{"id":53934,"date":"2018-06-22T07:26:48","date_gmt":"2018-06-22T05:26:48","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=53934"},"modified":"2018-06-27T00:04:06","modified_gmt":"2018-06-26T22:04:06","slug":"schwarza-wie-der-hanf-in-die-autos-kommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/schwarza-wie-der-hanf-in-die-autos-kommt\/","title":{"rendered":"Schwarza: Wie der Hanf in die Autos kommt"},"content":{"rendered":"<p>Vor der Halle der Firma Isowood im Industriegebiet Schwarza werden von einem Laster gro\u00dfe Ballen von Naturfasern abgeladen. In diesem Falle ist es Flachs aus Frankreich. Es kommen auch Sisal aus Asien, Kenaf aus Bangladesh und Hanf aus Belgien oder Deutschland an. Das alles sind Rohstoffe, aus denen hier Nadelvliesstoffe unter anderem f\u00fcr Fahrzeuginnenausstattungen entstehen.<\/p>\n<p>Das Verfahren klingt im Grunde simpel: \u201eWir mischen die Naturfasern mit thermoplastischen Kunststofffasern. Daraus entsteht ein formbares Mattenmaterial, das ma\u00dfgeschneidert vielfach in der Industrie eingesetzt werden kann\u201c. So beschreibt Werkleiter Frank Reitmann das Gesch\u00e4ftsfeld. Dahinter steckt eine zukunftsweisende Technologie, mit der sich die Schwarzaer weltweit einen guten Namen in der Zulieferindustrie erarbeitet haben.<\/p>\n<p>\u201eDie Kunden sind immer wieder beeindruckt von den Vorteilen dieser Produkte gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen Spritzgussteilen\u201c, erg\u00e4nzt Frank Reitmann. Man ist weniger abh\u00e4ngig vom Erd\u00f6lpreis, das Material ist leichter und besser recycelbar. \u201eBisher fanden die Produkte mit einem Naturfaseranteil vor allem Anwendung in hochpreisigen Automobilen, aber inzwischen setzt sich dieses Material immer weiter durch bis in die Kleinwagenklassen\u201c, wei\u00df er.<\/p>\n<p>Seit 2016 ein Teil der TWE-Gruppe<br \/>\nDie Firma Isowood gibt es seit 1998 am Standort, er\u00f6ffnet damals als Teil eines \u00f6sterreichischen Unternehmens. 2007 wurde der Betrieb an einen Einzelunternehmer verkauft. 2016 folgte dann der entscheidende Schritt in Richtung Zukunft. Isowood wurde Teil der TWE-Gruppe, einem Vliesstoffhersteller mit Hauptsitz in Emstetten, der weltweit in zw\u00f6lf Werken unter anderem an Standorten in den USA, Belgien, Frankreich, China und Deutschland produziert.<\/p>\n<p>\u201eWir sind der einzige Standort in der TWE-Gruppe, an dem Naturfasern verarbeitet werden. Das Unternehmen hat die Zukunftschancen in diesem Markt gesehen\u201c, erkl\u00e4rt Frank Reitmann das Interesse des Unternehmens am Werk in Schwarza.<\/p>\n<p>Das hier produzierte Material wird an die weiter verarbeitende Industrie \u2013 so genannte Systemlieferanten \u2013 geliefert. Dort werden die Matten erw\u00e4rmt, bis der Kunststoffanteil aufgeschmolzen ist und dann in die entsprechenden Formen gepresst werden kann. So entstehen am Ende T\u00fcrinnenverkleidungen oder Kofferraumverkleidungen, R\u00fccklehnen oder Armaturtafeln f\u00fcr Autos der Marken VW, BMW, Daimler, Ford, Porsche oder Audi. F\u00fcr BMW wird gerade an einem neuen Projekt gearbeitet. \u201eHier gibt es eine relativ lange Vorlaufzeit. Das hei\u00dft, wir brauchen die Planungssicherheit, was die Zulieferung der Naturfasern betrifft\u201c, so der Werkleiter.<\/p>\n<p>Genau das ist das Stichwort, warum er aufmerksam beobachtet, was auf einem Feld bei Neusitz im vergangenen Jahr passiert ist. Dort wurde erstmals im Landkreis Hanf angebaut und Hanfstroh geerntet. Davon profitiert auch die Firma Isowood. \u201eUnser Ziel ist es, ein St\u00fcck weit mehr Rohstoffsicherheit herzustellen. Dabei sind kurze Wege von Vorteil\u201c, macht er deutlich. Inzwischen wird in Deutschland wieder Hanf angebaut, allerdings zun\u00e4chst in kleinen Mengen. Die Rohfaser aus Neusitz wird in einer Firma im Saale-Orla-Kreis aufgeschlossen, gereinigt und eingek\u00fcrzt zu der Faserqualit\u00e4t, die schlie\u00dflich bei Isowood verwendet wird. \u201eWir sind der Meinung, dass es diese Faser verdient, wieder reaktiviert zu werden\u201c, sieht Frank Reitmann hier Zukunftspotenzial.<\/p>\n<p>Rund 5000 Tonnen Ausgangsmaterial k\u00f6nnen bei Isowood j\u00e4hrlich verarbeitet werden, davon etwa die H\u00e4lfe Naturfasern. Im vergangenen Jahr waren darunter rund 750 Tonnen Hanf. \u201eZwischen 1000 und 1250 Tonnen Hanf k\u00f6nnten wir hier verarbeiten, je nach Kundenwunsch und dem daraus entsprechenden Materialmix\u201c, verdeutlicht er die Dimension.<\/p>\n<p>Das Hanfanbau-Experiment im Landkreis jedenfalls wird er weiter aufmerksam beobachten. Wom\u00f6glich ist es der Beginn einer langfristigen Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Industrie. Mit Vorteilen f\u00fcr beide Seiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor der Halle der Firma Isowood im Industriegebiet Schwarza werden von einem Laster gro\u00dfe Ballen von Naturfasern abgeladen. In diesem Falle ist es Flachs aus Frankreich. Es kommen auch Sisal aus Asien, Kenaf aus Bangladesh und Hanf aus Belgien oder Deutschland an. Das alles sind Rohstoffe, aus denen hier Nadelvliesstoffe unter anderem f\u00fcr Fahrzeuginnenausstattungen entstehen. 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