{"id":54761,"date":"2018-07-19T07:32:01","date_gmt":"2018-07-19T05:32:01","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=54761"},"modified":"2018-07-18T07:15:45","modified_gmt":"2018-07-18T05:15:45","slug":"plastikfreie-einwegteller-im-test","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/plastikfreie-einwegteller-im-test\/","title":{"rendered":"Plastikfreie Einwegteller im Test"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Gartenparty greifen manche Konsumenten bereits zu Einweggeschirr aus Biokunststoff. Doch wie gut sind die Produkte aus Laub, Palmbl\u00e4ttern, Zuckerrohr und Kleie, die als \u201eumweltfreundlich\u201c vermarktet werden? Das deutsche Magazin \u201e\u00d6kotest\u201c <a href=\"https:\/\/www.oekotest.de\/bauen-wohnen\/20-Einweggeschirr-aus-nachwachsenden-Rohstoffen-im-Test_111087_1.html\" target=\"_blank\">hat 20 Teller und Becher aus nachwachsenden Rohstoffen getestet<\/a>. Das Ergebnis war nicht immer zufriedenstellend.<\/p>\n<p>\u201eHelp\u201c, das \u00d61-Konsumentenmagazin, jeden Samstag um 11.40 Uhr in Radio \u00d61.<br \/>\nVon au\u00dfen ist dem Einweggeschirr meist nicht anzusehen, ob es aus Plastik oder aus einem nachwachsenden Rohstoff gefertigt ist. Viele Produkte aus Biokunststoffen sehen jenen aus Plastik t\u00e4uschend \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Gute Noten f\u00fcr zw\u00f6lf Produkte<\/p>\n<p>Vor allem Tellern und Becher aus Polylactid (PLA) sind auf den ersten Blick kaum von Plastikgeschirr zu unterscheiden, obwohl Mais oder R\u00fcben das Ausgangsmaterial waren. Ein anderes gerne gew\u00e4hltes Material aus nachwachsenden Rohstoffen ist die Bagasse, die Fasern des Zuckerrohrs. Bekannter sind Schalen und Teller aus Palmbl\u00e4ttern. Im Handel findet sich Einweggeschirr aus Laub und aus Weizenkleie.<\/p>\n<p>Nicht jedes Bioplastikgeschirr ist auch als solches zu erkennen<\/p>\n<p>20 solcher Einwegteller, -becher und -schalen nahm \u00d6kotest unter die Lupe. Im Labor wurden die Produkte auf Schadstoffe und M\u00e4ngel \u00fcberpr\u00fcft und einem Praxistest unterzogen. \u201eInsgesamt haben die Produkte eigentlich ganz gut abgeschnitten. Von den 20 Produkten sind immerhin zw\u00f6lf gut, ein Sehr gut war nicht dabei\u201c, so Frank Schuster, Redakteur bei \u201e\u00d6kotest\u201c. Die \u00fcbrigen waren mittelm\u00e4\u00dfig bis mangelhaft. Vier Produkte fielen durch einen strengen Geruch auf.<\/p>\n<p>Laubgeschirr mit DDT und Schimmel belastet<\/p>\n<p>Gut schnitten das Einweggeschirr aus Weizenkleie sowie einige Becher und Teller aus PLA, aus Palmbl\u00e4ttern, aus Bagasse und aus Pappe ab. Durchgefallen sind im Test die Teller aus dem Laub einer indischen Schlingpflanze, weil sie stark mit Schimmelpilzen befallen waren. \u201e\u00dcberraschenderweise fanden wir hier auch Spuren des Spritzmittels DDT, dessen Verwendung in den meisten westlichen Industriel\u00e4ndern seit den Siebzigerjahren verboten ist\u201c, so Schuster. Ausgerechnet dieses Einweggeschirr aus Laub war mit 7,33 Euro f\u00fcr zehn St\u00fcck das teuerste im Test.