{"id":55928,"date":"2018-08-28T07:20:59","date_gmt":"2018-08-28T05:20:59","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=55928"},"modified":"2018-08-23T16:02:35","modified_gmt":"2018-08-23T14:02:35","slug":"novum-fast-100-prozentig-biobasierte-industrietinten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/novum-fast-100-prozentig-biobasierte-industrietinten\/","title":{"rendered":"Novum: Fast 100-prozentig biobasierte Industrietinten"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_55929\" aria-describedby=\"caption-attachment-55929\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/uploads\/pics\/PM_2018-46_Tinten_aus_Faerbepflanzen_Vorschau_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-55929\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/csm_PM_2018-46_Tinten_aus_Faerbepflanzen_Vorschau_01_1685c80907-300x232.jpg\" alt=\"csm_PM_2018-46_Tinten_aus_Faerbepflanzen_Vorschau_01_1685c80907\" width=\"230\" height=\"178\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/08\/csm_PM_2018-46_Tinten_aus_Faerbepflanzen_Vorschau_01_1685c80907-300x232.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/08\/csm_PM_2018-46_Tinten_aus_Faerbepflanzen_Vorschau_01_1685c80907.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 230px) 100vw, 230px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-55929\" class=\"wp-caption-text\">m Projekt entwickelte Kennzeichnungstinten: Links und rechts oben Tinte mit Tannin-Farbextrakt, in der Mitte mit Indigo- und links unten mit Krapp-Extrakt. Die pflanzenbasierten Tinten stehen in ihrer Best\u00e4ndigkeit gegen\u00fcber \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen synthetischen Farben in nichts nach, teilweise sind sie hier sogar \u00fcberlegen. (Foto: prometho\/Hoffmann)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die prometho GmbH und die Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena haben industrielle Kennzeichnungstinten mit Farbstoffen aus heimischen F\u00e4rbepflanzen entwickelt. In Inkjet-Tinten wurden solche Farbextrakte aus Pflanzen bislang in dieser Form noch nicht eingesetzt.<\/strong><\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gef\u00f6rdert. Die Abschlussberichte stehen auf fnr.de unter den F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22035611\" target=\"_blank\">22035611<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22002813\" target=\"_blank\">22002813<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die prometho GmbH stellt u.a. Tinten f\u00fcr die Kennzeichnung von Lebensmitteln und Lebensmittelverpackungen her, zum Beispiel f\u00fcr den Aufdruck des Mindesthaltbarkeitsdatums oder eines Produktcodes. Konventionelle Tinten in diesem Bereich k\u00f6nnen Inhaltsstoffe enthalten, die potenzielle Gesundheitsrisiken in der Verarbeitung mitbringen und vom Gesetzgeber zunehmend eingeschr\u00e4nkt werden. Gerade die verwendeten Farbstoffe sind oft umwelt- und gesundheitsgef\u00e4hrdend.<\/p>\n<p>Beim Kennzeichnungsdruck z\u00e4hlen im Gegensatz zum Digitaldruck weniger die Farbqualit\u00e4t als vielmehr ein hoher Kontrast und eine gute Maschinenlesbarkeit. Darum bietet sich im ersten Schritt gerade dieser Bereich f\u00fcr den Ersatz konventioneller durch biobasierte Farbstoffe und Pigmente an. \u201eDenn die hohen Anforderungen an standardisierte Farbqualit\u00e4ten, wie sie im Digitaldruck gefordert sind, k\u00f6nnten Naturfarben momentan noch nicht erf\u00fcllen. Perspektivisch wollen wir aber auch Alternativen f\u00fcr den Digitaldruck entwickeln\u201c, erkl\u00e4rt Projektleiter Jens-Christoph Hoffmann von prometho.