{"id":5531,"date":"2002-08-16T00:00:00","date_gmt":"2002-08-15T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020816-01n"},"modified":"2002-08-16T00:00:00","modified_gmt":"2002-08-15T22:00:00","slug":"biomasse-nutzung-zur-zeit-noch-oekonomisch-schwierig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biomasse-nutzung-zur-zeit-noch-oekonomisch-schwierig\/","title":{"rendered":"Biomasse-Nutzung zur Zeit noch \u00f6konomisch schwierig"},"content":{"rendered":"<p>Die Nutzung von trockener Biomasse steckt derzeit noch in der Ambivalenz der M\u00f6glichkeiten. Kostentr\u00e4chtige Gewinnung, Anlagenbau, Transportwege und mangelnde Information werfen zun\u00e4chst gro\u00dfe wirtschaftliche Probleme auf, wenngleich die M\u00f6glichkeit einer optimalen Verwertung der gesamten anfallenden Reststoffe ein gro\u00dfes Energiepotenzial in sich birgt.<\/p>\n<p>Nach Ansicht von Dr. Joachim Fischer, dem Projektleiter des <a href=\"http:\/\/www.biomasse-info.net\/\" >Biomasse-Infozentrums<\/a> (BIZ) in Stuttgart fehle derzeit noch ein Markt und die n\u00f6tige Infrastruktur, was mit der &#8220;energiepolitischen Weichenstellung&#8221; zusammenh\u00e4ngt, die biogene Brennstoffe erst jetzt langsam in das Bewusstsein br\u00e4chte. Die bislang existierenden Anlagen arbeiten zudem noch mit herk\u00f6mmlicher Verbrennung der Stoffe, was Schadstoffe wie Stickoxide, aromatische Kohlenwasserstoffe und Halogenverbindungen freisetzt. Laut Fischer hat sich bei den in Deutschland betriebene Anlagen aber gezeigt, dass die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte bei weitem unterschritten werden. Der Vorwurf, dass Biomasseheizwerke &#8220;Dreckschleudern&#8221; sind, ist damit nicht haltbar. Trotzdem bleiben Gewinnung und anschlie\u00dfender Transport der Brennstoffe \u00fcber lange Strecken zur Verarbeitung oft ein unwirtschaftliches Unterfangen, da es bisher noch zu wenige Verwertungsbetriebe gibt.<\/p>\n<p>Eine m\u00f6gliche L\u00f6sung des Transportkostenproblems bietet jetzt das Forschungszentrum Karlsruhe an, das ein neues, zweistufiges Verfahren der Umwandlung von Biomasse in Synthesegas entwickelt hat (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forschungszentrum-karlsruhe-nutzung-von-biomasse-koennte-bis-zu-10-prozent-des-primaerenergiebedarfs-decken\/\" >2002-08-12<\/a>). Mittels Pyrolyse wird der Reststoff in eine breiartige Substanz (&#8220;Slurry&#8221;) von zehnfacher Energiedichte umgewandelt und anschlie\u00dfend in Gro\u00dfanlagen zu Synthesegas verarbeitet, einem Ausgangsmaterial f\u00fcr Treibstoff oder andere Anwendungen der chemischen Industrie.<\/p>\n<p>Eine erfolgreiche Nutzung erneuerbarer Energien setzt auch voraus, dass sie sich nach einer gewissen Zeit selbst tragen k\u00f6nnen, ihre Konkurrenzf\u00e4higkeit muss sich erh\u00f6hen &#8211; was zun\u00e4chst Geduld voraus setzt: &#8220;Wer auf Biomasse setzt, hat einen langen Atem n\u00f6tig &#8211; und wir m\u00fcssen ein Bewusstsein schaffen, dass auch ein Biomasseanteil von zehn Prozent sehr gut ist&#8221;, realisiert Fischer, der vor allem den Kosten-Nutzen-Faktor nicht untersch\u00e4tzt. Aber nicht nur an der Verbreitung der alternativen Energiegewinnung fehlt es, auch die Anschaffung ist noch viel zu teuer. Eine realistische Anzahl von Verwertungsanlagen in Deutschland w\u00fcrde Kosten von rund 500 Mio. EUR aufwerfen &#8211; diese Summe zeigt, dass der Wunsch nach einer st\u00e4rkeren F\u00f6rderung solcher Anlagen kaum erf\u00fcllt werden kann, da eine substanzielle F\u00f6rderung durch \u00f6ffentliche Kassen. erhebliche Mittel beanspruchen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>(Vgl. Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biomasse-nutzung-in-nrw\/\" >2002-06-23<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/technische-und-wirtschaftliche-aspekte-von-bioenergievorhaben\/\" >2002-05-21<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nutzung von trockener Biomasse steckt derzeit noch in der Ambivalenz der M&ouml;glichkeiten. 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