{"id":55406,"date":"2018-08-08T07:32:36","date_gmt":"2018-08-08T05:32:36","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=55406"},"modified":"2018-08-06T14:37:41","modified_gmt":"2018-08-06T12:37:41","slug":"biocomposites-befluegeln-den-nachhaltigkeitstrend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biocomposites-befluegeln-den-nachhaltigkeitstrend\/","title":{"rendered":"Biocomposites befl\u00fcgeln den Nachhaltigkeitstrend"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-55408\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/bilder_content_newsroom_CE_Insights_BioBased_180731_800_533_c.jpg\" alt=\"bilder_content_newsroom_CE_Insights_BioBased_180731_800_533_c\" width=\"496\" height=\"330\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/08\/bilder_content_newsroom_CE_Insights_BioBased_180731_800_533_c.jpg 800w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/08\/bilder_content_newsroom_CE_Insights_BioBased_180731_800_533_c-300x200.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/08\/bilder_content_newsroom_CE_Insights_BioBased_180731_800_533_c-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 496px) 100vw, 496px\" \/><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Verpackungsindustrie ist wichtigste Absatzbranche f\u00fcr \u201egr\u00fcne\u201c Verbundwerkstoffe<\/strong><\/li>\n<li><strong>Biobased Composites Pavillon auf der COMPOSITES EUROPE<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Nachwachsende Rohstoffe f\u00fcr den CFK-Leichtbau nutzbar machen \u2013 daran arbeiten zurzeit nicht nur zahlreiche Forscher, sondern auch die Industrie.<\/strong><\/p>\n<p>Woran genau geforscht wird und wie sich der Markt f\u00fcr gr\u00fcne Verbundwerkstoffe entwickelt, zeigt vom 6. bis 8. November 2018 auch die COMPOSITES EUROPE in Stuttgart. Im Rahmen des \u201eBio-Based Composites Pavilion&#8221; pr\u00e4sentiert die Fachmesse in Kooperation mit dem nova Institut innovative Materialien und Anwendungsbeispiele.<\/p>\n<h3>Autoprototypen aus Hanffasern und Sojamehl<\/h3>\n<p>Henry Ford war ein vielseitiger Pionier. So galt sein Interesse schon in den 1920er Jahren Kunststoffen aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wie Hanffasern und Sojamehl. Daraus konstruierte er Autoprototypen mit entsprechenden Karosserieteilen, darunter einen Kofferraumdeckel. Dieser war so stabil, dass Ford f\u00fcr einen Werbeclip mit einer Axt darauf einschlug \u2013 ohne ihn zu zerst\u00f6ren. Bekannt wurde auch sein Soybean Car \u2013 das \u201eSojabohnen-Auto\u201c \u2013 aus den 1940er Jahren, dessen Karosseriepaneele aus einem sojahaltigen Kunststoff bestanden.<\/p>\n<p>Heute, fast 80 Jahre sp\u00e4ter, sind Biocomposites vor allem mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit wieder im Trend. Laut der 2015 vom VDI-Zentrum f\u00fcr Ressourceneffizienz herausgegebenen Studie Bestandsaufnahme Leichtbau in Deutschland sind Kunststoffe, die durch Naturfasern aus Hanf, Flachs oder Baumwolle mechanisch verst\u00e4rkt werden, im Automobilbau vor allem f\u00fcr Innenraumanwendungen bereits etabliert, da sie wirtschaftlich konkurrenzf\u00e4hig sind. Auch eine geringe Neigung zum Splittern beim Crash und die Schalld\u00e4mmung sprechen f\u00fcr die Werkstoffe.<\/p>\n<h3>Biokunststoffe f\u00fcr mehr Hygiene in Windeln<\/h3>\n<p>Und die Entwicklung geht weiter: Derzeit arbeiten verschiedene Forschungsinstitute daran, Carbonfasern auf der Basis von Lignin (Holzstoff) herzustellen, um nachwachsende Rohstoffe f\u00fcr den CFK-Leichtbau nutzbar zu machen. Wissenschaftler der RWTH Aachen haben zusammen mit belgischen Kollegen umweltvertr\u00e4gliche Autobauteile entwickelt, die vollst\u00e4ndig aus Pflanzenfasern und Biokunststoffen bestehen. Auch die Industrie ist aktiv. Toyota verbaut in einigen Modellen Sitzpolster, Fu\u00dfmatten und Seitenverkleidungen, die auf PLA-Basis (Polymilchs\u00e4ure) hergestellt wurden. Der Reifenhersteller Continental arbeitet an Reifen aus L\u00f6wenzahnkautschuk.<\/p>\n<p>Auch in zahlreichen anderen Branchen, etwa in der Verpackungsindustrie, substituieren Biokunststoffe herk\u00f6mmliche Produkte auf Erd\u00f6lbasis. Neben dem guten Image sind daf\u00fcr auch zahlreiche bessere Eigenschaften verantwortlich. So eignen sie sich f\u00fcr Frischeprodukte und verderbliche Lebensmittel, da Obst und Gem\u00fcse aufgrund der h\u00f6heren Atmungsaktivit\u00e4t l\u00e4nger frisch bleiben. Eine F\u00e4higkeit, die sich auch bei der Verarbeitung zu Hygienefolien wie etwa in Windeln positiv auswirkt. Nicht zuletzt f\u00f6rdert der Gesetzgeber in vielen L\u00e4ndern den Einsatz von Biokunststoffen im Verpackungsbereich. So sind nicht-abbaubare Plastikt\u00fcten in vielen L\u00e4ndern ganz verboten oder ihr Einsatz wird durch Entgelte reduziert.