{"id":55121,"date":"2018-08-08T06:40:06","date_gmt":"2018-08-08T04:40:06","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fbiowissenschaften-chemie%2Fnachhaltige-fischzucht-durch-mikroalgen.html"},"modified":"2018-08-05T17:23:34","modified_gmt":"2018-08-05T15:23:34","slug":"nachhaltige-fischzucht-durch-mikroalgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nachhaltige-fischzucht-durch-mikroalgen\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Fischzucht durch Mikroalgen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine nachhaltige Aquakultur, Abwasserreinigung und dabei die Kosten senken \u2013 mikroskopisch kleine Mikroalgen machen es m\u00f6glich. Prof. Dr. Irmtraud Horst von der Fakult\u00e4t Angewandte Chemie der TH N\u00fcrnberg forscht an den Organismen als Futtermittel f\u00fcr Fische. Die Mikroalgen erh\u00f6hen die mehrfach unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren im Fisch, die f\u00fcr den menschlichen K\u00f6rper essentiell sind. Zudem hat das Forschungsprojekt das Potenzial f\u00fcr eine nachhaltige Aquakultur und Abwasserreinigung und leistet so einen fortschrittlichen Beitrag zur Bio\u00f6konomie. Die Staedtler-Stiftung f\u00f6rdert das Projekt mit 40.000 Euro.<\/strong><\/p>\n<p>Die Bio\u00f6konomie, eine biobasierte und nachhaltige Industrie, nutzt biologische Ressourcen f\u00fcr die Produktion von Chemikalien, Wertstoffen, Energie, Nahrungs- und Futtermitteln. Prof. Dr. Irmtraud Horst von der Fakult\u00e4t Angewandte Chemie der TH N\u00fcrnberg forscht an Mikroalgen mit dem Ziel eines progressiven Beitrags zur Bio\u00f6konomie. Im Forschungsprojekt \u201eMikroalgen f\u00fcr die nachhaltige Aquakultur\u201c analysieren die Wissenschaftlerin und ihr Team den Einsatz der Mikroalgen in der Fischzucht.<\/p>\n<p>Mikroalgen sind mikroskopisch kleine Organismen und \u00fcberall verbreitet. Es existieren mehr als 100.000 Arten, die an die unterschiedlichsten Lebensr\u00e4ume angepasst sind. Sie k\u00f6nnen in Gegenden kultiviert werden, die f\u00fcr Landpflanzen ungeeignet sind, wie beispielsweise auf offenen Meeresfl\u00e4chen, in Brackwasser- und Trockengebieten. \u201eDurch die Mikroalgen sind wir in der Lage, vielf\u00e4ltige Produkte herzustellen, darunter pharmazeutische Wirkstoffe, Kosmetikprodukte, Feinchemikalien, Farbstoffe, Nahrungserg\u00e4nzungsmittel, Massenchemikalien und Bioenergie. Trotzdem nutzt die Industrie momentan nur etwa zwanzig verschiedene Mikroalgenarten wirtschaftlich,\u201c so Prof. Dr. Irmtraud Horst. Ihr Ziel ist es, den Einsatz von Mikroalgen auszubauen.<\/p>\n<p>Algen stellen mehrfach unges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren her. Diese sind f\u00fcr den Menschen essentiell, der menschliche Organismus kann sie allerdings nicht selbst produzieren. Der K\u00f6rper muss sie \u00fcber die Nahrung aufnehmen, beispielsweise die mehrfach unges\u00e4ttigten Omega-3-Fetts\u00e4uren durch den Verzehr von Fisch. Um eine nachhaltige Aquakultur zu erm\u00f6glichen und die mehrfach unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren im Fisch zu erh\u00f6hen, bieten sich die Mikroalgen als Futtermittel an.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Irmtraud Horst: \u201eIn unserem Projekt testen wir verschiedene Mikroalgen zur Produktion von mehrfach unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren. Daf\u00fcr f\u00fchren wir im Labor f\u00fcr Biotechnologie der TH N\u00fcrnberg kontinuierlich (bio-)chemische Analysen durch.