{"id":5503,"date":"2002-05-15T00:00:00","date_gmt":"2002-05-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020515-01n"},"modified":"2002-05-15T00:00:00","modified_gmt":"2002-05-14T22:00:00","slug":"biogene-treib-und-schmierstoffe-aus-erfahrung-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biogene-treib-und-schmierstoffe-aus-erfahrung-gut\/","title":{"rendered":"Biogene Treib- und Schmierstoffe \u2013 aus Erfahrung gut"},"content":{"rendered":"<p>Die Umwelt hat keine Wahl: \u00dcberall dort, wo mineral\u00f6lhaltige Schmierstoffe zum Einsatz kommen, drohen Boden, Wasser und Luft besondere Gefahren. Die Wahl haben Maschinen- und Fahrzeugbetreiber aus Land-, Forst-, Bau- und Kommunalwirtschaft, denn sie k\u00f6nnen auf umweltfreundliche Alternativen zur\u00fcckgreifen: Das sind Schmierstoffe und Hydraulik\u00f6le aus nachwachsenden Rohstoffen. Diese Bio\u00f6le sind weitgehend biologisch abbaubar, schonen fossile Ressourcen, lassen sich auf nachhaltige Weise produzieren und haben sich in der Praxis bestens bew\u00e4hrt. Das best\u00e4tigen die Erfahrungsberichte auf den j\u00fcngsten Seminarveranstaltungen rund um das Markteinf\u00fchrungsprogramm &#8220;Biogene Treib- und Schmierstoffe&#8221; (MEP). \u00dcber 470 Interessenten nutzten in Potsdam und in Mainz die Gelegenheit, sich aus erster Hand \u00fcber das zurzeit laufende F\u00f6rderprogramm und die Leistungsf\u00e4higkeit moderner biogener Betriebsstoffe zu informieren und intensiv mit den Referenten zu diskutieren.<\/p>\n<p>Eingeladen hatte dazu erstmals die <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.<\/a> (FNR), die sich gemeinsam mit dem <a href=\"http:\/\/www.verbraucherministerium.de\/\" >Bundesministerium f\u00fcr Verbraucherschutz, Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft<\/a> (BMVEL) f\u00fcr den breiten Einsatz von Bio\u00f6len stark macht. Trotz ihrer unbestrittenen Vorteile f\u00fchren biogene Schmier- und Hydraulik\u00f6le auf dem Markt eher ein Nischendasein. Dr. Gabriele Peterek und Wenke Stelter, FNR, stellten f\u00fcr die Teilnehmer die Kernpunkte des Markteinf\u00fchrungsprogramms ausf\u00fchrlich vor. Aus dem Topf des Programms werden beispielsweise Mehrkosten gedeckt, die bei der Erst- bzw. Umr\u00fcstung auf umweltvertr\u00e4gliche Treib- und Schmierstoffe entstehen. Aber auch unabh\u00e4ngig von dieser finanziellen Unterst\u00fctzung oder nach Auslaufen der F\u00f6rderung rechnet sich die Umstellung auf biogene Schmierstoffe. Zu diesem Ergebnis kommt die Kasseler Verkehrsgemeinschaft, die mit wissenschaftlicher Begleitung der RWTH Aachen eine Optimierung der station\u00e4ren Schienenschmierung umsetzen konnte. <\/p>\n<p>Inzwischen liegen der FNR bereits \u00fcber 900 Antr\u00e4ge auf F\u00f6rderung vor, insbesondere aus umweltsensiblen Bereichen. Ein Beispiel lieferte Dr. Guido Mausbach von den K\u00f6ster Hartsteinwerken aus Warstein. Deren Abgrabungsgebiet liegt mitten in einem Wasserschutzgebiet,  unmittelbar in der N\u00e4he der Wasserentnahmestellen einer bekannten Brauerei. Am Fu\u00dfe der hunderte Meter hohen Bruchwand sind Hydraulikbagger, Radlader und Schwerlastkraftwagen