{"id":5422,"date":"2002-06-21T00:00:00","date_gmt":"2002-06-20T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020621-01n"},"modified":"2002-06-21T00:00:00","modified_gmt":"2002-06-20T22:00:00","slug":"biooele-nach-mass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biooele-nach-mass\/","title":{"rendered":"BIO\u00f6le nach Ma\u00df"},"content":{"rendered":"<p>Technisch haben sie l\u00e4ngst das Niveau von Mineral\u00f6lprodukten erreicht \u2013 ein kleiner Zusatz mit drei Buchstaben macht den gro\u00dfen Unterschied. BIO\u00f6le, also Motor-, Hydraulik- oder Getriebe\u00f6le aus Raps oder Sonnenblumen, wurden aufgrund ihrer Vielfalt vom Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA) in zwei Klassen eingeteilt: die nativen Pflanzen\u00f6le, HETG, und die pflanzen\u00f6lbasierten synthetischen Ester, HEES. <\/p>\n<p>Damit die einzelnen Produkte vergleichbarer werden, sind im Einheitsblatt VDMA 24 568 Mindestanforderungen f\u00fcr die Eigenschaften von Bio-Schmierstoffen festgelegt \u2013 Ma\u00dfstab daf\u00fcr ist ihre F\u00e4higkeit, Mineral\u00f6l zu ersetzen. Ob Verlustschmierstoffe wie S\u00e4geketten\u00f6le und Schal\u00f6le oder Umlauf\u00f6le wie Hydraulikfl\u00fcssigkeiten, K\u00fchlschmierstoffe, Getriebe- und Motoren\u00f6le: Fast \u00fcberall, wo Mineral\u00f6le verwendet werden, gew\u00e4hrleisten auch BIO\u00f6le den reibungslosen Betrieb.<\/p>\n<p>Die Vorteile von Raps\u00f6l und anderen nativen \u00d6len (HETG) sind zun\u00e4chst bestechend: Sie verf\u00fcgen \u00fcber gute Schmiereigenschaften, sind sehr einfach herzustellen, relativ preisg\u00fcnstig und besonders umweltfreundlich. Als Mehrbereichshydraulik\u00f6l in normal belasteten Arbeitsmaschinen und Fahrzeugen wie M\u00e4hdreschern, selbstfahrenden Feldh\u00e4ckslern, M\u00fcllfahrzeugen oder Kehrmaschinen haben sie sich bestens bew\u00e4hrt. Pflanzen\u00f6le sind allerdings nur k\u00e4ltestabil bis \u201310 \u00b0C und f\u00fcr Betriebstemperaturen bis ca. 70 \u00b0C geeignet.<\/p>\n<p>Wo die Leistungsf\u00e4higkeit von Pflanzen\u00f6len aus Raps- oder Sonnenblumensaat an nat\u00fcrliche Grenzen st\u00f6\u00dft, kann nachgeholfen werden: Chemische Modifikationen erm\u00f6glichen es, synthetische Ester nach Ma\u00df zu gewinnen (HEES). F\u00fcr eine h\u00f6here Beanspruchung mit Temperaturen \u00fcber 70 \u00b0C sind diese besser geeignet. Synthetische Ester werden k\u00fcnstlich durch Ver\u00e4nderung nat\u00fcrlicher Ester hergestellt. Durch Umesterung oder Derivatierung, k\u00f6nnen ganz spezifische technische Eigenschaften erreicht werden. Je nach Zusammensetzung gibt es bedeutende Unterschiede: Ester mit ges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren, die beispielsweise in Forstmaschinen zum Zuge kommen, sind deutlich haltbarer, aber auch teuerer als unges\u00e4ttigte Ester. Abgesehen von den hohen Herstellungskosten \u00fcberzeugen synthetische Ester allgemeinen durch ihre breitgef\u00e4cherten Einsatzm\u00f6glichkeiten, ihre Temperaturfestigkeit, lange Lebensdauer und umweltschonenden Eigenschaften. <\/p>\n<p>Im Grundsatz gibt es inzwischen f\u00fcr jede Anforderung das richtige BIO\u00f6l. Ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen allerdings die spezifischen technischen Eigenschaften der pflanzlichen Schmier- und Druckfl\u00fcssigkeiten. Wichtiger als die Einteilung in Stoffklassen sind hier die Angaben des Herstellers auf dem Produkt-Datenblatt. So kann ein HETG mit guter Additivierung in der Praxis leistungsf\u00e4higer sein als manches HEES-Produkt. <\/p>\n<p>Wie l\u00f6st nun der unerfahrene Anwender diese Fragen und Probleme? <br \/>Ganz einfach &#8211; bei der Auswahl sollte sich jeder \u00d6lanwender eingehend mit seinem Schmierstofflieferanten beraten. Folgende Kriterien sind wichtig:<\/p>\n<ul>\n<li>Eignet sich das BIO\u00f6l f\u00fcr den Betrieb? Bei der Frage nach der Temperaturbest\u00e4ndigkeit gilt: je extremer die Betriebstemperatur, desto aufw\u00e4ndiger und teurer das Druckmedium.<\/li>\n<li>Vertr\u00e4gt sich das BIO\u00f6l mit den Komponenten der Anlage wie Dichtungen, Schl\u00e4uchen, Filtern?<\/li>\n<li>Weist das BIO\u00f6l bei Betriebstemperatur die richtige Viskosit\u00e4t auf? Wegen des guten Viskosit\u00e4tsindex sollte bei BIO\u00f6l generell eine niedrigere Viskosit\u00e4tsklasse als die des Mineral\u00f6ls verwendet werden. Ein Beispiel: Mineral\u00f6l HLP 46 wird ersetzt durch BIO\u00f6l HEES 32.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Deutlich wird, dass die Produktvielfalt Spiegel der Anwendungsvielfalt ist. So unterschiedlich die Produkte auch sein m\u00f6gen, zusammengefasst ist ihnen allen folgendes gemeinsam:<\/p>\n<p>Unter Ber\u00fccksichtigung einiger Besonderheiten ist der Umstieg auf biogene Schmierstoffe v\u00f6llig problemlos und lohnt sich: Aufgrund niedriger Viskosit\u00e4t k\u00f6nnen BIO\u00f6le den Energieverbrauch senken. Gleichzeitig lassen sich die \u00d6lwechselintervalle verl\u00e4ngern, da synthetische BIO\u00f6le eine ausgepr\u00e4gte Alterungsstabilit\u00e4t aufweisen. Beim Einsatz von biogenen Hydraulik\u00f6len sollte allerdings streng darauf geachtet werden, dass keine Feuchtigkeit in den \u00d6lkreislauf eindringen kann. Bio-Schmierstoffe \u2013 vor allem einfache Pflanzen\u00f6le \u2013 reagieren empfindlicher auf Verunreinigungen mit Wasser als Mineral\u00f6l. <\/p>\n<p>Ihre gro\u00dfe Leistungsf\u00e4higkeit haben BIO\u00f6le in der t\u00e4glichen Praxis bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt &#8211; gerade in umweltsensiblen Bereichen. Dennoch bleibt noch viel zu tun, um den biogenen Schmierstoffen den Marktanteil zu verschaffen, der ihren eindeutigen umwelttechnischen Vorz\u00fcgen entspricht. Daf\u00fcr setzt sich das Markteinf\u00fchrungsprogramm des Bundesministeriums f\u00fcr Verbraucherschutz, Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMVEL) ein. Die f\u00f6rderf\u00e4higen Produkte, die bei Erstbef\u00fcllung oder Umstellung eingesetzt werden k\u00f6nnen, sind in der so genannten Positivliste aufgef\u00fchrt: Sie umfasst inzwischen rund 220 Produkte unterschiedlicher Hersteller (vgl. <a href=\"http:\/\/www.pflanzenoel-initiative.de\/\" >www.pflanzenoel-initiative.de<\/a>). <\/p>\n<p>Weitere Informationen zu diesem Thema und zum F\u00f6rderprogramm finden Sie im Internet unter <a href=\"http:\/\/www.pflanzenoel-initiative.de\/\" >www.pflanzenoel-initiative.de<\/a>, oder Sie wenden sich an das Serviceb\u00fcro der Pflanzen\u00f6l-Initiative, Telefon: 02 28\/9 85 79 99.<\/p>\n<p>Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)<br \/>V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Sch\u00fctte<br \/>Hofplatz 1<br \/>18276 G\u00fclzow<br \/>Tel.: 03843\/69 30-0  <br \/>Telefax: 03843\/69 30-102<br \/>E-Mail: <a href=\"mailto:info@fnr.de\">info@fnr.de<\/a><br \/>Internet: <a href=\"http:\/\/www.fnr.de\/\" >www.fnr.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Technisch haben sie l&auml;ngst das Niveau von Mineral&ouml;lprodukten erreicht &ndash; ein kleiner Zusatz mit drei Buchstaben macht den gro&szlig;en Unterschied. 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