{"id":55023,"date":"2018-07-30T07:29:30","date_gmt":"2018-07-30T05:29:30","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=55023"},"modified":"2021-09-09T21:33:56","modified_gmt":"2021-09-09T19:33:56","slug":"power-to-x-im-kompaktformat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/power-to-x-im-kompaktformat\/","title":{"rendered":"Power-to-X im Kompaktformat"},"content":{"rendered":"<p>Wirtschaftlich \u2013 das ist einer der Begriffe, die aus den j\u00fcngsten Mitteilungen von Ineratec besonders herausstechen. Im Zusammenhang mit Power-to-Gas l\u00e4sst er allemal aufhorchen. Denn die Einspeisung von synthetisch hergestelltem Gas in die vorhandene Leitungsinfrastruktur wird bisher zwar immer als Option mit riesigem Mengenpotenzial gesehen, aber von vielen Ingenieuren auch als ineffiziente Alternative wieder verworfen.<\/p>\n<p>Doch das, was den Gr\u00fcndern von Ineratec gelungen ist, ist laut Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie (KIT) der \u201eDurchbruch\u201c im Hinblick auf die Sektorenkopplung. Power-to-Gas ist nicht mehr auf teure gro\u00dftechnische Anlagen angewiesen. Die vom KIT-Spin-off entwickelte Reaktortechnologie passt in einen Schiffscontainer und l\u00e4sst sich in ihrer modularen Konzeption entsprechend skalieren. Eine Pilotanlage wurde k\u00fcrzlich in einer Kl\u00e4ranlage in der N\u00e4he von Barcelona in Betrieb genommen und liefert nun rund 100 Kubikmeter Gas pro Tag, die ins Netz eingespeist werden k\u00f6nnen. Dies entspricht einer Energiemenge von knapp 900 kWh. Ausdr\u00fccklich weist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Tim B\u00f6ltken darauf hin, dass dort auch die von den Beh\u00f6rden geforderte Gasqualit\u00e4t f\u00fcr das spanische Netz erreicht wird.<\/p>\n<p>Im Jahr 2016 gr\u00fcndete B\u00f6ltken gemeinsam mit Philipp Engelkamp und Paolo Piermartini das Unternehmen. \u201eDas Kernteam ist allerdings schon seit 2014 zusammen\u201c, berichtet der promovierte Ingenieur. Die Anf\u00e4nge der gemeinsamen Forschungsarbeit am KIT datiert er sogar noch weiter zur\u00fcck \u2013 in das Jahr 2004.<\/p>\n<p>Bei Ineratec geht es aber nicht nur um Power-to-Gas, sondern auch um Power-to-Liquids. Die erste Pilotanlage daf\u00fcr wurde bereits 2016 in Finnland errichtet \u2013 \u201edie weltweit erste ihrer Art\u201c, wie B\u00f6ltken betont. Dort wird seither mit Hilfe von regenerativ erzeugtem Strom Wasserstoff gewonnen, der in einem chemischen Reaktor zusammen mit Kohlendioxid in fl\u00fcssige Treibstoffe umgewandelt wird. Das Besondere dabei: Das CO2 wird aus der Umgebungsluft entnommen.<\/p>\n<p>\u201eDie Anlage ist au\u00dferordentlich lastflexibel\u201c, erkl\u00e4rt der Ineratec-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Ein schnelles An- und Abfahren der Anlage erm\u00f6gliche es, Flexibilit\u00e4ten f\u00fcr das Stromnetz bereitzustellen. Die kompakte Bauweise bringe hier entscheidende Vorteile gegen\u00fcber den herk\u00f6mmlichen Power-to-X-Anlagen.<\/p>\n<p>Eine weitere Anlage zur Produktion von regenerativem Treibstoff d\u00fcrfte demn\u00e4chst in Bau gehen. Sie soll in Laufenburg im Schweizer Kanton Aargau entstehen und mit einer Elektrolyseleistung von 1 MW rund 400 000 Liter pro Jahr liefern. Projektpartner sind die Audi AG und die Energiedienst Holding AG, eine Tochtergesellschaft von EnBW. Laut Boeltken sind alle Antragsunterlagen eingereicht. Die Beteiligten warten jetzt nur noch auf das &#8220;Go&#8221; der Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Auch wenn das Interesse der etablierten Energieversorger an der Technologie des Start-ups gro\u00df sei, wollen die drei Gr\u00fcnder keinen von ihnen als Anteilseigner an Bord holen. \u201eEine Zusammenarbeit mit der Energiewirtschaft gibt es und soll es auch weiter geben. B\u00f6ltken spricht von \u201ePartnerschaften auf Augenh\u00f6he\u201c. Das eigene Unternehmen, das unter den drei Finalisten des diesj\u00e4hrigen Deutschen Gr\u00fcnderpreises ist, werde aber weiter vollst\u00e4ndig in Gr\u00fcnderhand bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaftlich \u2013 das ist einer der Begriffe, die aus den j\u00fcngsten Mitteilungen von Ineratec besonders herausstechen. Im Zusammenhang mit Power-to-Gas l\u00e4sst er allemal aufhorchen. 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