tagt\u00e4glich im Einsatz. Vor gut einem Jahr wurde der 100 Tonnen schwere Hydraulikbagger auf biologisch abbaubares \u00d6l umger\u00fcstet \u2013 mit durchweg positiven Erfahrungen. In \u00fcber 2.000 Betriebsstunden hat es keine au\u00dferplanm\u00e4\u00dfigen Standzeiten in Folge der Um\u00f6lung gegeben. <\/p>\n<p>Bio\u00f6le sind als Schmier- und Druckfl\u00fcssigkeiten inzwischen den Mineral\u00f6len technisch ebenb\u00fcrtig, wenn nicht sogar in bestimmten Bereichen \u00fcberlegen. Bereits vor \u00fcber zehn Jahren hat die Feldhaus-Gruppe aus dem sauerl\u00e4ndischen Schmallenberg Baumaschinen mit Bio\u00f6l ausger\u00fcstet, ohne dass je Probleme beim Einsatz, der Funktionalit\u00e4t oder Lebensdauer auftraten. Auch den extrem starken Belastungen und rauhen Einsatzbedingung im Forst sind Bio\u00f6le gewachsen, wie unter anderem Feldversuche der Carl Bechem GmbH, Hagen, zeigten. Bei allen drei Test-Maschinen erwies sich die eingesetzte Fl\u00fcssigkeit als so gut, dass nach Aussage der Verantwortlichen in absehbarer Zeit kein \u00d6lwechsel erforderlich sei. <\/p>\n<p>Laut Oskar Burkert  von der ARAL Mineral\u00f6lvertrieb GmbH gibt es grunds\u00e4tzlich f\u00fcr jede Anforderung das spezifische Bio\u00f6l \u2013 das k\u00f6nnen Raps\u00f6l und andere native \u00d6le mit geeigneten Additiven (HETG) sein oder synthetische Ester (HEES) aus Pflanzen\u00f6l. In der so genannten Positivliste, in der alle f\u00f6rderf\u00e4higen Schmierstoffe und Hydraulikfl\u00fcssigkeiten aufgelistet sind, befinden sich bereits rund 220 Produkte verschiedener Hersteller. Einen Einblick in diese breite Palette der ma\u00dfgeschneiderten Bio-Produkte gew\u00e4hrte in Potsdam und Mainz eine begleitende Ausstellung.<\/p>\n<p>Das Umstellen auf die biologisch abbaubaren und ungiftigen Druckmedien mache nach Aussage des f\u00fcr die wissenschaftliche Begleitforschung verantwortlichen Dr. Heinrich Theissen vom Institut f\u00fcr fluidtechnische Antriebe und Steuerungen (IFAS) der RWTH Aachen in der Regel keine Probleme. Welche Aspekte dabei zu beachten sind, legte er dar. Bei der Auswahl der richtigen Hydraulikfl\u00fcssigkeit m\u00fcsse das Hauptaugenmerk auf die Temperaturbest\u00e4ndigkeit und vor allem auf die Viskosit\u00e4t gelegt werden. Generell sei bei der Umstellung auf Bio\u00f6l eine niedrigere Viskosit\u00e4tsgruppe zu w\u00e4hlen, um damit die Betriebstemperaturen zu senken und Energie einzusparen. Die oft bef\u00fcrchteten Unvertr\u00e4glichkeiten  des Bio\u00f6ls mit vorhandenen Komponenten wie Dichtungen, Schl\u00e4uche und Filter seien bisher nur vereinzelt registriert worden, so das Ergebnis der wissenschaftlichen Begleitforschung. F\u00fcr alle Umsteiger wichtig: Bei der Um\u00f6lung m\u00fcssen die nach dem Entleeren verbliebenen Mineral\u00f6lreste gr\u00fcndlich mit Bio\u00f6l herausgesp\u00fclt werden. Dabei muss sichergestellt sein, das nicht mehr als 2 Prozent Mineral\u00f6l in der Hydraulikanlage zur\u00fcckbleiben. Andernfalls kann es zu starker Schaumbildung, Trockenlauf und Anlagensch\u00e4den kommen. <\/p>\n<p>Einen besonderen Komplettservice stellte die Firma Jakob Fluid Technologie AG vor. Die