{"id":55198,"date":"2018-08-03T07:32:05","date_gmt":"2018-08-03T05:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=55198"},"modified":"2018-07-31T15:07:33","modified_gmt":"2018-07-31T13:07:33","slug":"verpackungsverbrauch-in-deutschland-weiterhin-sehr-hoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/verpackungsverbrauch-in-deutschland-weiterhin-sehr-hoch\/","title":{"rendered":"Verpackungsverbrauch in Deutschland weiterhin sehr hoch"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_55199\" aria-describedby=\"caption-attachment-55199\" style=\"width: 522px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-55199\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Abfall_Gelber_Sack_Zauberhut_Fotolia_896280_Subscription_L.jpg\" alt=\"Abfall_Gelber_Sack_Zauberhut_Fotolia_896280_Subscription_L\" width=\"522\" height=\"261\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/Abfall_Gelber_Sack_Zauberhut_Fotolia_896280_Subscription_L.jpg 800w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/Abfall_Gelber_Sack_Zauberhut_Fotolia_896280_Subscription_L-300x150.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/Abfall_Gelber_Sack_Zauberhut_Fotolia_896280_Subscription_L-600x300.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 522px) 100vw, 522px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55199\" class=\"wp-caption-text\">Gelbe S\u00e4cke mit weggeworfenen Plastikverpackungen Quelle: Zauberhut \/ Fotolia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>In Deutschland fielen 2016 insgesamt 18,16 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an. Das ist ein Anstieg um 0,05 Prozent gegen\u00fcber 2015, so der <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/421\/bilder\/dateien\/verpackungsverbrauch_2000-2016.xlsx\" target=\"_blank\">aktuelle Bericht des Umweltbundesamtes (UBA)<\/a> zu Aufkommen und Verwertung von Verpackungen in Deutschland. Dies entspricht 220,5 kg Verpackungsabfall pro Kopf. Im Vergleich dazu lag der pro-Kopf-Verbrauch in der EU 2015 bei 167,3 kg pro Kopf. 70 Prozent des Verpackungsabfalls wurden dem Recycling zugef\u00fchrt, der Rest wurde gro\u00dfteils energetisch verwertet.<\/strong><\/p>\n<p>Maria Krautzberger, Pr\u00e4sidentin des UBA: \u201eWir produzieren viel zu viel Verpackungsm\u00fcll \u2013 ein trauriger Spitzenplatz in Europa. Das ist schlecht f\u00fcr die Umwelt und f\u00fcr den Rohstoffverbrauch. Zun\u00e4chst m\u00fcssen wir das Recycling und den Rezyklateinsatz weiter st\u00e4rken, um Ressourcen zu schonen. Und vor allem m\u00fcssen wir M\u00fcll vermeiden, auch schon in der Produktionsphase durch den Verzicht auf unn\u00f6tige und unn\u00f6tig materialintensive Verpackungen. Au\u00dferdem sollten Mehrwegsysteme gest\u00e4rkt werden, die klare \u00f6kologische Vorteile gegen\u00fcber Einwegverpackungen haben.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_55200\" aria-describedby=\"caption-attachment-55200\" style=\"width: 528px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-55200\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/verpackung_steigerung_verbrauch_kunststoff.png\" alt=\"verpackung_steigerung_verbrauch_kunststoff\" width=\"528\" height=\"264\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/verpackung_steigerung_verbrauch_kunststoff.png 800w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/verpackung_steigerung_verbrauch_kunststoff-300x150.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/verpackung_steigerung_verbrauch_kunststoff-600x300.