{"id":5436,"date":"2002-06-15T00:00:00","date_gmt":"2002-06-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020615-02n"},"modified":"2002-06-15T00:00:00","modified_gmt":"2002-06-14T22:00:00","slug":"modellregion-pflanzenoel-in-der-rhoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/modellregion-pflanzenoel-in-der-rhoen\/","title":{"rendered":"Modellregion Pflanzen\u00f6l in der Rh\u00f6n"},"content":{"rendered":"<p>In der Gegend um die kleine Ortschaft Eiterfeld im Landkreis Fulda spielt Raps und insbesondere das daraus gewonnene \u00d6l seit einiger Zeit eine wichtige Rolle. Auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Pflanzen\u00f6l, die 1998 gegr\u00fcndet wurde, soll hier eine &#8220;Modellregion Pflanzen\u00f6l&#8221; entstehen. <\/p>\n<p>J\u00fcrgen Klose, Sprecher der &#8220;Arge Pflanzen\u00f6l&#8221; und Diplom-Forstingenieur, lie\u00df bereits vor vier Jahren seinen privaten Pkw auf den Betrieb mit Pflanzen\u00f6l umr\u00fcsten. Als er sich mit seiner Idee einer Modellregion an die Verwaltungsstelle des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n (BRR) wandte, stie\u00df er dort auf reges Interesse. Denn die Rh\u00f6n ist eines von derzeit 14 deutschlandweit anerkannten Biosph\u00e4renreservaten, in denen die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger, umweltvertr\u00e4glicher Nutzungsweisen aufgezeigt werden sollen. Die regionale Erzeugung und Nutzung von Raps\u00f6l passt genau in dieses Konzept. Gemeinsam mit dem BRR wurden diverse Vortrags- und Informationsveranstaltungen durchgef\u00fchrt, um die Bev\u00f6lkerung \u00fcber die Vorz\u00fcge von Raps\u00f6l als Kraftstoff und die Umr\u00fcstung von Fahrzeugen auf den Betrieb mit dem &#8220;Diesel vom Acker&#8221; aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Um f\u00fcr die potenziellen Abnehmer eine Versorgungssicherheit zu gew\u00e4hrleisten, gr\u00fcndete Klose gemeinsam mit Michael Peter und Gerald Stumpf eine eigene Gesellschaft zwecks Errichtung und Betrieb einer \u00d6lm\u00fchle. <\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20020615-02\/reinarz.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"reinarz\"\/><br style=\"clear:left;\"\/><br \/>Seit Ende 2000 wird in der \u00d6lm\u00fchle Gro\u00dfentaft Raps\u00f6l aus der Region f\u00fcr die Region produziert. Das Herzst\u00fcck der M\u00fchle, die Presse von der Firma Reinartz aus Neuss, verarbeitet in der Stunde 200 kg Rapssaat zu rund 80 Litern Rein\u00f6l. Die Rapssaat, die in der \u00d6lm\u00fchle Gro\u00dfentaft verarbeitet wird, stammt von Landwirten aus der Region. Gewisse Voraussetzungen muss jede Lieferung erf\u00fcllen. Jede einzelne Charge Rein\u00f6l wird daher auf Wasser- und Phosphorgehalt, auf Verunreinigungen etc. untersucht. <\/p>\n<p><b>So schlie\u00dft sich der Kreis<\/b><br \/>Die \u00d6lm\u00fchle hat eine Jahreskapazit\u00e4t von 550.000 Litern Raps\u00f6l und 1.000 Tonnen Presskuchen. Die Errichtung der \u00d6lm\u00fchle war zwar ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Modellregion, forderte aber von den Betreibern auch einen gewissen Mut zum Risiko. Gerald Stumpf, Mitgesellschafter und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der \u00d6lm\u00fchle ist Haupterwerbslandwirt und baut rund 20 Hektar Raps an. Die Ernte liefert er zu 100 Prozent an die \u00d6lm\u00fchle; gleichzeitig nimmt er Raps\u00f6l als Kraftstoff f\u00fcr den Traktor und die Pkw sowie Presskuchen als Futterzusatz f\u00fcr seine Mastschweine ab.  <\/p>\n<p>Erntereste und das Rapsstroh verbleiben als organischer D\u00fcnger auf dem Acker. Das vom Raps\u00f6l-betriebenen Traktor ausgesto\u00dfene CO<sub>2<\/sub> entspricht der Menge, die von der Rapspflanze beim Wachstum aufgenommen wurde. <\/p>\n<p>Fr\u00fcher war der Einsatz von Rapspresskuchen in der Tierf\u00fctterung wegen geschmacklicher Nachteile umstritten. Ursache daf\u00fcr waren die Glucosinolate und deren Abbauprodukte (u.a. Senf\u00f6le), die die Futteraufnahme und die Bek\u00f6mmlichkeit beeintr\u00e4chtigten. Heute werden \u00fcberwiegend glucosinolatarme Sorten (00-Sorten) angebaut. Dennoch muss bei den Landwirten durch Information und Aufkl\u00e4rung erst einmal eine Akzeptanz gegen\u00fcber Rapspresskuchen als Viehfutter erreicht werden.<\/p>\n<p>Dr. Friedrich Sch\u00f6ne von der Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft wies w\u00e4hrend eines Themenabends in der \u00d6lm\u00fchle darauf hin, dass bei Soja- und auch bei Rapsextraktionsschrot aufgrund des hohen Rohfaser- und Ligningehaltes ein Ausgleich mit Fettzus\u00e4tzen notwendig ist. Beim Einsatz eines fettreichen Rapspresskuchen hingegen ist eine Fettzugabe nicht erforderlich, weil das Futtermittel aufgrund des h\u00f6heren Rest\u00f6lgehaltes das Fett in Form des wertvollen Raps\u00f6ls bereits enth\u00e4lt.  <\/p>\n<p>Mit der Errichtung der \u00d6lm\u00fchle in Gro\u00dfentaft hat das Pflanzen\u00f6lprojekt in der Rh\u00f6n eine neue Dimension erreicht. Die Landwirte haben nicht nur einen weiteren Abnehmer f\u00fcr Raps, sondern auch eine neue Bezugsquelle f\u00fcr ein hochwertiges Eiwei\u00dffutter. F\u00fcr alle Pflanzen\u00f6l-Abnehmer in der Region bietet die \u00d6lm\u00fchle Versorgungssicherheit. Und nicht zuletzt wird auch durch die ortsnahe Erzeugung von Raps\u00f6l eine bessere Identifizierung mit diesem Produkt erreicht.<\/p>\n<p><img SRC=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/news-images\/20020615-02\/oelpresse.jpg\" align=\"left\" style=\"margin-right:10px;\" BORDER=\"0\" ALT=\"oelpresse\"\/>Insgesamt haben J\u00fcrgen Klose, Gerald Stumpf und Michael Peter rund 250.000 Euro und viel Eigenleistung in die \u00d6lm\u00fchle investiert und in hoffnungsvoller Voraussicht hat man die Kapazit\u00e4t der Filteranlage in der \u00d6lm\u00fchle so ausgelegt, dass die Installation einer zweiten Presse kein Problem ist.<br style=\"clear:left;\"\/><\/p>\n<p>(<b>Anm. d. Redaktion:<\/b> Den vollst\u00e4ndigen Artikel zum Thema Modellregion Pflanzen\u00f6l in der Rh\u00f6n &#8220;Raps macht mobil&#8221; von Heike Bartelingh findet man im Magazin <a href=\"http:\/\/www.energie-pflanzen.de\/\" >energie pflanzen<\/a> Ausgabe 3\/2002).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Gegend um die kleine Ortschaft Eiterfeld im Landkreis Fulda spielt Raps und insbesondere das daraus gewonnene &Ouml;l seit einiger Zeit eine wichtige Rolle.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[],"supplier":[],"class_list":["post-5436","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5436","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5436"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5436\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5436"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5436"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5436"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=5436"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}