{"id":53966,"date":"2018-06-21T12:15:24","date_gmt":"2018-06-21T10:15:24","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=53966"},"modified":"2018-06-21T14:08:43","modified_gmt":"2018-06-21T12:08:43","slug":"in-zukunft-mehr-nahrungssicherheit-durch-optimierte-pflanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/in-zukunft-mehr-nahrungssicherheit-durch-optimierte-pflanzen\/","title":{"rendered":"In Zukunft mehr Nahrungssicherheit durch optimierte Pflanzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jenseits der klassischen Gentechnik stehen heute eine Reihe neuer Biotechnologie-Verfahren zur Verf\u00fcgung, um Pflanzen zu verbessern. Ziele sind h\u00f6here Anteile an (Mikro-)N\u00e4hrstoffen, l\u00e4ngere Haltbarkeiten und dadurch verringerte Abf\u00e4lle, Resistenz gegen Trockenheit und h\u00f6here Ertr\u00e4ge bei Kulturpflanzen und Biotech-B\u00e4umen.<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"color: #ff9900;\">English version:<\/span> <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/improved-plants-for-greater-food-security-in-the-future\/\" target=\"_blank\">https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/improved-plants-for-greater-food-security-in-the-future\/<\/a><\/p>\n<p>Seit dem Anbau der ersten gentechnisch ver\u00e4nderten Pflanzen (Mais, Soja und Baumwolle) im Jahr 1996 in den USA hat sich die Anbaufl\u00e4che der Biotech-Pflanzen bis 2016 um das 110-fache vergr\u00f6\u00dfert. Die weltweit f\u00fcr diese Pflanzen genutzt Fl\u00e4che betr\u00e4gt inzwischen 185,1 Millionen Hektar.<\/p>\n<p>Neben einer h\u00f6heren Insektenresistenz und Herbizidtoleranz, welche immer noch f\u00fcr die Mehrheit der zugelassenen und angepflanzten Biotech-Kulturen verantwortlich sind, r\u00fcckt die Modifizierung und Verbesserung anderer Pflanzeneigenschaften zunehmend in den Mittelpunkt. Diese Ver\u00e4nderungen fokussieren sich auf das sich wandelnde Gesundheitsbewusstsein, die hohen Mengen an Lebensmittelabf\u00e4llen und die Unterern\u00e4hrung in den Entwicklungsl\u00e4ndern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_53970\" aria-describedby=\"caption-attachment-53970\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-53970\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/Golden_Rice-300x199.jpg\" alt=\"Golden Rice grain compared to white rice grain in screenhouse of Golden Rice plants. (Copyright, Wikimedia Creative Commons=\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/Golden_Rice-300x199.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/Golden_Rice-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/Golden_Rice-600x399.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-53970\" class=\"wp-caption-text\">Golden Rice grain compared to white rice grain in screenhouse of Golden Rice plants.<br \/>(Copyright, Wikimedia Creative Commons=<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der sogenannte Goldene Reis mit erh\u00f6htem Carotingehalt wird derzeit auf den Philippinen und in Bangladesch hinsichtlich einer besseren Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit Vitamin A getestet. Im Hinblick auf das ver\u00e4nderte Gesundheitsbewusstsein der Bev\u00f6lkerung wird in Australien Biotech-Weizen mit verbessertem Fetts\u00e4urespektrum und in der Europ\u00e4ischen Union mit Omega-3-Fetts\u00e4uren angereicherter Leindotter angebaut. Und um dem hohen Anteil an Lebensmittelabf\u00e4llen entgegenzuwirken, werden etwa nicht \u201ematschende\u201c und nicht br\u00e4unende \u00c4pfel und Kartoffeln entwickelt.<br \/>\nDies sind nur einige Beispiele f\u00fcr die zahlreichen Entwicklungen bei der Verbesserung von Nutzpflanzen, aber sie verdeutlichen die Nachfrage nach solchen Z\u00fcchtungen, um den globalen Herausforderungen und den Bed\u00fcrfnissen der Bev\u00f6lkerung gerecht zu werden.