<\/p>\n<p>Die Teller aus Laub fielen im Test durch<\/p>\n<p>Bioplastikteller sind generell teurer als Plastikgeschirr, so die Erhebung von \u201e\u00d6kotest\u201c. Noch relativ g\u00fcnstig sind Produkte aus Polylactid, kurz PLA, Palmblattteller kosten bereits mehr. Zehn Palmblattteller kosten zwischen 2,70 Euro und 6,70 Euro. \u201e6,70 Euro f\u00fcr zehn Teller &#8211; das ist schon relativ teuer daf\u00fcr, dass man sie danach auf den M\u00fcll wirft\u201c, so Schuster. Genau hier setzt auch die Kritik von \u201e\u00d6kotest\u201c an.<\/p>\n<p>Probleme in Kompostieranlagen<\/p>\n<p>Auch das Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen wird nur einmal verwendet und dann weggeworfen. Dadurch k\u00f6nnte sich das M\u00fcllproblem sogar noch versch\u00e4rfen, weil Konsumenten eine umweltschonende Herstellung und Entsorgung suggeriert werde. Genau das Gegenteil sei jedoch der Fall. Einwegbecher aus PLA w\u00fcrden die Umwelt genauso belasten wie Einweggeschirr aus PET-Kunststoffen, da bei der Herstellung oft Chlorbleiche verwendet wird. Auch die Kompostierung ist laut \u201e\u00d6kotest\u201c l\u00e4ngst nicht so unproblematisch.<\/p>\n<p>\u201eGerade Produkte aus PLA brauchen sehr lange, um zu verrotten. Dabei entsteht auch kein n\u00e4hrstoffreicher Humus\u201c, so Schuster. Weiters l\u00e4sst sich auf den ersten Blick gar nicht mehr unterscheiden, ob ein Teller aus Plastik oder aus Biokunststoff besteht. Bei vielen Kompostieranlagen w\u00fcrden sie deshalb aus dem Biom\u00fcll aussortiert.<\/p>\n<p>Mehrweg besser als Einweg<\/p>\n<p>Die meisten Rohstoffe f\u00fcr Bioplastikgeschirr stammen nicht aus Europa, sondern aus Schwellenl\u00e4ndern. Es sei sehr fraglich, ob die Arbeiter in China, Indien oder Thailand tats\u00e4chlich angemessen bezahlt w\u00fcrden, gibt der \u201e&#8221;\u00d6kotest\u201c-Redakteur zu bedenken. In den aktuellen Test sind Kriterien wie faire L\u00f6hne und Arbeitsbedingungen nicht eingeflossen.<\/p>\n<p>Auch Einwegteller aus nachwachsenden Rohstoffen vergr\u00f6\u00dfern den M\u00fcllberg<br \/>\nF\u00fcr \u201e\u00d6kotest\u201c geht Mehrweg immer vor Einweg, das gelte auch f\u00fcr Einwegteller und -becher aus Biokunststoffen. \u201eDa muss sich jeder selbst fragen, wie sinnvoll es ist, dass in Indien Palmbl\u00e4tter geerntet werden, damit jemand in Wien seine Gartenparty geben kann, um dort danach die Teller wegzuwerfen\u201c, so Schuster. Untersuchungen h\u00e4tten gezeigt, dass die Umweltbelastung dann am geringsten ist, wenn normales Geschirr verwendet wird. Wem das Geschirrabwaschen nach einer Gartenparty zu m\u00fchsam ist und wer die Kosten nicht scheut, kann sich die Teller und Gl\u00e4ser auch bei einem Mietservice ausborgen. Diese Firmen nehmen das schmutzige Geschirr am Ende wieder mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Gartenparty greifen manche Konsumenten bereits zu Einweggeschirr aus Biokunststoff. Doch wie gut sind die Produkte aus Laub, Palmbl\u00e4ttern, Zuckerrohr und Kleie, die als \u201eumweltfreundlich\u201c vermarktet werden? Das deutsche Magazin \u201e\u00d6kotest\u201c hat 20 Teller und Becher aus nachwachsenden Rohstoffen getestet. 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