{"id":55638,"date":"2018-08-15T07:32:13","date_gmt":"2018-08-15T05:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=55638"},"modified":"2018-08-10T13:41:20","modified_gmt":"2018-08-10T11:41:20","slug":"rueben-und-moehren-fuer-stabilere-und-umweltfreundlichere-gebaeude-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/rueben-und-moehren-fuer-stabilere-und-umweltfreundlichere-gebaeude-2\/","title":{"rendered":"R\u00fcben und M\u00f6hren f\u00fcr stabilere und umweltfreundlichere Geb\u00e4ude"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_55632\" aria-describedby=\"caption-attachment-55632\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-55632 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/129748.jpg\" alt=\"129748\" width=\"250\" height=\"167\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55632\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Julija Sapic, Shutterstock<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Bauprojekte belasten unsere Umwelt in gro\u00dfem Ma\u00dfe, weshalb Interessengruppen aus dem akademischen und industriellen Sektor nach M\u00f6glichkeiten suchen, diesen Industriezweig umweltfreundlicher zu gestalten. Das EU-finanzierte <a href=\"https:\/\/www.cordis.europa.eu\/project\/rcn\/214318_de.html\" target=\"_blank\">Projekt B-SMART<\/a> wird diese Bem\u00fchungen unterst\u00fctzen, indem es sich auf Beton und die schuldhaftere seiner Zutaten konzentriert: Zement.<\/strong><\/p>\n<p>Unter der Leitung der Universit\u00e4t Lancaster im Vereinigten K\u00f6nigreich soll untersucht werden, wie aus den Fasern von Wurzelgem\u00fcse gewonnene Nanopl\u00e4ttchen Betonmischungen robuster und umweltfreundlicher machen k\u00f6nnen. Erste Versuche haben bisher gezeigt, dass die Zugabe von Nanopl\u00e4ttchen aus Zuckerr\u00fcben oder M\u00f6hren die mechanischen Eigenschaften von Beton erheblich verbessert.<\/p>\n<p>Laut Prof. Mohamed Saafi, Forschungsleiter an der Universit\u00e4t Lancaster, werden die neuartigen Zementnanokomposite, die im Rahmen dieses Projekts entwickelt wurden, \u201edurch die Kombination von gew\u00f6hnlichem Portlandzement mit Nanopl\u00e4ttchen hergestellt, die aus Wurzelgem\u00fcseabf\u00e4llen der Lebensmittelindustrie gewonnen werden\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDie Verbundwerkstoffe sind den heutigen Zementprodukten nicht nur hinsichtlich ihrer mechanischen und mikrostrukturellen Eigenschaften \u00fcberlegen, sondern ben\u00f6tigen auch kleinere Mengen an Zement\u201c, sagte Prof. Saafi in der auf der Website der Universit\u00e4t ver\u00f6ffentlichten <a href=\"http:\/\/www.lancaster.ac.uk\/news\/vegetables-could-hold-the-key-to-stronger-buildings-and-bridges\" target=\"_blank\">Nachricht<\/a>. \u201eDies reduziert den Energieverbrauch und die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen bei der Zementherstellung erheblich.\u201c<\/p>\n<h3>Umweltauswirkungen von Beton unter der Lupe<\/h3>\n<p>Die Betonindustrie ist einer der gr\u00f6\u00dften CO<sub>2<\/sub>-Erzeuger. Hauptverantwortlich daf\u00fcr ist gew\u00f6hnlicher Portlandzement, einer der Hauptbestandteile von Beton. Die Menge an CO<sub>2<\/sub>, die bei der Betonherstellung freigesetzt wird, ist direkt proportional zur Menge an Zement, die in der Betonmischung verwendet wird. Derzeit werden f\u00fcr jede produzierte Tonne Zement etwa 900 kg CO<sub>2<\/sub> freigesetzt, was fast 90% der mit der durchschnittlichen Betonmischung verbundenen Emissionen entspricht.<\/p>\n<p>Die kohlenstoffintensive Zementherstellung ist f\u00fcr 8% der gesamten CO<sub>2<\/sub>-Emissionen weltweit verantwortlich. Angesichts der j\u00fcngsten Entwicklungen wird sich die Zementproduktion in den n\u00e4chsten 30 Jahren voraussichtlich verdoppeln.<\/p>\n<h3>Wie Wurzelgem\u00fcse hilft<\/h3>\n<p>Standardbeton wird mit Wasser, Zuschlagstoffen (Kies, Gestein oder Sand) und Portlandzement hergestellt. Zement ist das Bindemittel, das den Beton h\u00e4rtet und festigt. Werden jedoch die nanoskaligen Pl\u00e4ttchen des Wurzelgem\u00fcses der Standardbetonmischung zugegeben, erh\u00f6ht sich der Anteil an Calciumsilikathydrat \u2013 dem Produkt, das f\u00fcr die Festigkeit des Betons verantwortlich ist.<\/p>\n<p>Die Forscher fanden heraus, dass die Zugabe der Nanopl\u00e4ttchen den Beton so stabil macht, dass 40 kg weniger Portlandzement pro Kubikmeter Beton ben\u00f6tigt werden. Dieser R\u00fcckgang entspricht 40 kg weniger CO2 bei gleicher Betonmenge. Eine h\u00f6here Wurzelgem\u00fcsemischung bedeutet folglich, dass weniger Beton in Geb\u00e4uden verwendet werden muss, was zu erheblichen Umweltvorteilen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die pflanzlich angereicherten Betone des Forschungsteams schnitten zudem auch besser ab als andere auf dem Markt erh\u00e4ltliche Zementzusatzstoffe wie Graphen und Kohlenstoffnanor\u00f6hren. Au\u00dferdem erwiesen sie sich als wesentlich billiger in der Herstellung. Weitere Vorteile waren eine dichtere Mikrostruktur, die zur Vermeidung von Korrosion beitr\u00e4gt und die Materialien langlebiger macht.<\/p>\n<p>B-SMART (Biomaterials derived from food waste as a green route for the design of eco-friendly, smart and high performance cementitious composites for the next generation multifunctional built infrastructure) wird auch die M\u00f6glichkeit untersuchen, bestehende Betonstrukturen mit sehr d\u00fcnnen Schichten aus pflanzlichen Nanopl\u00e4ttchen zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Weitere Informationen<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.cordis.europa.eu\/project\/rcn\/214318_de.html\" target=\"_blank\"> CORDIS-Projektwebsite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bauprojekte belasten unsere Umwelt in gro\u00dfem Ma\u00dfe, weshalb Interessengruppen aus dem akademischen und industriellen Sektor nach M\u00f6glichkeiten suchen, diesen Industriezweig umweltfreundlicher zu gestalten. 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