{"id":55601,"date":"2018-08-14T07:26:40","date_gmt":"2018-08-14T05:26:40","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=55601"},"modified":"2018-08-09T15:25:54","modified_gmt":"2018-08-09T13:25:54","slug":"nachhaltiges-bauen-gemeinden-auf-dem-holzweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltiges-bauen-gemeinden-auf-dem-holzweg\/","title":{"rendered":"Nachhaltiges Bauen: Gemeinden auf dem Holzweg"},"content":{"rendered":"<p>Die Zeit des Waldsterbens in Deutschland ist vorbei. Tats\u00e4chlich w\u00e4chst hierzulande der Wald von Jahr zu Jahr. Dies ist nicht nur erfreulich f\u00fcr die Speicherung des Kohlenstoffs. Durch eine Nutzung von Holz ergibt sich auch eine zus\u00e4tzliche Vermeidung der Kohlendioxid-Emission. Immer mehr St\u00e4dte setzen nun wieder auf Holzbau, der l\u00e4ngst im Hightech-Bereich angekommen ist. Der Wettbewerb von <a href=\"https:\/\/wettbewerb.holzproklima.de\/\" target=\"_blank\">HolzProKlima<\/a>, koordiniert von proHolzBW, f\u00f6rderte das nachhaltige Bauen in Baden-W\u00fcrttemberg massiv im Sinne des Klimaschutzes.<\/p>\n<p>Im Grunde ist nachhaltiges Bauen mit Holz ein Weg, den wir schon immer beschritten haben und weiter beschreiten sollten. Laut proHolzBW gibt es keinen nat\u00fcrlicheren Baustoff und jedes vierte Bauwerk in Baden-W\u00fcrttemberg ist mittlerweile aus Holz gebaut. Viele Gr\u00fcnde sprechen f\u00fcr das Bauen mit Holz: Es erf\u00fcllt als nachwachsender Rohstoff alle Umweltauflagen m\u00fchelos. Den verschiedenen Bauanspr\u00fcchen vom Tragwerk bis zur Fassade steht ein vielf\u00e4ltiges Angebot an geeigneten H\u00f6lzern gegen\u00fcber, das f\u00fcr jeden Einsatz das richtige Material liefert. Durch den hohen Vorfertigungsgrad k\u00f6nnen Bauprojekte schneller und pr\u00e4ziser mit Holz als mit Beton oder Stahl realisiert werden, was wiederum die Baukosten erheblich senkt. Mit seinem geringen Eigengewicht und seiner hohen Tragf\u00e4higkeit l\u00e4sst sich vieles mit Holz realisieren: ob das Aufstocken von Geb\u00e4uden, das Schlie\u00dfen von Baul\u00fccken oder das Errichten kompletter H\u00e4user. Selbst in punkto Brandschutz \u00fcbertrifft Holz alle Bestimmungen, da modern gefertigte Holzh\u00e4user im Brandfall langsamer, kontrollierter und sicherer abbrennen als H\u00e4user aus anderen Baustoffen.<\/p>\n<p>Nachhaltigkeit im Fokus<\/p>\n<p>Soll ein Geb\u00e4ude auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein, muss in Bezug auf \u00d6kologie und \u00d6konomie seine gesamte Lebensdauer betrachtet werden: die Planung, Errichtung, Nutzungsweise sowie der Abriss. \u00d6kologisch steht die Bewahrung der Umwelt im Vordergrund, was durch die Schonung der Ressourcen, der Reduktion des Gesamtenergiebedarfs und eine m\u00f6glichst lange Lebensdauer inklusive Nachnutzung realisierbar ist. W\u00e4hrend das Geb\u00e4ude genutzt wird, liegt das Augenmerk auf der D\u00e4mmung, den Energietr\u00e4gern, dem Wasserverbrauch und der Abfallentsorgung. Nicht zuletzt sind soziokulturelle Aspekte wichtig, wie die Akzeptanz und Wertsch\u00e4tzung eines Baus durch die Gesellschaft. Ist ein Geb\u00e4ude gut erreichbar? Ist es \u00e4sthetisch in der Gestaltung? Wie wirkt es sich auf die Lebensqualit\u00e4t aus? Die proHolz BW GmbH berichtet in ihrem Portal, dass Holz den Herzschlag senkt und sich so positiv auf die Gesundheit auswirken kann. Au\u00dferdem atmet Holz und reguliert das Raumklima sowie die Luftfeuchtigkeit.<\/p>\n<p>Holzbau ist praktizierter Klimaschutz<\/p>\n<p>\u201eHolz erf\u00fcllt alle Umweltauflagen und ist sch\u00f6n anzuschauen\u201c, sagt Prof. Dr. Werner Sobek, Bauingenieur, Architekt und Professor an der Universit\u00e4t Stuttgart. Er sieht Klimaschutz als Teil der Generationenverantwortung. F\u00fcr das Bauen mit Holz spricht vor allem die gute \u00d6kobilanz. \u201eDie Verwendung von Holzprodukten sch\u00fctzt das Klima in doppelter Hinsicht. Bereits beim Wachsen entzieht das Holz der Atmosph\u00e4re klimasch\u00e4dliches CO2, welches \u00fcber die gesamte Lebensdauer im Holz gespeichert wird. Es ist deshalb sinnvoll, Holz m\u00f6glichst lange stofflich zu nutzen, bevor es energetisch verwendet wird. Gleichzeitig lassen sich durch Holz andere Materialien wie Stahl oder Beton ersetzen, die erst mit hohem Energieaufwand hergestellt werden m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rt Martin Herzberger von der Initiative HolzProKlima. \u201eMit jedem Kubikmeter Holz lassen sich dadurch etwa zwei Tonnen CO2 einsparen.