<br \/>\nDie nova-Experten Niels de Beus und Pia Skoczinski geben auf der Konferenz \u201eRevolution in der Lebensmittel- und Biomasseproduktion (REFAB)\u201c am 1. und 2. Oktober in K\u00f6ln einen \u00dcberblick \u00fcber aktuelle und zuk\u00fcnftige Zuchtziele f\u00fcr biotechnologisch ver\u00e4nderte Pflanzen, ihre Anbaugebiete und die damit verbundenen Erfahrungen der letzten Jahre hinsichtlich \u00f6ffentlicher Akzeptanz, wissenschaftlicher Befunde und der politischen Entwicklung.<\/p>\n<p>Die Nachfrage nach den wichtigsten Grundnahrungsmitteln wird bis 2050 aufgrund der wachsenden Weltbev\u00f6lkerung (+35 % im Jahr 2050) um etwa 60 % steigen. Neben einer Steigerung der Effizienz in der Nahrungsmittelkette durch Reduzierung von Abf\u00e4llen (heute werden ca. 30 % der Nahrungsmittel als Abf\u00e4lle weggeworfen) und des Fleischkonsums, werden Ertragssteigerungen bei den Massenkulturen Mais, Weizen, Reis und Kartoffel von zentraler Bedeutung sein. Computergest\u00fctzte Simulationen sagen eine 50-prozentige Steigerung der pflanzlichen Massenproduktion vorher, wenn die Photosynthese selbst, der wichtigste Prozess das Wachstum von Pflanzen, verbessert werden k\u00f6nnte. Aber warum gibt es bislang keine Biotech-Pflanzen mit verbesserter Photosynthese?<br \/>\nDie Photosynthese ist ein hochkomplexer Prozess, der Hunderte von Molek\u00fclen und Prozessen umfasst, die mit verschiedenen Wegen zur Lichtabsorption, Kohlenstoffassimilation und Zuckerproduktion verbunden sind. Forschung und Technologieentwicklung in den letzten Jahrzehnten haben es erm\u00f6glicht, die Photosynthese besser zu verstehen und aufzukl\u00e4ren. Zusammen mit Hochleistungsrechnern und den f\u00fcr Gentechnik und Genombearbeitung verf\u00fcgbaren Technologien ist es nun m\u00f6glich, die Photosynthese zur Verbesserung der Ernteertr\u00e4ge zu adressieren.<\/p>\n<p>Ein von der Bill and Melinda Gates Foundation finanziertes Projekt zur Erh\u00f6hung der Ernteertr\u00e4ge durch verbesserte Photosynthese ist Photosynthesis 2.0. Jeremy Harbinson von der Wageningen University &amp; Research (WUR) wird uns auf der REFAB-Konferenz erl\u00e4utern, wie er, seine Kollegen aus Wageningen und Forscher von 15 weiteren Forschungszentren die Photosynthese und gleichzeitig den N\u00e4hrstoffgehalt von Schl\u00fcsselpflanzen verbessern werden. Sie konzentrieren sich auf die Grundlagenforschung der Photosynthese zur Bew\u00e4ltigung der Herausforderungen bei der Nahrungsversorgung und m\u00f6chten die Ernteertr\u00e4ge bis 2050 verdoppeln.<\/p>\n<p>Im Vergleich zu biotechnologisch ver\u00e4nderten Pflanzen waren ver\u00e4nderte B\u00e4ume bisher nicht im Fokus. Doch die Baum- oder Waldbiotechnologie ist ein entscheidender Schl\u00fcsselbereich f\u00fcr die Erhaltung nachwachsender Rohstoffe. Magnus Hertzberg von SweTree Technologies wird zeigen, wie sein Unternehmen moderne Biotechnologien nutzt, um die Ernten zu steigern, die Effizienz der Wiederaufforstung zu verbessern und gleichzeitig die Biodiversit\u00e4t zu erhalten.<br \/>\nNeben verbesserten Ertr\u00e4gen zielt SweTree Technologies darauf ab, die Stresstoleranz der B\u00e4ume zu erh\u00f6hen, um Klima\u00e4nderungen standzuhalten, und die Holzqualit\u00e4t f\u00fcr die Weiterverarbeitung zu verbessern. Dadurch wird es m\u00f6glich, den Anforderungen der Zellstoff- und Papierindustrie gerecht zu werden sowie das Potenzial von Holz als Rohstoff f\u00fcr Bioenergie zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Inzwischen gibt es viele biotechnologische Wege und innovative Methoden (z. B. CRISPR\/Cas9) zur Herstellung von verbesserten Pflanzensorten, welche