<\/p>\n<p>Die prometho GmbH vermarktet bereits seit 2010 Tinten, deren L\u00f6se- und Bindemittel aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Allerdings war es bislang nicht m\u00f6glich, auch die farbgebende Komponente biobasiert herzustellen. Diese L\u00fccke konnten die Entwickler nun im Rahmen des vorgestellten Projektes schlie\u00dfen: Es gelang ihnen, fast zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen bestehende Tinten mit Farbextrakten aus F\u00e4rbepflanzen zu entwickeln, die sich f\u00fcr den industriellen Kennzeichnungsdruck mit Inkjet-Druckern eignen. Lediglich f\u00fcr eine bessere Lichtechtheit und -best\u00e4ndigkeit verlackten die Forscher die Farbstoffe mit Metallsalzen (Tabelle 1).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-55930\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/PM_2018-46_Tabelle_klein.jpg\" alt=\"PM_2018-46_Tabelle_klein\" width=\"520\" height=\"303\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/08\/PM_2018-46_Tabelle_klein.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/08\/PM_2018-46_Tabelle_klein-300x175.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/p>\n<p>Besonders vielversprechend f\u00fcr den Industriedruck sind die Farben auf Tanninbasis, ihr Aufdruck ist fast schwarz, dokumentenecht und best\u00e4ndig gegen\u00fcber L\u00f6semitteln und Reinigern. Die Tanningewinnung aus Abf\u00e4llen aus der Forstwirtschaft oder Holzverarbeitung schont zudem landwirtschaftliche Fl\u00e4chen. Seit Oktober 2017 vermarktet prometho eine Tinte, deren Farbstoff aus Rindentanninen stammt. Nachgefragt wird sie u. a. von Herstellern von Biolebensmitteln. Andere der entwickelten Farben eignen sich m\u00f6glicherweise auch f\u00fcr weitere Anwendungen, etwa als industrielle Stempelfarben.<\/p>\n<p>F\u00e4rbepflanzen haben im Textilbereich eine zum Teil jahrtausendealte Tradition, die dort genutzten F\u00e4rberk\u00fcpen und -beizen eignen sich jedoch nicht f\u00fcr Druckanwendungen. Denn um einen Stoff zu f\u00e4rben, ben\u00f6tigt man zwei Arbeitsschritte: Zun\u00e4chst muss der zu f\u00e4rbende Stoff beispielsweise mit einer Alaun-Beize vorbehandelt werden, erst dann kann man ihn einf\u00e4rben. Den Entwicklern von prometho ist es nun gelungen, diese beiden Schritte mit Hilfe der Verlackung in ein direkt druckbares Tintensystem umzusetzen. In Inkjet-Tinten wurden solche Farbextrakte aus Pflanzen so bislang noch nie eingesetzt.<\/p>\n<p>Absolutes Neuland betraten die Forscher auch mit ihrer Untersuchung von Pilzen als Farbstoffquelle. Potenzieller Vorteil der Pilze: Ihre Trockenmasse enth\u00e4lt bis zu 40 Prozent Farbmittel, w\u00e4hrend der Farbstoffanteil bei Pflanzen deutlich geringer ist. Zudem lassen sich Pilze auf biogenen Reststoffen z\u00fcchten und verbrauchen keine landwirtschaftliche Fl\u00e4che. Nach Tests mit verschiedenen Spezies kristallisierte sich der Zimtfarbene Weichporling (<em>Hapalopilus rutilans<\/em>) als besonders vielversprechend heraus. Die darin enthaltene Polypors\u00e4ure l\u00e4sst sich mit vielen Metallsalzen verlacken und erm\u00f6glicht ein breites pastellfarbenes Farbspektrum, das bei anderen Pilzen oder Pflanzen so noch nicht beobachtet werden konnte.\u00a0 Zwar sind noch Anstrengungen erforderlich, um daraus eine ausreichend farbstarke Formulierung f\u00fcr Druckanwendungen herzustellen, doch die Entwickler sehen hier Ankn\u00fcpfungspunkte, etwa im Bereich von Indikatortinten. Zudem gewannen sie im Projekt vielf\u00e4ltige Kenntnisse \u00fcber die Zucht und Kultivierung von <em>Hapalopilus rutilans<\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die prometho GmbH und die Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena haben industrielle Kennzeichnungstinten mit Farbstoffen aus heimischen F\u00e4rbepflanzen entwickelt. In Inkjet-Tinten wurden solche Farbextrakte aus Pflanzen bislang in dieser Form noch nicht eingesetzt. 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