\u201c Holz aus nachhaltig bewirtschafteten, heimischen W\u00e4ldern ist zudem regional verf\u00fcgbar, wodurch lange Transportwege entfallen, die ebenfalls das Klima belasten.<\/p>\n<p>Kommunen gehen als Vorbilder voran<\/p>\n<p>Nachhaltiges Bauen setzt verst\u00e4rkt auf Holz. Aus dem Grund hat die Initiative HolzProKlima, getragen von 14 Bundesverb\u00e4nden und Organisationen der Forst- und Holzwirtschaft, zum Ziel, die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Vorteile von Holz zu informieren und seine stoffliche Nutzung zu steigern. Im Jahr 2017 startete sie bereits die dritte Auflage des landesweiten Wettbewerbs und rief alle Kommunen in Baden-W\u00fcrttemberg auf, die auf nachhaltigen Holzbau setzen und den Klimaschutz dabei ber\u00fccksichtigen, sich als \u201eKlima-Champion 2017\u201c zu bewerben und ihre Projekte einzureichen. Damit m\u00f6chte das Land seine Position als Holzbauland Nummer 1 weiter ausbauen. 40 Kommunen haben sich beworben und gezeigt, wo und wie sie verst\u00e4rkt Holz beim Bau einsetzen. Die Gewinner wurden von einer offiziellen Jury ermittelt. Zudem wurde auf Basis von 10.000 Online-Bewertungen ein Sonderpreis vergeben. Die drei besten Gesamtkonzepte wurden mit Sachpreisen im Wert von insgesamt 20.000 Euro pr\u00e4miert und im Juni 2017 bekanntgegeben. Den ersten Preis im Wert von 10.000 Euro erhielt die kleine Gemeinde Frickingen am Bodensee, die seit 30 Jahren ihren 600 Hektar gro\u00dfen Wald nutzt und mit dem schl\u00fcssigen Gesamtkonzept eine konsequente und verantwortungsvolle Holzbaukultur mit Nahw\u00e4rmeversorgung verwirklicht. \u201eOb in Anbau, Sanierung oder Neubau von Rathaus, Bauhof, Feuerwehr oder Seniorenzentrum \u2013 Frickingen zeigt eindr\u00fccklich in nachhaltiger Entwicklung die M\u00f6glichkeiten des modernen Holzbaus auf und geht als Vorbild voran\u201c, begr\u00fcndet die Wettbewerbsjury ihren Entschluss.<\/p>\n<p>\u201eWohngesundheit\u201c in und mit Holz<\/p>\n<p>Forstminister Peter Hauk verlieh erstmals zwei zweite Preise an die St\u00e4dte Leutkirch und Wangen im Allg\u00e4u. Das Wohnprojekt Marienhof auf dem Gel\u00e4nde eines ehemaligen Bauernhofs in Leutkirch wurde bereits in der Vergangenheit als gelungenes wohngesundes Gemeinschaftsprojekt ausgezeichnet. Sieben individuelle Einfamilienh\u00e4user wurden in nachhaltiger Holzbauweise so angeordnet, wie es das urspr\u00fcngliche Bauernhofgel\u00e4nde vorgibt. In Wangen im Allg\u00e4u ist der Bau des dreist\u00f6ckigen Rupert-Ne\u00df-Gymnasiums pr\u00e4miert worden. Alle sichtbaren Holzteile sind aus einheimischer Wei\u00dftanne gefertigt und Resth\u00f6lzer finden hier eine energetische Nutzung. Im Jahr 2013 erhielt die Schule bereits den Deutschen Holzbaupreis.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel f\u00fcr nachhaltiges Bauen in Baden-W\u00fcrttemberg ist etwa das Passivhaus \u201eForum Holzbau\u201c in Ostfildern, dessen Seminarr\u00e4ume aus Wei\u00dftanne den Besuchern eine wohlig-duftige Atmosph\u00e4re liefern. Ebenso ansprechend ist das Kleinkindhaus in Heilbronn, das als Waldorf-Einrichtung Platz f\u00fcr rund 30 Kinder unter vier Jahren bietet. Ein besonderes Schmuckst\u00fcck ist der f\u00fcr die Landesgartenschau 2014 gefertigte Forstpavillon in Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd, dessen Au\u00dfenverkleidung den Platten des Seeigel-Skeletts bionisch nachempfunden ist. Holz ist demnach ein Rohstoff der Vergangenheit, der Gegenwart und insbesondere der Zukunft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeit des Waldsterbens in Deutschland ist vorbei. Tats\u00e4chlich w\u00e4chst hierzulande der Wald von Jahr zu Jahr. Dies ist nicht nur erfreulich f\u00fcr die Speicherung des Kohlenstoffs. Durch eine Nutzung von Holz ergibt sich auch eine zus\u00e4tzliche Vermeidung der Kohlendioxid-Emission. Immer mehr St\u00e4dte setzen nun wieder auf Holzbau, der l\u00e4ngst im Hightech-Bereich angekommen ist. 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