{"id":5552,"date":"2002-08-09T00:00:00","date_gmt":"2002-08-08T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020809-01n"},"modified":"2002-08-09T00:00:00","modified_gmt":"2002-08-08T22:00:00","slug":"naturfasern-im-auto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/naturfasern-im-auto\/","title":{"rendered":"Naturfasern im Auto"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcnf bis sechs Kilo Naturfasern in Autoinnenteilen: Bei Naturfasern f\u00fcr technische Textilien und Verbundwerkstoffe im Automobilbereich ist EU-weit bis 2005 eine Marktsteigerung von rund 20 Prozent j\u00e4hrlich zu erwarten.<\/p>\n<p>Ein Vlies aus Flachs oder Hanf wird zusammen mit einem Kunststoff in die gew\u00fcnschte Form gepresst und als T\u00fcrverkleidung im Innenraum oder als Kofferraumauskleidung eingesetzt. In der Autoindustrie ist besonders in Deutschland die Nachfrage an Flachs- und Hanffasern in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Geradezu dynamisch entwickeln wird sich der Markt f\u00fcr biologisch abbaubare Werkstoffe bei den Verpackungsmaterialien: Kunststoff-Granulaten und Folien aus St\u00e4rke werden 40 Prozent durchschnittliches Mengenwachstum pro Jahr in der EU bis 2005 prognostiziert. Zu diesen Ergebnissen kommt Dr. Markus Kaup in einer Studie, die er am Wirtschafts- und Sozialgeographischen Institut der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln erstellt hat (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-aktuell-oekonomische-studie-zum-gesamtkomplex-nachwachsende-rohstoffe\/\" >2002-03-25<\/a>). <\/p>\n<p>Ohne \u00f6ffentliche F\u00f6rderung sind viele Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen unter \u00f6konomischen Gesichtspunkten nicht wettbewerbsf\u00e4hig &#8211; die Herstellungskosten sind h\u00f6her als die konventionell erzeugter Waren. Weil nicht erneuerbare Rohstoffe wie Erd\u00f6l und Erdgas endlich sind, ist die F\u00f6rderung von Produktketten aus nachwachsenden Rohstoffen, alternativen Rohstoffquellen und Energietr\u00e4gern in das \u00f6ffentliche Interesse ger\u00fcckt. Naturfaser-Verbundstoffe im Automobilbereich k\u00f6nnen durchaus im preislichen Wettbewerb bestehen. Preiswerter sind sie gegen\u00fcber anderen Bauweisen in der Gesamtkonstruktion und gegen\u00fcber synthetischen Fasern. Letztere werden bei steigenden Erd\u00f6lpreisen teurer. Frei von giftigen Ausd\u00fcnstungen, niedriges Gewicht und geringer Werkzeugverschlei\u00df sind weitere Gr\u00fcnde, die f\u00fcr Naturfasern sprechen. Die Gewichtsersparnis durch Naturfasern f\u00fchrt zu einer g\u00fcnstigeren \u00d6kobilanz bei Produktion und Fahrbetrieb. <\/p>\n<p>Fast alle gro\u00dfen Automobilzulieferer setzen heute Naturfasern bei Formpressteilen ein. Die kleinen bis mittelst\u00e4ndischen Vlies- und Filzhersteller m\u00fcssen sich nach den Anforderungen der internationalen Gro\u00dfunternehmen richten, die die Fasern zu Verbundstoffen weiterverarbeiten. Deren Abnehmer wiederum sind die wenigen m\u00e4chtigen Automobilhersteller. Trotz guter \u00f6kologischer Bilanz und Wettbewerbsf\u00e4higkeit k\u00f6nnten Naturfaserverbundwerkstoffe wieder aus den Autos verschwinden: Dr. Kaup weist auf die EU-Altautorichtlinie hin, nach der ab dem Jahr 2015 85 Prozent des Fahrzeugs stofflich verwertet werden m\u00fcssen. Naturfaser-Verbundwerkstoffe sind, wie Verbundmaterialien generell, nur unter hohem Kostenaufwand oder gar nicht stofflich wieder verwertbar. <\/p>\n<p>\u00dcber ihren gesamten Lebensweg gesehen sind Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen allerdings nicht unbedingt als \u00f6kologisch zu bezeichnen. Besonders die landwirtschaftliche Bereitstellung der Rohstoffe wie Flachs, Getreide, \u00d6lpflanzen wirkt sich auf die Umwelt aus. Der K\u00f6lner Wirtschaftsgeograph nennt unter anderem die Belastung von Grundwasser durch Nitrate, die Erosion und den Fl\u00e4chenverbrauch. Bei der Entsorgung von organischem Material auf der Deponie entsteht das Deponie-Gas Methan, das das Klima beeinflusst. Ganz ohne ersch\u00f6pfliche Energien kommen auch Herstellung und Weiterverarbeitung von alternativen Produkten nicht aus. <\/p>\n<p>Laut der von Dr. Kaup durchgef\u00fchrten Erhebungen ist die Marktentwicklung vieler Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen bis 2005 stark abh\u00e4ngig von \u00f6ffentlichen F\u00f6rderma\u00dfnahmen. Die befragten Unternehmen setzen auf Verordnungen, die ihre Produkte beg\u00fcnstigen. Subventionen f\u00fcr Produktstufen jenseits der Landwirtschaft versprechen einen positiven Effekt auf die Marktentwicklung von Produktketten aus nachwachsenden Rohstoffen. Zudem profitieren diese davon, wenn Qualit\u00e4tsstandards und G\u00fctesiegel weiterentwickelt werden. <\/p>\n<p>R\u00fcckfragen bei:<br \/>Dr. Markus Kaup <br \/>Tel.: 02233-94 36 84<br \/>Fax: 02233-94 36 83 <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:markus.kaup@nova-institut.de\">markus.kaup@nova-institut.de<\/a> <\/p>\n<p>Presse- und Informationsstelle der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln<br \/>Albertus-Magnus-Platz 1, 50923 K\u00f6ln<br \/>Tel.: 0221-470 2202, Fax: 0221-470 5190 <br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:Rutzen@uni-koeln.de\">Rutzen@uni-koeln.de<\/a><br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.uni-koeln.de\/\" >www.uni-koeln.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F&uuml;nf bis sechs Kilo Naturfasern in Autoinnenteilen: Bei Naturfasern f&uuml;r technische Textilien und Verbundwerkstoffe im Automobilbereich ist EU-weit bis 2005 eine Marktsteigerung von rund 20<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-5552","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5552","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5552"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5552\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5552"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5552"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=5552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}