eine Wirkung gegen Arterienverkalkung, Venenleiden und manchen allergisch bedingten Hauterkrankungen zugeschrieben. Der Bedarf an Nachtkerzen\u00f6l wird fast zur G\u00e4nze aus Importen gedeckt.  <br \/>Die Nachtkerze ist eine relativ anspruchslose Pflanze und gedeiht auf leichten, humosen B\u00f6den in warmer, sonniger Lage am besten. Sie kann als einj\u00e4hrige Pflanze mit Aussaattermin Mitte April bis Anfang Mai und als zweij\u00e4hrige Pflanze mit Aussaattermin Mitte Juli bis Mitte August kultiviert werden. <\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20020705-02\/Samen-Hand.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Samen-Hand\"\/>Die Aussaat erfolgt mit handels\u00fcblichen Drillmaschinen, die f\u00fcr feine S\u00e4mereine geeignet sind in einer Saatst\u00e4rke von 4-6 kg pro ha und abh\u00e4ngig von der vorhandenen Pflegetechnik in einem Reihenabstand von 30 bis 50 cm. Nachdem die Nachtkerze eine sehr langsame Jugendentwicklung zeigt, ist eine zwei- bis dreimalige Hacke bis zum Bestandesschluss notwendig. Der M\u00e4hdrusch der Samen wird angestrebt, wenn ca. 75% der Kapseln braun verf\u00e4rbt sind. Eine sofortige Reinigung und Trocknung der Ernte auf unter 9% Feuchte mu\u00df unmittelbar nach der Ernte durchgef\u00fchrt werden. <br \/>Um eine wirtschaftliche Vermarktung zu erreichen, scheint nur der Anbau im Rahmen der biologischen Landwirtschaft (kbA-Qualit\u00e4t) erfolgversprechend. <\/p>\n<p>Nachdem erste Recherchen zu Anbau und Wirtschaftlichkeit durchgef\u00fchrt wurden , erfolgte im Jahre 2001 ein Versuchsanbau auf einer  Fl\u00e4che von 10 ar in Fernitz, 15 km s\u00fcdlich von Graz. Dabei konnten vor allem die Erfahrungen und Ergebnisse eines \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe<\/a> gef\u00f6rderten Verbundprojektes in Deutschland genutzt werden (FKZ:96 NR 160-F, 1998-2001). <br \/>Die Aussaat erfolgte am 07.04. mit einer Drillmaschine, ausger\u00fcstet  mit Feins\u00e4r\u00e4dern, in einer Saatst\u00e4rke von 4,8 kg\/ha. Aufgrund der kalten Witterung ging die Saat erst ein Monat sp\u00e4ter auf. Anfang Juni und Anfang Juli wurde eine Unkrauthacke durchgef\u00fchrt. <\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20020705-02\/Nachtkerzenfeld-klein.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"Nachtkerzenfeld-klein\"\/>Der Bestand entwickelte sich sehr gut und stand im August in voller Bl\u00fcte. Bereits ab Mitte September begannen die ersten Kapseln zu platzen, w\u00e4hrend Teile der Pflanze noch bl\u00fchten. Der Herbst war sehr trocken, sodass mit der Ernte gewartet werden konnte. Diese erfolgte am 5. November mit einem M\u00e4hdrescher mit Getreidetisch. Die Bestandesh\u00f6he betrug 150 cm, die Halme waren verholzt. Die Ernte wurde sofort gereinigt und getrocknet. Die gereinigte Erntemenge, die zur Pressung kam, entpricht einem Ertrag von 410 kg\/ha und liegt somit im unteren Bereich der aus den deutschen Versuchen angef\u00fchrten Erntemengen mit 400 bis 800 kg\/ha bei einj\u00e4hrigem Anbau. <br \/>Eine Analyse des Fetts\u00e4uremusters ergab mit einem Gesamtfettgehalt von 25,2% und einem Gamma-Linolens\u00e4uregehalt von 8,46% der Gesamtfetts\u00e4ure eine gute Qualit\u00e4t des \u00d6les. <\/p>\n<p>Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der biologische  Anbau, die Bestandes-f\u00fchrung und Ernte von Nachtkerze keine prinzipiellen Probleme mehr bereiten.  2002 wird ein Sommeranbau versucht, der h\u00f6here Ertr\u00e4ge bringen sollte. Schwerpunkte der weiterf\u00fchrenden Untersuchungen werden in diesem Jahr  die Pressung und v.a. die Vermarktung des Nachtkerzen\u00f6les sein. <\/p>\n<p>Auskunft:<br \/>Dr. Hans Berghold<br \/>Joanneum Research, Institut f\u00fcr Umweltgeologie und \u00d6kosystemforschung<br \/>Elisabethstr. 18<br \/>A-8010 Graz<br \/>Tel.:+43-316-876-1397<br \/>Fax :+43-316-876-9-1397<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:hans.berghold@joanneum.at\">hans.berghold@joanneum.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nachtkerze (Oenothera biennis L.), urspr&uuml;nglich als Zierpflanze, sp&auml;ter als Gem&uuml;se- und als Heilpflanze gesch&auml;tzt, hat nach der Entdeckung ihres besonderen Fetts&auml;urespektrums im Samen&ouml;l vor<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-5593","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5593"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5593\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5593"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=5593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}