<\/p>\n<h3>Bio-Based Composites Pavillion<\/h3>\n<p>Ein wichtiger Schritt, denn die Verpackungsindustrie ist die mit Abstand wichtigste Absatzbranche f\u00fcr \u201egr\u00fcne\u201c Verbundwerkstoffe. Vor allem Flaschen, Folien, Taschen und Beutel bestehen mit einem Anteil von rund 58 Prozent aus Biokunststoffen. Gefolgt werden diese von Textilien (11 Prozent), Konsumg\u00fctern (7 Prozent) und Automotive (7 Prozent). Mehr zu dem Thema erfahren Interessierte auch im Bio-Based Composites Pavillion auf der Composites Europe. Aussteller wie DEHONDT COMPOSITES, SAFILIN, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, Arctic Biomaterials und Biowert Industrie stehen hier als Experten rund um die Einsatzm\u00f6glichkeiten und Eigenschaften von Holz-Polymer-Verbundwerkstoffen (WPC), Naturfaser-Verbundwerkstoffen (NFC), bio-basierten Thermoplasten und Duroplasten f\u00fcr Verbundwerkstoffe sowie bio-basierten Kunststoffen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h3>Kontinuierliches Wachstum dank steigender Nachhaltigkeitsanforderungen<\/h3>\n<p>Die weltweite Produktionskapazit\u00e4t der Biokunststoffe nimmt sich mit 2,05 Mio. Tonnen im Jahr 2017 neben den j\u00e4hrlich rund 320 Mio. Tonnen erd\u00f6lbasierter Kunststoffe zwar noch relativ bescheiden aus. Doch steigende Nachhaltigkeitsanforderungen, anspruchsvollere Anwendungen und eine zunehmende Zahl von Materialien und Herstellern versprechen k\u00fcnftig ein kontinuierliches Wachstum.<\/p>\n<p>Die Experten des nova-Instituts und von European Bioplastics rechnen bis 2022 mit 2,44 Mio. Tonnen globaler Produktionskapazit\u00e4t sowie der Schaffung von bis zu 300.000 hochqualifizierten Arbeitspl\u00e4tzen bis zum Jahr 2030 \u2013 allein in Europa. Auch die Fachleute des Marktforschungsinstituts Ceresana konstatieren, dass Biokunststoffe deutlich h\u00f6here Wachstumsraten als herk\u00f6mmliche Standardkunststoffe erzielen. Angesichts der steigenden Nachfrage und eines immer breiter werdenden Anwendungsspektrums werde sich dieser Trend sogar noch weiter verst\u00e4rken. In der Marktanalyse von 2016 wird von einem weltweiten Gesamtumsatz der \u201egr\u00fcnen\u201c Kunststoffe in H\u00f6he von \u00fcber 2,6 Mrd. USD ausgegangen.<\/p>\n<h3>0,02 Prozent der weltweiten Agrarfl\u00e4che f\u00fcr die Biocomposites-Produktion<\/h3>\n<p>Experten unterscheiden bei Biokunststoffen zwischen biologisch abbaubaren Kunststoffen, die kompostiert werden k\u00f6nnen (biodegrable) und biobasierten Kunststoffen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden (biobased). W\u00e4hrend biologisch abbaubare Kunststoffe mit rund 43 Prozent den kleineren Teil der globalen Nachfrage nach Biokunststoffen ausmachen, zeichnen sie sich durch ein dynamischeres Mengenwachstum von j\u00e4hrlich \u00fcber 11 Prozent aus. Laut der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) liegt der Anteil biobasierter Polymere im Bereich der Strukturpolymere bei etwa 1,5 Prozent. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass er sich bis 2020 mehr als verdoppelt.<\/p>\n<p>Bef\u00fcrchtungen, dass die f\u00fcr das Wachstum des Biokunststoff-Markts ben\u00f6tigten Rohstoffmengen zu Lasten dringend ben\u00f6tigter Anbaufl\u00e4chen gehen, sind derzeit laut FNR noch unbegr\u00fcndet. In diesem Jahr werden demnach rund 0,02 Prozent der weltweiten Agrarfl\u00e4che f\u00fcr die Bereitstellung von nachwachsenden Rohstoffen f\u00fcr die Biocomposites-Produktion gebraucht. Entscheidend sei vielmehr, einen nachhaltigen Kreislauf zu etablieren, der von der Erzeugung \u00fcber die Produktion, den Gebrauch \u2013 m\u00f6glichst in Form einer Mehrfachnutzung \u2013 bis hin zur Nutzung der anfallenden Abf\u00e4lle reicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verpackungsindustrie ist wichtigste Absatzbranche f\u00fcr \u201egr\u00fcne\u201c Verbundwerkstoffe Biobased Composites Pavillon auf der COMPOSITES EUROPE Nachwachsende Rohstoffe f\u00fcr den CFK-Leichtbau nutzbar machen \u2013 daran arbeiten zurzeit nicht nur zahlreiche Forscher, sondern auch die Industrie. Woran genau geforscht wird und wie sich der Markt f\u00fcr gr\u00fcne Verbundwerkstoffe entwickelt, zeigt vom 6. bis 8. 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