Freiburger haben sich auf die Betreuung rund um die Um\u00f6lung von mobilhydraulischen Anlagen spezialisiert. Die Kunden sind nach Aussage der Inhaber in hohem Ma\u00dfe zufrieden. Schlie\u00dflich habe die Umstellung auf Bio\u00f6l  auch erfreuliche Nebenwirkungen: Die Maschinen werden wieder leistungsf\u00e4higer. Durch die gr\u00fcndliche Sp\u00fclung und die l\u00f6senden Eigenschaften des Bio\u00f6ls wird auch abgelagerter Schmutz aus den Systemen geschwemmt und h\u00e4ufig fallen bei der Um\u00f6lung bislang unentdeckte Altsch\u00e4den auf.<\/p>\n<p>Zunehmende Bedeutung gewinnen auch Treibstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen \u2013 ob Biodiesel oder reines Pflanzen\u00f6l. Mittlerweile kann an \u00fcber 1.500 Tankstellen in Deutschland Biodiesel getankt werden. Dr. Ulrike Sch\u00fcmann, Institut f\u00fcr Energie- und Umwelttechnik (IEUT) der Universit\u00e4t Rostock, erl\u00e4uterte die umfangreichen und regional sehr unterschiedlichen  bau-, wasser-, gewerbe- und umweltrechtlichen Grundlagen f\u00fcr Eigenverbrauchstankstellen f\u00fcr Pflanzentreibstoffe. <\/p>\n<p>Der Begriff des nachhaltigen Wirtschaftens r\u00fcckt mehr und mehr in unser Bewusstsein. Sowohl unsere Umwelt als auch unsere Gesundheit wird durch viele Faktoren zu oft negativ beeinflusst. Wie auch biogene Schmierstoffe helfen die pflanzlichen Treibstoffe der Umwelt und sind ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Denn im Gegensatz zu den endlichen fossilen Ressourcen w\u00e4chst der Rohstoff &#8220;Pflanze&#8221; immer wieder nach, der CO2-Kreislauf bleibt geschlossen und Emissionen werden gemindert. Grund genug f\u00fcr das Landwirtschaftsministerium die Werbetrommel f\u00fcr biogene Treib- und Schmierstoffe zu r\u00fchren und ihren Einsatz \u00fcber das Markteinf\u00fchrungsprogramm finanziell zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die Tagungsunterlagen mit den ausf\u00fchrlichen Referententexten finden Sie auch im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.pflanzenoel-initiative.de\/\" >www.pflanzenoel-initiative.de<\/a>  (Downloadbereich) oder Sie wenden sich direkt ans Infob\u00fcro der Pflanzen\u00f6l-Initiative, Telefon 02 28\/9 85 79 99<\/p>\n<p>Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)<br \/>V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Sch\u00fctte<br \/>Hofplatz 1<br \/>18276 G\u00fclzow<br \/>Tel.: 03843\/69 30-0  <br \/>Telefax: 03843\/69 30-102<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@fnr.de\">info@fnr.de<\/a><br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >http:\/\/www.fnr.de<\/a><\/p>\n<p>(Vgl. auch Meldungen vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biooele-praxisreif\/\" >2002-05-06<\/a> und <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/foerderprogramm-fuer-biogene-treib-und-schmierstoffe-laeuft-wie-geschmiert\/\" >2002-01-17<\/a>.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Umwelt hat keine Wahl: &Uuml;berall dort, wo mineral&ouml;lhaltige Schmierstoffe zum Einsatz kommen, drohen Boden, Wasser und Luft besondere Gefahren. 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