{"id":54337,"date":"2018-07-06T07:43:37","date_gmt":"2018-07-06T05:43:37","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=54337"},"modified":"2018-07-04T15:01:34","modified_gmt":"2018-07-04T13:01:34","slug":"mehr-nachhaltigkeit-durch-industrielle-biotechnologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mehr-nachhaltigkeit-durch-industrielle-biotechnologie\/","title":{"rendered":"Mehr Nachhaltigkeit durch industrielle Biotechnologie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Biotechnologie kann einen zentralen Beitrag zu einer nachhaltigeren Wirtschaft leisten und helfen, Produktionsprozesse in der Industrie ressourcen- und klimaschonend zu gestalten. Zuvor m\u00fcssen jedoch H\u00fcrden etwa bei der Technologie- und Forschungsf\u00f6rderung oder bei der internationalen Zusammenarbeit \u00fcberwunden werden. Um dies zu erreichen, wurden im von der EU-Kommission gef\u00f6rderten Projekt PROGRESS Empfehlungen f\u00fcr eine breite Anwendung industrieller Biotechnologie ausgearbeitet und Zukunftsszenarien entworfen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Biotechnologie gilt als Schl\u00fcsseltechnologie f\u00fcr die europ\u00e4ische Industrie, deren Bedeutung durch ein nachhaltigeres Wirtschaften in Zukunft stark zunehmen wird. Um zur Abkehr von fossilen Energietr\u00e4gern beizutragen, muss sich die Biotechnologie jedoch in der Industrie durchsetzen und auf Akzeptanz in der Gesellschaft sto\u00dfen. Doch wie kann dies gelingen? Und welche Trends k\u00f6nnten eine besondere Rolle spielen? Mit diesen Fragen befasste sich das Forschungsprojekt \u00bb<a href=\"http:\/\/www.progress-bio.eu\/progress-bio\/index.php\" target=\"_blank\">PROGRESS \u2013 Priorities for Addressing Opportunities and Gaps of Industrial Biotechnology for an Efficient Use of Funding Resources<\/a>\u00ab des Fraunhofer ISI, das im Rahmen des Horizon 2020- Programms von der EU-Kommission in Auftrag gegeben wurde.<\/p>\n<p>Auf Basis von Workshops und Interviews mit \u00fcber hundert Biotech-Expertinnen und -Experten aus ganz Europa wurden im Projekt Empfehlungen ausgearbeitet, welche die breite Anwendung der industriellen Biotechnologie f\u00f6rdern sollen. Dabei wurden insbesondere Wertsch\u00f6pfungsketten in den Bereichen \u00bbLignocellulose-Ethanol\u00ab, \u00bbBio-basierte Kunststoffe\u00ab, \u00bbEnzyme\u00ab, \u00bbHerstellung von Biopharmazeutika\u00ab, \u00bbBiotechnologisch hergestellte Duft- und Aromastoffe\u00ab sowie \u00bbMikrobiome f\u00fcr gesunde Ern\u00e4hrung\u00ab analysiert und Zukunftsszenarien f\u00fcr diese Bereiche entwickelt.<\/p>\n<p>Die ausgearbeiteten Zukunftsszenarien zeigen, dass \u2013 so ein Ergebnis des Projekts \u2013 die Biotechnologie nur gro\u00dffl\u00e4chig Einsatz in der Industrie finden kann, wenn sich mehrere der folgenden Faktoren positiv entwickeln: Ein zentraler Punkt ist nach Ansicht der Studienautorinnen und -autoren vom Fraunhofer ISI eine umfassende F\u00f6rderung neuer Schl\u00fcsseltechnologien und Forschungsfelder im Bereich der Biotechnologie. So unterstreicht Sven Wydra, Projektleiter von PROGRESS am Fraunhofer ISI, dass in Zukunft \u00bbdie Optimierung der biotechnologischen Produktionsprozesse sowie die Umwandlung von Abf\u00e4llen in hochwertige Chemikalien weiter untersucht und die Biotechnologie mit anderen Technologien wie der Bioinformatik und der Chemie enger zusammengebracht werden muss\u00ab. Dazu m\u00fcssen laut Wydra unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen st\u00e4rker kooperieren. Wenngleich es weiterhin Expertinnen und Experten in den jeweiligen Fachbereichen bedarf, wird es in Zukunft immer wichtiger sein, auch \u00fcber Basiswissen in anderen Feldern zu verf\u00fcgen. Dies l\u00e4sst sich nur durch Anpassungen im Bildungssystem und \u00fcber Weiterbildung erreichen.<\/p>\n<p>Technologischer Fortschritt allein wird aber nicht ausreichen, um biotechnologische Methoden in viele industrielle Wertsch\u00f6pfungsketten zu integrieren. F\u00fcr die zuk\u00fcnftige Verbreitung und Kommerzialisierung der industriellen Biotechnologie ist etwa auch die Akzeptanz und das Vertrauen der \u00d6ffentlichkeit sowie von Entscheiderinnen und Entscheidern essenziell. Beides wird ma\u00dfgeblich vom Bewusstsein f\u00fcr \u00f6kologische, \u00f6konomische und soziale Vorteile durch die industrielle Biotechnologie beg\u00fcnstigt. Die \u00f6ffentliche Meinung ihr gegen\u00fcber ist zwar eher positiv, variiert jedoch stark nach Zielgruppe oder Produktsegment. M\u00f6gliche Bedenken, so eine weitere Empfehlung der Studie, sollten deshalb ernst genommen und diesen durch Dialog begegnet werden. Damit die industrielle Biotechnologie zu gesellschaftlichen Zielen wie Bek\u00e4mpfung des Hungers, Umwelt- und Klimaschutz beitragen kann, sollte sie zudem an den Nachhaltigkeitszielen der UN ausgerichtet werden.<\/p>\n<p>Eine weitere wichtige Voraussetzung f\u00fcr die industrielle Anwendung besteht nach Ansicht des Projektteams in einer intensiveren Zusammenarbeit in Europa. Bislang konzentrieren sich wichtige biotechnologische Kapazit\u00e4ten und Ressourcen vor allem auf Zentraleuropa. Das Fraunhofer ISI empfiehlt hier st\u00e4rkere l\u00e4nder\u00fcbergreifende Kooperationen, um den Zugang zu Wissen zu verbessern und komplement\u00e4re Kompetenzen und Ressourcen zusammenzuf\u00fchren. Hierdurch k\u00f6nnen Redundanzen der Aktivit\u00e4ten vermieden sowie weiterhin qualitativ hochwertige Forschung und Entwicklung betrieben werden. Damit l\u00e4sst sich auch die Technologief\u00fchrerschaft einzelner L\u00e4nder erhalten, wovon letztlich alle EU-L\u00e4nder profitieren.<\/p>\n<p>Eine \u00dcbersicht \u00fcber alle Empfehlungen finden sich im <a href=\"http:\/\/www.progress-bio.eu\/progress-bio-wAssets\/docs\/Deliverables\/PROGRESS_Deliverable_6_6_Final_Conference_Report-final.pdf\" target=\"_blank\">Abschlussbericht<\/a> des Projekts PROGRESS.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Projekt hat f\u00fcr eine breite Anwendung industrieller Biotechnologie ausgearbeitet und Zukunftsszenarien entworfen<\/p>\n","protected":false},"author":58,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[11229],"supplier":[588],"class_list":["post-54337","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biotechnologie","supplier-fraunhofer-institut-system-und-innovationsforschung-isi"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54337","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/58"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=54337"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/54337\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=54337"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=54337"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=54337"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=54337"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}