{"id":55735,"date":"2018-08-17T07:29:01","date_gmt":"2018-08-17T05:29:01","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=55735"},"modified":"2021-09-09T21:33:36","modified_gmt":"2021-09-09T19:33:36","slug":"neue-umweltfreundlichere-perspektiven-fuer-abgase-aus-der-stahlproduktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/neue-umweltfreundlichere-perspektiven-fuer-abgase-aus-der-stahlproduktion\/","title":{"rendered":"Neue, umweltfreundlichere Perspektiven f\u00fcr Abgase aus der Stahlproduktion"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_55736\" aria-describedby=\"caption-attachment-55736\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-55736 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/129820-1.jpg\" alt=\"129820-1\" width=\"250\" height=\"172\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55736\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Marynchenko Oleksandr, Shutterstock<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Gasf\u00f6rmige Emissionen fallen in der Eisen- und Stahlindustrie als ein unvermeidliches Nebenprodukt der Stahlerzeugung an. Dabei verlassen ungef\u00e4hr 40 % des bei der Stahlerzeugung eingesetzten Kohlenstoffs den Prozess in Form von Kohlenmonoxidgas (CO). Das in Hoch\u00f6fen und Sauerstoffaufblaskonvertern entstehende Abgas wird entweder abgefackelt oder zur Erzeugung von Strom f\u00fcr Stahlwerke genutzt. In beiden F\u00e4llen wird CO verbrannt und CO<sub>2<\/sub> emittiert.<\/strong><\/p>\n<p>Ein im Rahmen des von der EU finanzierten <a href=\"http:\/\/www.steelanol.eu\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">STEELANOL-Projekt<\/a>s entwickeltes innovatives Verfahren demonstriert eine neue, umweltfreundlichere Nutzung von Abgasen aus der Stahlherstellung. Mit dem vom Stahl- und Bergbauunternehmen ArcelorMittal Belgium koordinierten Projekt konnte nachgewiesen werden, dass diese Gase recycelt und zu Bioethanol fermentiert werden k\u00f6nnen, einem Brennstoff, der als umweltfreundlicher Benzinersatz in Fahrzeugen eingesetzt wird.<\/p>\n<p>STEELANOL veranschaulicht die erheblichen Vorteile f\u00fcr die Umwelt, die mit dem Recyceln von Abfallstr\u00f6men verbunden sind. Reduziert man die Emissionen an der Quelle, wird ein kleinerer direkter CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck f\u00fcr Stahlwerke erzielt. Au\u00dferdem bleiben mit der Erzeugung von nicht aus \u00d6l gewonnenen Treibstoffen die fossilen Brennstoffe im Boden. Das resultierende Ethanol wird haupts\u00e4chlich mit Benzin vermischt, kommt aber auch bei der Herstellung anderer Produkte wie etwa Kerosin zum Einsatz.<\/p>\n<p>ArcelorMittal hat nun am Standort Gent in Belgien mit dem Bau neuer Anlagen begonnen. Die im Hochofen des Stahlwerks Gent entstehenden Gase werden der Erzeugung von Bioethanol in der allerersten gro\u00dftechnischen Produktionsanlage Europas dienen. Kann man hier Erfolge feiern, so k\u00f6nnte sie den Weg hin zu einer deutlichen Reduzierung der Treibhausgasemissionen der Stahlindustrie bereiten. Gegenw\u00e4rtig geht etwa ein Viertel der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen der weltweiten verarbeitenden Industrie auf das Konto der Eisen- und Stahlindustrie. Jede in der neuen Anlage produzierte Tonne Bioethanol soll ungef\u00e4hr 830 Liter Benzin ersetzen und die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen von ArcelorMittal um 2,3 Tonnen senken.<\/p>\n<p>LanzaTech, Projektpartner und Unternehmen f\u00fcr Kohlendioxidrecycling, entwickelte die neuartige Technologie, die diese Gasumwandlung erm\u00f6glicht. In einem zukunftsweisenden Fermentationsprozess ern\u00e4hren sich anaerobe Bakterien von dem CO in Abgasen aus der Stahlerzeugung und produzieren Bioethanol. Dieser Prozess hat keine Auswirkungen auf Wasser, Nahrung, Bodennutzung oder Biodiversit\u00e4t.<\/p>\n<p>\u201eDie Einwegnutzung von Kohlenstoff muss der Vergangenheit angeh\u00f6ren\u201c, sagte die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von LanzaTech, Jennifer Holmgren, in einer <a href=\"http:\/\/www.steelanol.eu\/en\/news\/arcelormittal-and-lanzatech-break-ground-on-150million-project-to-revolutionise-blast-furnace-carbon-emissions-capture\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pressemitteilung<\/a> auf der STEELANOL-Website. \u201eWenn wir unsere Wirtschaft dekarbonisieren wollen, brauchen wir das Engagement gro\u00dfer Unternehmen und der Regierungen weltweit, damit die Wiederverwendung von Kohlenstoff ein Teil der L\u00f6sung ist. Diese Anlage in Europa verk\u00f6rpert die zentralen Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und ist der Schl\u00fcssel zu einer Welt der abfallfreien Stahlherstellung.\u201c<\/p>\n<p>Nach ihrer Fertigstellung sollen die Anlagen in Gent j\u00e4hrlich rund 80 Millionen Liter Bioethanol produzieren. Der Beitrag dieser Produktion zum Treibhauseffekt d\u00fcrfte um mehr als 65 % geringer als bei aus Erd\u00f6l gewonnenen Brennstoffen ausfallen. Man kann das Ganze mit 100 000 Elektroautos pro Jahr gleichsetzen. Die Bioethanolherstellung soll bis 2020 beginnen.<\/p>\n<p>STEELANOL (Production of sustainable, advanced bio-ethANOL through an innovative gas-fermentation process using exhaust gases emitted in the STEEL industry) konnte nachweisen, dass diese Technologie die hohen Qualit\u00e4tsanforderungen an Kraftstoffe erf\u00fcllen kann. In dem entwickelten Verfahren steckt das Potenzial, einen hohen Anteil an fossilen Brennstoffen aus dem Verkehrssektor und anderen Bereichen zu verdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Weitere Informationen<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.steelanol.eu\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">STEELANOL-Projektwebsite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gasf\u00f6rmige Emissionen fallen in der Eisen- und Stahlindustrie als ein unvermeidliches Nebenprodukt der Stahlerzeugung an. Dabei verlassen ungef\u00e4hr 40 % des bei der Stahlerzeugung eingesetzten Kohlenstoffs den Prozess in Form von Kohlenmonoxidgas (CO). Das in Hoch\u00f6fen und Sauerstoffaufblaskonvertern entstehende Abgas wird entweder abgefackelt oder zur Erzeugung von Strom f\u00fcr Stahlwerke genutzt. 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