{"id":5536,"date":"2002-08-15T00:00:00","date_gmt":"2002-08-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020815-06n"},"modified":"2002-08-15T00:00:00","modified_gmt":"2002-08-14T22:00:00","slug":"faerberpflanzen-eine-ganz-natuerliche-liaison","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/faerberpflanzen-eine-ganz-natuerliche-liaison\/","title":{"rendered":"F\u00e4rberpflanzen: Eine ganz nat\u00fcrliche Liaison"},"content":{"rendered":"<p>Auf knapp zehn Hektar baut die Agrargenossenschaft D\u00fcrrenhofe die F\u00e4rberpflanzen Krapp und F\u00e4rber-Resede an. W\u00e4hrend der goldgelbe Farbstoff der Resede aus den oberen Pflanzenteilen gewonnen wird, steckt beim Krapp das rotbraune Pigment in der Wurzel. Diesem Feldanbau ging eine langj\u00e4hrige pflanzenbauliche Vorarbeit auf den Versuchsfeldern des brandenburgischen Landesamtes f\u00fcr Verbraucherschutz und Landwirtschaft in G\u00fcterfelde bei Potsdam voraus. <\/p>\n<p>Die Federf\u00fchrung hierf\u00fcr lag in den H\u00e4nden von Lothar Adam. Ihm liegt bei dem Reaktivierungsprojekt des F\u00e4rberpflanzenanbaus innerhalb einer nachgeschalteten textilen Kette, das von der <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe<\/a> finanziell unterst\u00fctzt wird, besonders die Einbindung der Landwirte in der vertikalen Zusammenarbeit am Herzen. <\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20020815-06\/Faerberpflanzen.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\" Faerberpflanzen\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>\u201eNaturfaser mit einheimischen Pflanzenfarben zu f\u00e4rben, ist eine Produktidee, die wir als Chance f\u00fcr regionale Partner sehen. Deshalb wollen wir unbedingt auch die Landwirte in Brandenburg mit einbinden\u201c, sagt Adam. \u201eAuch wenn es landbaulich schon ziemlich gut l\u00e4uft, wollen wir auf gar keinen Fall etwas \u00fcberst\u00fcrzen. Denn das Endprodukt pflanzengef\u00e4rbte Naturtextilien muss sich erst langsam am Markt entwickeln\u201c, warnt Adam aber vor Aktionismus. <\/p>\n<p>Zwar stehe das Netzwerk aus Landwirten, Extraktionsunternehmen, F\u00e4rber, Ausr\u00fcster und Stoffh\u00e4ndler inzwischen, doch m\u00fcsse der Markt erst noch vorsichtig abgetastet werden, um wirklich den Sprung zur Serienproduktion wagen zu k\u00f6nnen, sagt Adam.<\/p>\n<p>\u201eDie Extraktion von Pigmenten entsprechend industrieller Standards ist heute kein Problem mehr\u201c, erkl\u00e4rt Ulla Eggers vom Naturfarbenhersteller <a href=\"http:\/\/www.livos.de\/\" >Livos<\/a> in Wieren. \u201e Aber bisher sind die Auftr\u00e4ge f\u00fcr Textilfarben noch zu klein, um wirklich auf einen gr\u00fcnen Zweig zu kommen\u201c, meint die Biochemikerin vom bundesdeutschen Marktf\u00fchrer. Wenn morgen Textilgiganten wie Otto oder C &#038; A bei der Textilfirma <a href=\"http:\/\/zeus.fh-brandenburg.de\/~tenbusch\/wolf\/textil\/tex8.html\" >Spremberger Tuche<\/a>, die im gef\u00f6rderten Projekt die Pflanzenfarben auf Hanf und Leinen auftr\u00e4gt, 100.000 Meter naturgef\u00e4rbten Leinenstoff bestellen w\u00fcrden, st\u00fcnden \u201ejust in time\u201c keine ausreichenden Farbmengen aus Krapp und Resede zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n<p> \u201eSo eine Order k\u00f6nnten wir daher nicht sofort bew\u00e4ltigen\u201c, r\u00e4umt Mitarbeiter und Naturtextilexperte Horst Kuhlee ein. Allerdings ist das in diesem  Projektstadium auch gar nicht das Ziel. Wichtig war es, anhand der Farbtests zun\u00e4chst einmal zu beweisen, dass ein F\u00e4rben von Naturtextilien mit Pflanzenpigmenten an gro\u00dftechnischen Anlagen funktioniert. \u201eFr\u00fcher gab es mit Pflanzenfarben immer \u00c4rger, weil die Pigmente zu gro\u00df oder zu klein waren\u201c, erkl\u00e4rt Kuhlee, \u201ediese Probleme haben wir aber praktisch gel\u00f6st.\u201c <\/p>\n<p>Produktionstechnisch ist also alles startklar. Fehlt nur noch ein neues Image f\u00fcr die nach wie vor absatzschwachen Naturtextilien, zumal pflanzengef\u00e4rbte. Doch sieht zumindest Ulla Eggers von Livos eine neue Welle am Modehorizont. \u201eIm n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr will man auf den Modetagen in Florenz auch Markenartikel in Naturtextilien pr\u00e4sentieren. Und in England gibt es einen Trend zu historischen Modethemen aus Naturstoffen mit Pflanzenfarben\u201c, ist sie hoffnungsfroh. \u201eDie waren sogar schon in der Zeitschrift VOGUE zu bestaunen.\u201c<\/p>\n<p>Wenn nur f\u00fcnf Prozent aller Textilfarben aus Pflanzen hergestellt w\u00fcrden, so Eggers weiter, dann w\u00e4re die hiesige Landwirtschaft mit dem Anbau von Waid, Krapp, Resede, aber auch F\u00e4rberkn\u00f6terich im gro\u00dfen Stil besch\u00e4ftigt. Das k\u00e4me sicherlich auch der brandenburgischen Textilkette zu Gute.<\/p>\n<p>Allerdings suchen ihre Akteure neben dem sensiblen, unbest\u00e4ndigen Modebusiness nach Marktsegmenten, die nicht so sehr dem modischen Diktat unterworfen sind. Berufskleidung f\u00fcr Mitarbeiter von Fast-Food-Ketten oder Tankstellen w\u00e4ren Bereiche, wo sich die Promoter f\u00fcr Pflanzengef\u00e4rbtes gute Chancen ausrechnen. Solche Unternehmen k\u00f6nnten mit peppigem, \u201eNatur purem\u201c Look ihr Umwelt-Image kr\u00e4ftig aufpolieren. Und Brandenburgs Felder w\u00fcrden wieder ein St\u00fcck bunter werden.  <\/p>\n<p>(<b>Anm. d. Redaktion:<\/b> Den vollst\u00e4ndigen Artikel zum Thema F\u00e4rberpflanzen \u201eEine ganz nat\u00fcrliche Liaison\u201c von Dierk Jensen findet man im Magazin <a href=\"http:\/\/www.energie-pflanzen.de\/\" >energie pflanzen<\/a> Ausgabe 4\/2002).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf knapp zehn Hektar baut die Agrargenossenschaft D&uuml;rrenhofe die F&auml;rberpflanzen Krapp und F&auml;rber-Resede an. 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