{"id":5415,"date":"2002-06-26T00:00:00","date_gmt":"2002-06-25T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020626-01n"},"modified":"2002-06-26T00:00:00","modified_gmt":"2002-06-25T22:00:00","slug":"bio-verbundwerkstoffe-sind-reif-fuer-den-automobilen-einsatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bio-verbundwerkstoffe-sind-reif-fuer-den-automobilen-einsatz\/","title":{"rendered":"Bio-Verbundwerkstoffe sind reif f\u00fcr den automobilen Einsatz"},"content":{"rendered":"<p>Verbundwerkstoffe mit Naturfaserverst\u00e4rkung sind seit Jahren Standard in der automobilen Serienproduktion. Dies gilt insbesondere f\u00fcr sog. Formpressteile aus Naturfasern und thermoplastischen bzw. duroplastischen, synthetischen Matrices, die z.B. in T\u00fcrinnenverkleidungen oder Kofferraumauskleidungen zum Einsatz kommen (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-studie-naturfasern-fuer-die-europaeische-automobilindustrie\/\" >2001-11-26<\/a>).<\/p>\n<p>Neueste Entwicklungen zeigen nun auf, dass zuk\u00fcnftig auch die synthetischen Kunststoffe durch Bioharze ersetzt werden k\u00f6nnen. In einem Entwicklungsprojekt gemeinsam mit BMW hat die Preform Polymerwerkstoff GmbH (vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ptp-l-ein-fluessiges-harzsystem-auf-der-basis-nachwachsender-rohstoffe\/\" >2002-04-29<\/a>) gezeigt, dass durch eine Vernetzung von Naturfasern mit Bioharzen Eigenschaften erzielt werden, die durchaus an glasfaserverst\u00e4rkte Kunststoffe heranreichen.<\/p>\n<p>Mit mehr als einer Mio. EUR aus der High-Tech-Offensive der Bayerischen Staatsregierung wurde das spezielle Formgebungsverfahren zur Herstellung von Voll- und Hohlkammerprofilen aus zellulosehaltigen F\u00fcllstoffen und einem naturstoffbasierten Polymerwerkstoff gef\u00f6rdert. Das Projekt der Firma Preform Bio-Composites GmbH &#038; Co. KG in Feuchtwangen erfordert insgesamt Mittel von \u00fcber 2 Mio. EUR. Miller: \u201eOb Auto-Innenteile, Hohlkammerprofile oder Verblendungen \u2013 der neue Werkstoff besteht zu hundert Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen.\u201c Damit k\u00f6nnten auch im industriellen Bereich st\u00e4rker als bisher fossile Rohstoffe ersetzt werden. <\/p>\n<p>Die Entwickler verwenden einen Polymerwerkstoff aus Triglyceriden und Polycarbons\u00e4ureanhydriden. Stroh und Hanf wurden mit diesem Bioharz zu witterungsbest\u00e4ndigen und feuerhemmenden Autot\u00fcr-Verkleidungen verarbeitet. Die erzielten Eigenschaften lassen die Anwendung nachwachsender Rohstoffe sogar im Au\u00dfenbereich (Unterboden, Sto\u00dfstangen) m\u00f6glich erscheinen.<\/p>\n<p>Auf Grund der vergleichsweise geringen Dichte der Naturfasern und der mittragenden Funktion der formsteifen Bio-Verbunde sind vereinfachte Konstruktionen m\u00f6glich. \u201eDar\u00fcber hinaus wird ein verbessertes Crashverhalten erreicht\u201c, hebt Andreas Marek vom <a href=\"http:\/\/www.fh-wolfenbuettel.de\/\" >Institut f\u00fcr Recycling der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenb\u00fcttel<\/a> (IFR) in Wolfsburg einen weiteren Vorteil der Bio-Verbundwerkstoffe hervor.<\/p>\n<p>Im Au\u00dfenbereich treten f\u00fcr Bio-Verbunde besondere Belastungen auf. Die Feuchtigkeitsaufnahme beeintr\u00e4chtigte die Biegefestigkeit der Naturfasern erheblich: Die Bauteile wurden spr\u00f6de und brachen. Mit den neuen Bio-Verbundmaterialien soll das anders werden.<\/p>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/www.iap.fhg.de\/\" >Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Polymerforschung<\/a> (IAP) entwickelte ein Cellulosefaser-Spritzguss-Granulat, aus dem so genannte Newcell-PP-Composits hergestellt werden, die deutlich bessere Eigenschaften als glasfaserverst\u00e4rkte Kunststoffe aufweisen. Bei diesem Material werden Celluloseregeneratfasern in eine Polypropylen-Matrix eingebunden. Die Newcell-PP-Verbunde besitzen nach Aussagen der Fraunhofer-Forscher eine nahezu doppelt so hohe Festigkeit gegen\u00fcber glasfaserverst\u00e4rkten Kunststoffen und zeichnen sich gegen\u00fcber Naturfasern durch eine h\u00f6here Flexibilit\u00e4t sowie eine um 30% geringere Wasseraufnahme aus.<\/p>\n<p>In einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt mit der Firma Johnson Controls Interiors sind aus diesem Material bereits Armaturentr\u00e4ger hergestellt worden. Mit dem Werkstoff k\u00f6nnten nach Ansicht der Forscher neben h\u00f6her belastbaren Fahrzeuginnenbauteilen in Autos, Schiffen oder Flugzeugen auch Fahrzeugau\u00dfenteile wie Sto\u00dff\u00e4nger hergestellt werden. \u201eDie Celluloseregeneratfasern besitzen eine konstante Faserqualit\u00e4t und versprechen daher Qualit\u00e4tsvorteile bei der Herstellung von Recyclaten\u201c, sagt Hans-Peter Fink.<\/p>\n<p>Eine hohe Wasserbest\u00e4ndigkeit und geringe Quellung weist auch das von der IFA-Tulln und der Austel GmbH in \u00d6sterreich entwickelte Fasal-Prosin auf \u2013 ein nat\u00fcrliches Thermoplast mit hohem Holzfaseranteil und Eiwei\u00dfnebenprodukten aus der Lederverarbeitung. Mit dem Material k\u00f6nnten besonders sowohl steife als auch flexible Formteile gefertigt werden, so die Entwickler. Auch vom Preis ist der Werkstoff mit rund 2,50 EUR pro kg gegen\u00fcber Kunststoffen f\u00fcr h\u00f6herwertige Bauteile konkurrenzf\u00e4hig. Denn zur Zeit sind technische Kunststoffe knapp und die Preise relativ hoch. So haben beispielsweise Polycarbonat-Blends nach einer Preiserh\u00f6hung durch Dow Plastics inzwischen die Schwelle von drei EUR\/kg erreicht.<\/p>\n<p>(vgl. Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-messebericht-bio-kunststoffe-auf-der-k-2001-in-duesseldorf\/\" >2001-11-01<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verbundwerkstoffe mit Naturfaserverst&auml;rkung sind seit Jahren Standard in der automobilen Serienproduktion. Dies gilt insbesondere f&uuml;r sog. 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