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 528px) 100vw, 528px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55200\" class=\"wp-caption-text\">Der Verbrauch von Kunststoffverpackungen ist zwischen 2000 und 2016 um rund 74 Prozent gestiegen. (Quelle: Umweltbundesamt)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Recyclingquote variiert bei den unterschiedlichen Verpackungen. Vergleichsweise hoch ist sie bei Glas (85,5 %), Papier\/Karton (88,7 %), Aluminium (87,9 %) und Stahl (92,1 %). Bei Kunststoffen (49,7 %) und Holz (26 %) gibt es jedoch noch viel Potential. Gerade Kunststoffverpackungen sind aufgrund der Materialvielfalt schwierig zu sortieren und recyceln. 2016 konnten immerhin 0,9 Prozent mehr Kunststoffverpackungen recycelt werden als im Vorjahr; erstmals mehr als der energetischen Verwertung zugef\u00fchrt wurde. Maria Krautzberger: \u201eInsbesondere bei Kunststoffen m\u00fcssen wir das wertvolle Material st\u00e4rker dem Recycling zuf\u00fchren und weiter nutzen.\u201c<\/p>\n<p>Ab 1.1.2019 tritt das neue Verpackungsgesetz in Kraft. Dann muss zumindest das Kunststoffrecycling der Verpackungen weiter gesteigert werden, die im dualen System anfallen. Zun\u00e4chst liegt die Quote bei 58,5 Prozent, ab 2022 bei 63 Prozent. Dies betrifft alle Verpackungen, mit denen sich Hersteller bei dualen Systemen beteiligen m\u00fcssen und die \u00fcber die Wertstoffsammlungen (Glas-, Papiersammlung, Gelber Sack, Gelbe Tonne, Wertstofftonne und Wertstoffh\u00f6fe) entsorgt werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_55201\" aria-describedby=\"caption-attachment-55201\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-55201\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/verpackung_steigerung_verbrauch_ges.png\" alt=\"verpackung_steigerung_verbrauch_ges\" width=\"540\" height=\"270\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/verpackung_steigerung_verbrauch_ges.png 800w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/verpackung_steigerung_verbrauch_ges-300x150.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/verpackung_steigerung_verbrauch_ges-600x300.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55201\" class=\"wp-caption-text\">Der Verpackungsverbrauch hat in Deutschland zwischen 2000 und 2016 um 19 Prozent zugenommen. (Quelle: Umweltbundesamt)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Anteil von privaten Endverbrauchern an der Gesamtmenge betrug 47 Prozent (insgesamt 8,52 Millionen Tonnen). Das sind 103,5 kg pro Kopf. Die Ursachen f\u00fcr den nach wie vor hohen Verpackungsverbrauch sind vielf\u00e4ltig. Ein Beispiel sind zus\u00e4tzliche Funktionen der Verpackungen wie Dosierhilfen oder aufwendige Verschl\u00fcsse. Diese ben\u00f6tigen mehr Material und machen das Recycling schwieriger. Zudem setzt sich der Trend fort hin zu kleineren Portionen anstatt Gro\u00dfverpackungen, zu Versandhandel anstatt Vor-Ort-Kauf und zu Au\u00dfer-Haus-Verzehr.<\/p>\n<p>Immerhin: Der Verbrauch von Kunststoffverpackungen der privaten Endverbraucher nahm minimal ab von 25 kg auf 24,9 kg pro Kopf. Daf\u00fcr wurden mehr Glas- und Aluminiumverpackungen verwendet, was darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass diese Kunststoffverpackungen ersetzen. Glas und Aluminium sind in der Herstellung jedoch sehr energieintensiv. Maria Krautzberger: \u201eKunststoff durch andere Verpackungsmaterialien zu ersetzen ist nicht immer \u00f6kologisch sinnvoll. Besser ist es, weniger Verpackungsmaterial zu nutzen und die Verpackungen weniger aufw\u00e4ndig zu gestalten.\u201c<\/p>\n<p>10,9 Prozent der Verpackungsabf\u00e4lle wurden exportiert; alle zum Recycling. Bei Papier- und Kartonabf\u00e4llen sind Import und Export ausgeglichen, bei den Glasverpackungen wurde mehr importiert als exportiert. 10,6 Prozent der Kunststoffverpackungsabf\u00e4lle wurden exportiert, importiert wurde hingegen nichts.