{"id":5488,"date":"2002-05-24T00:00:00","date_gmt":"2002-05-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020523-01n"},"modified":"2002-05-24T00:00:00","modified_gmt":"2002-05-23T22:00:00","slug":"oesterreich-kaempft-um-status-als-gentechnik-freie-zone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/oesterreich-kaempft-um-status-als-gentechnik-freie-zone\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich k\u00e4mpft um Status als Gentechnik-freie Zone"},"content":{"rendered":"<p>Nach Aussagen von Gentechnik-Experte Thomas Fertl der <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.at\/\" >Greenpeace \u00d6sterreich<\/a> w\u00fcrden Biobauern und konventionell gentechnikfrei wirtschaftenden Landwirten zus\u00e4tzliche Kosten f\u00fcr Mais- und Rapsanbau von bis zu 40 Prozent entstehen, wenn Gentech-Pflanzen in der EU gro\u00dffl\u00e4chig angebaut werden. Einer bisher geheim gehaltenen Studie f\u00fcr EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler zufolge sei in Europa ein Nebeneinander von Bio- oder herk\u00f6mmlicher Landwirtschaft mit Gentechnik praktisch unm\u00f6glich, denn w\u00fcrden Gentech-Pflanzen in \u00d6sterreich gro\u00dffl\u00e4chig angebaut werden, so w\u00e4re das der finanzielle Ruin f\u00fcr viele Bauern. So komme die Studie zu dem Ergebnis, dass kleine Betriebe und Biobauern am schlimmsten betroffen w\u00e4ren.  &#8220;Unser Land ist derzeit noch Gentechnik-freie Zone. Wir m\u00fcssen diesen Status im Interesse der Bauern und Konsumenten aber langfristig absichern&#8221;, erkl\u00e4rte Fertl hierzu. <\/p>\n<p>Besagte Studie des <a href=\"http:\/\/www.jrc.es\/welcome.html\" >Institute for Prospective Technological Studies<\/a> des <a href=\"http:\/\/www.jrc.org\/default.asp\" >EU Joint Research Centre<\/a> wurde laut Greenpeace im Januar abgeschlossen und \u00fcberpr\u00fcfte die normale Produktion parallel zum Anbau von Gentech-Saatgut mit dem Ergebnis, dass wenn Gentech-Pflanzen etwa zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fl\u00e4che in Europa bedeckten und sich von dort ausbreiteten,  sich Saatgut und Ernte nicht mehr sauber trennen lie\u00dfen und die Landwirte in der Folge aufw\u00e4ndige Schutzma\u00dfnahmen treffen m\u00fcssten, um die Verunreinigungen zu verhindern. Der Direktor des Joint Research Centres, Barry Mc Sweeney, soll laut Greenpeace der Europ\u00e4ischen Kommission in einem Brief nahe gelegt haben, den Bericht auf Grund der Sensibilit\u00e4t des Themas nur innerhalb der EU-Kommission zu verwenden, d. h., nicht zu ver\u00f6ffentlichen. Kommissar Fischler sei dieser Empfehlung bislang nachgekommen, wird kritisiert, aber &#8220;Fischler und Landwirtschaftsminister Molterer m\u00fcssen sich endlich zur Gentechnik-freien Landwirtschaft bekennen und der Gentechnik eine klare Absage erteilen&#8221; forderte Fertl zu Gunsten der Zukunft \u00f6kologisch sensibler Regionen sowie der wirtschaftlichen Existenzsicherung vor allem der Biobauern.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.lebensministerium.at\/\" >Agrar- und Umweltminister<\/a> Wilhelm Molterer (\u00d6VP) soll sich hingegen nicht &#8220;von vornherein&#8221; generell gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft, z.B. in der industriellen Produktion von St\u00e4rke, ge\u00e4u\u00dfert haben. &#8220;Ich bin f\u00fcr die exakte Vorbereitung von Entscheidungen und m\u00f6chte z.B. wissen, was  mit gentechnikfreien Zonen eigentlich gemeint ist&#8221;, erkl\u00e4rte Molterer, der immerhin einr\u00e4umt, dass f\u00fcr den Biolandbau die gentechnikfreie Produktion sicher zu stellen sei. Allerdings w\u00fcrden die ver\u00f6ffentlichten Zitate nicht ganz den Tatsachen entsprechen und so stehe in der &#8211; seit heute auch im Internet (PDF-Download der von Greenpeace ver\u00f6ffentlichten Studienergebnisse <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20020523-01\/eu_ge_coexist.pdf\" >hier<\/a>) zug\u00e4nglichen &#8211; Studie auch, dass die Kostensteigerungen bei Mais oder Erd\u00e4pfeln lediglich zwischen einem und neun Prozent l\u00e4gen. Und es sei ein Unterschied, ob man \u00fcber die Saatgut-Produktion diskutiere oder den Gentechnik-Einsatz generell. Immerhin sollten nun eilig umfassende Studien auch zur Kl\u00e4rung von Haftungsfragen erstellt werden.<\/p>\n<p>Inzwischen ger\u00e4t das <a href=\"http:\/\/www.parlament.gv.at\/\" >Parlament<\/a>  ins Kreuzfeuer der Umweltsch\u00fctzer: auch die Organisation <a href=\"http:\/\/www.global2000.at\/\" >GLOBAL 2000<\/a> forderte Molterer auf, seine &#8220;fahrl\u00e4ssige Blockadehaltung&#8221; aufzugeben. Molterer agiere mittlerweile als letzter Anwalt der Gentechnikkonzerne. Denn alle anderen Parteien tr\u00e4ten bereits f\u00fcr eine gentechnikfreie Landwirtschaft in \u00d6sterreich ein, wurde von  GLOBAL 2000-Gentechnikexperte Daniel Hausknost kritisiert. Die Regierungspartei FP\u00d6 habe sich in den vergangenen Tagen eindeutig f\u00fcr die Gentechnikfreiheit der \u00f6sterreichischen Landwirtschaft ausgesprochen. Jetzt h\u00e4tte sie die Gelegenheit, diese Haltung mit einer Riesenmehrheit im Parlament durchzusetzen und endlich gesetzlich zu verankern, hie\u00df es dazu. Kommende Woche soll das Thema im Parlament verhandelt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Aussagen von Gentechnik-Experte Thomas Fertl der Greenpeace &Ouml;sterreich w&uuml;rden Biobauern und konventionell gentechnikfrei wirtschaftenden Landwirten zus&auml;tzliche Kosten f&uuml;r Mais- und Rapsanbau von bis zu<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-5488","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5488","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5488"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5488\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5488"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5488"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5488"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=5488"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}