\u201c Das Forschungsteam z\u00fcchtet die Mikroalgen in unterschiedlichen Bioreaktoren und vergleicht ihr Wachstum. Durch die \u00c4nderungen physikalischer und chemischer Parameter, wie beispielsweise der Lichtintensit\u00e4t, der pH-Werte oder der Zuckerzugabe, optimieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Entwicklung der Algen und ihren Lipidgehalt.<\/p>\n<p>Da die Betreiberinnen und Betreiber von Aquakulturen die Mikroalgen direkt an die Fische verf\u00fcttern, m\u00fcssen die Algen einige Voraussetzungen erf\u00fcllen: Die Algen d\u00fcrfen eine bestimmte Gr\u00f6\u00dfe nicht \u00fcberschreiten, m\u00fcssen leicht verdaulich sein, ausreichend schnell und dicht wachsen, frei von Toxinen sein und \u00fcber die richtige Zusammensetzung an N\u00e4hrstoffen verf\u00fcgen. Das Forschungsteam der TH N\u00fcrnberg identifiziert in ihrem Projekt die Mikroalgen, die sich als Fischfutter f\u00fcr die Aquakulturen eignen.<\/p>\n<p>Durch diese innovative Forschung gelingt es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nicht nur, wertvolle Produkte zu synthetisieren, sondern gleichzeitig auch Abw\u00e4sser zu reinigen. Derzeit kultiviert die Industrie die Mikroalgen in beleuchteten Bioreaktoren. Diese Methode ist allerdings f\u00fcr die Herstellung von Futtermitteln f\u00fcr die Aquakultur zu kostenintensiv. Das Forschungsteam untersucht die Bildung der Mikroalgen auf Abw\u00e4ssern, um so die Kultivierungskosten zu senken. Die Mikroalgen ben\u00f6tigen f\u00fcr ihr Wachstum unter anderem CO<sub>2<\/sub>, Stickstoff- und Phosphorverbindungen, die sie aus Industrieabw\u00e4ssern beziehen k\u00f6nnen. Das erm\u00f6glicht nicht nur die Kostensenkung, sondern gleichzeitig die Reinigung von Abw\u00e4ssern. Im Fokus stehen dabei Abw\u00e4sser aus der Lebensmittelindustrie und salzreiche nitrathaltige Abw\u00e4sser aus der Wasseraufbereitung. \u201eDamit bringt das Projekt auch viele Vorteile f\u00fcr Kl\u00e4ranlagen, f\u00fcr die Trinkwasseraufbereitung oder die Lebensmittelindustrie. Durch unsere systematische Arbeit mit mehreren Mikroalgen k\u00f6nnen wir zudem weiteren Industrien ma\u00dfgeschneiderte L\u00f6sungen f\u00fcr ihr kl\u00e4rendes Abwasser und f\u00fcr die Produktion von Lipiden anbieten \u2013 mit Hilfe von Mikroalgen,\u201c erkl\u00e4rt Prof. Dr. Irmtraud Horst. Durch das Forschungsprojekt, das die Staedtler-Stiftung mit 40.000 Euro f\u00f6rdert, werden die Kosten f\u00fcr die Mikroalgenkultivierung gesenkt, Abwasser von Stickstoff und Phosphat gereinigt und eine nachhaltige Aquakultur erreicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine nachhaltige Aquakultur, Abwasserreinigung und dabei die Kosten senken \u2013 mikroskopisch kleine Mikroalgen machen es m\u00f6glich. Prof. Dr. Irmtraud Horst von der Fakult\u00e4t Angewandte Chemie der TH N\u00fcrnberg forscht an den Organismen als Futtermittel f\u00fcr Fische. Die Mikroalgen erh\u00f6hen die mehrfach unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren im Fisch, die f\u00fcr den menschlichen K\u00f6rper essentiell sind. Zudem hat das [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[11861,14775,10608,12421],"supplier":[11952],"class_list":["post-55121","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-algen","tag-aquakultur","tag-biooekonomie","tag-mikroalgen","supplier-technische-hochschule-nuernberg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55121"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55121\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55121"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55121"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55121"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=55121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}