<\/p>\n<p>Der aktuelle Bericht zu Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabf\u00e4llen widmet sich in einem Sonderkapitel dem Anteil von Neodymmagneten, die immer h\u00e4ufiger in kurzlebigen Verpackungen zu finden sind. Die Magnete werden vor allem als Verschluss in Schachteln verwendet und stellen bei der Entsorgung einen St\u00f6rstoff in der Pappe- und Papierfraktion dar. Neodym geh\u00f6rt zu den seltenen Erden und wird als kritische Ressource eingestuft. Im Jahr 2017 sind in Deutschland ca. 4,5 Tonnen neodymhaltige Magnete als Verpackungsabfall angefallen, davon sind rund 1,5 Tonnen reines Neodym. Bisher wird keine R\u00fcckgewinnung von Neodym aus Verpackungen durchgef\u00fchrt \u2013 das seltene Metall endet somit in der Eisenschrott-Fraktion und geht verloren.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Weitere Informationen:<\/h3>\n<p>Folgende Verpackungen werden beim Gesamtverbrauch ber\u00fccksichtigt: Verkaufs-, Um-, Transport-, Mehrwegverpackungen, Verpackungen schadstoffhaltiger F\u00fcllg\u00fcter und Einwegbestandteile der Mehrwegverpackungen. Die angegebenen Recyclingquoten f\u00fcr das Gesamtaufkommen beziehen sich auf alle in Deutschland angefallenen Verpackungsabf\u00e4lle, die innerhalb Deutschlands oder in einem anderen Staat stofflich verwertet wurden. Davon zu unterscheiden sind die im Verpackungsgesetz festgelegten Quoten, welche sich nur auf die bei den dualen Systemen beteiligungspflichtigen Verpackungen beziehen. Das sind diejenigen mit Ware bef\u00fcllten Verkaufs- und Umverpackungen, die nach Gebrauch typischerweise bei privaten Endverbrauchern als Abfall anfallen. Diese Recyclingquoten werden nicht im Verh\u00e4ltnis zum Aufkommen der Verpackungsabf\u00e4lle, sondern im Verh\u00e4ltnis zu den Beteiligungsmengen bestimmt.<\/p>\n<p>Die Recyclingquote (Quote der stofflichen Verwertung) wird mittels der Menge der Abf\u00e4lle, die den Recyclinganlagen zugef\u00fchrt werden, ermittelt. F\u00fcr die meisten Fraktionen entspricht dies den nach Materialarten sortierten Abf\u00e4llen, die aus der Sortieranlage kommen. Allerdings sind vor allem Kunststoffverpackungsabf\u00e4lle h\u00e4ufig verunreinigt, wodurch im Recyclingprozess durch Pr\u00fcf-, Sortier- und sonstige vorgeschaltete Verfahren weitere Abfallfraktionen entstehen und der tats\u00e4chliche Anteil des Recyclings somit sogar geringer ist. Um bessere Daten zu erhalten, erfolgt zuk\u00fcnftig entsprechend der neuesten \u00c4nderungen der EU-Verpackungsrichtlinie die Erhebung der Recyclingquote anhand der Mengen, die dem abschlie\u00dfenden Recycling zugef\u00fchrt werden. Die Verwertungsmenge an dieser Stelle zu bestimmen ist allerdings schwieriger und aufw\u00e4ndiger als bisher.<\/p>\n<figure id=\"attachment_55203\" aria-describedby=\"caption-attachment-55203\" style=\"width: 546px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-55203\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/verpackung_recyclingraten2016.png\" alt=\"verpackung_recyclingraten2016\" width=\"546\" height=\"273\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/verpackung_recyclingraten2016.png 800w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/verpackung_recyclingraten2016-300x150.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/07\/verpackung_recyclingraten2016-600x300.png 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 546px) 100vw, 546px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-55203\" class=\"wp-caption-text\">Recycling-Quoten 2016: Wie viel Verpackungsm\u00fcll wurde 2016 recycelt? (Quelle: Umweltbundesamt)<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland fielen 2016 insgesamt 18,16 Millionen Tonnen Verpackungsabfall an. Das ist ein Anstieg um 0,05 Prozent gegen\u00fcber 2015, so der aktuelle Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) zu Aufkommen und Verwertung von Verpackungen in Deutschland. Dies entspricht 220,5 kg Verpackungsabfall pro Kopf. 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