in Zukunft den weltweiten Bedarf an Grundnahrungsmitteln decken, die Lebensmittelabf\u00e4lle reduzieren und den N\u00e4hrstoffgehalt erh\u00f6hen k\u00f6nnten. Allerdings wird die Zulassung und der Anbau von biotechnologisch ver\u00e4nderten Pflanzen in einigen L\u00e4ndern immer noch kritisch betrachtet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_53455\" aria-describedby=\"caption-attachment-53455\" style=\"width: 163px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-53455\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/REFAB_poster_A4_RGB-213x300.jpg\" alt=\"The Future for Food and Biomass production (Source: nova-Institut)\" width=\"163\" height=\"230\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/REFAB_poster_A4_RGB-213x300.jpg 213w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/REFAB_poster_A4_RGB-726x1024.jpg 726w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/REFAB_poster_A4_RGB-600x846.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 163px) 100vw, 163px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-53455\" class=\"wp-caption-text\">The Future for Food and Biomass production (Source: nova-Institut)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Session \u201eVerbesserte Pflanzensorten f\u00fcr die Zukunft\u201c gibt nicht nur einen \u00dcberblick \u00fcber vielversprechende Pflanzeneigenschaften und Technologien, sondern auch einen Einblick in die politischen Rahmenbedingungen, insbesondere in Bezug auf genetische Ver\u00e4nderungen f\u00fcr Nutzpflanzen. Welche der zur Verf\u00fcgung stehenden Technologien werden heute und zuk\u00fcnftig als \u201eklassische Gentechnik (GMO) mit z. B. dem Einbau fremder Gene\u201c eingestuft und welche als Non-GMO?<\/p>\n<p>Diese und weitere Projekte und prominente Unternehmen werden auf der Konferenz \u201eRevolution in der Lebensmittel- und Biomasseproduktion (REFAB)\u201c am 1. und 2. Oktober in K\u00f6ln vorgestellt. Insgesamt 50 Referenten und 30 Aussteller zeigen die Zukunft der Lebensmittel- und Biomasseproduktion (<a href=\"http:\/\/www.refab.info\" target=\"_blank\">www.refab.info<\/a>). Das vorl\u00e4ufige Programm ist online abrufbar unter <a href=\"http:\/\/www.refab.info\/programme\/\" target=\"_blank\">www.refab.info\/programme<\/a>. Attraktive Fr\u00fchbucherpreise sind bis Ende Juli verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Download als PDF: <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/18-06-21-PM_Verbesserte-Pflanzensorten-fu--r-die-Zukunft.pdf\">18-06-21 PM_Verbesserte Pflanzensorten fu\u0308r die Zukunft<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neben einer h\u00f6heren Insektenresistenz und Herbizidtoleranz r\u00fcckt die Modifizierung und Verbesserung anderer Pflanzeneigenschaften zunehmend in den Mittelpunkt<\/p>\n","protected":false},"author":58,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,7192],"tags":[11229,13870,11792],"supplier":[4856,4,100],"class_list":["post-53966","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-novapress","tag-biotechnologie","tag-ernaehrung","tag-wirtschaft","supplier-bill-melinda-gates-foundation","supplier-nova-institut-gmbh","supplier-universitaet-wageningen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53966","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/58"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53966"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53966\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53966"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53966"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53966"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=53966"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}