{"id":53896,"date":"2018-06-21T06:52:22","date_gmt":"2018-06-21T04:52:22","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=53896"},"modified":"2018-06-19T15:44:03","modified_gmt":"2018-06-19T13:44:03","slug":"landwirte-kritisieren-dg-agri-wird-bei-biokraftstoff-thematik-nicht-eingebunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/landwirte-kritisieren-dg-agri-wird-bei-biokraftstoff-thematik-nicht-eingebunden\/","title":{"rendered":"Landwirte kritisieren: DG Agri wird bei Biokraftstoff-Thematik nicht eingebunden"},"content":{"rendered":"<p>Europ\u00e4ische Landwirte haben sich besorgt gezeigt, dass die Generaldirektion f\u00fcr Landwirtschaft und l\u00e4ndliche Entwicklung (DG Agri) der EU-Kommission nicht ausreichend in politische Entscheidungen eingebunden wird, die auch die Landwirtschaft betreffen. Ein Beispiel daf\u00fcr sei die Debatte \u00fcber Biokraftstoffe.<\/p>\n<p>\u201eWir sind sehr besorgt \u00fcber den Trend, dass die DG Agri in vielen Fragen, die die Landwirtschaft betreffen, beiseite geschoben wird, wie etwa bei der Frage nach der Zukunft der Biokraftstoffe,\u201c erkl\u00e4rte Pekka Pesonen, Generalsekret\u00e4r von Copa-Cogeca.<\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische Landwirtschaftsverband Copa-Cogeca hielt am Montag eine Konferenz \u00fcber die laufenden Gespr\u00e4che zur \u00dcberarbeitung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (EER) und insbesondere \u00fcber die Zukunft der Biokraftstoffe der ersten Generation ab.<\/p>\n<p>Als Teil der EER hat die EU-Kommission vorgeschlagen, den Anteil konventioneller Biokraftstoffe im Verkehrssektor von maximal sieben Prozent im Jahr 2021 auf 3,8 Prozent im Jahr 2030 zu senken. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass der Anteil anderer emissionsarmer Kraftstoffe wie erneuerbare Elektrizit\u00e4t sowie modernere Biokraftstoffe im Verkehrssektor auf 6,8 Prozent angehoben werden soll.<\/p>\n<p>Derweil hat das Europ\u00e4ische Parlament im Januar beschlossen, die Nutzung von Palm\u00f6l bis 2021 auslaufen zu lassen und den Verbrauch von pflanzlichen Biokraftstoffen auf das Niveau von 2017 und auf nicht mehr als sieben Prozent aller Verkehrskraftstoffe bis 2030 zu begrenzen.<\/p>\n<p>Die Landwirte ihrerseits fordern, dass die EU bis 2030 den h\u00f6chstm\u00f6glichen Anteil an pflanzlichen Biokraftstoffen, die im Verkehrssektor verwendet werden, bei eben jenen sieben Prozent bel\u00e4sst. Sie argumentieren, dass kulturpflanzenbasierte Biokraftstoffe in der EU von entscheidender Bedeutung sind, um die ehrgeizigen Klima- und Energieziele der Union zu erreichen und einen umweltfreundlichen Verkehrssektor sowie lebendige l\u00e4ndliche Gebiete zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Die Bauern betonen auch, pflanzliche Biokraftstoffe seien wichtig, wenn es um Futtermittel geht: Die Biokraftstoffe h\u00e4tten wesentlich dazu beigetragen haben, die Abh\u00e4ngigkeit von Einfuhren zu verringern, insbesondere im Hinblick auf die vorgeschlagene EU-Proteinstrategie.<\/p>\n<p>Ein letzter Trilog \u00fcber die EER ist f\u00fcr heute geplant, aber es ist noch unklar, ob die Mitgliedstaaten, die Kommission und das Parlament einen Kompromiss finden werden.<\/p>\n<p>DG Agri nicht ausreichend eingebunden<\/p>\n<p>Die EU-Landwirte kritisieren den Vorschlag der Kommission, der die \u201elandwirtschaftliche Realit\u00e4t\u201c weder widerspiegele noch ausreichend ber\u00fccksichtige.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus \u201ew\u00fcrde ich behaupten, dass die DG Agri h\u00f6chstwahrscheinlich nicht richtig konsultiert wurde. Er [der Vorschlag der Kommission] ist mehr eine politische Entscheidung als eine Entscheidung, die auf agronomischen Fakten basiert,\u201c so Pesonen mit Blick auf die Biokraftstoffdebatte.<\/p>\n<p>Pesonen erkl\u00e4rte weiter, die DG Agri sei in politischer Hinsicht eigentlich \u201ebeliebt\u201c. Sie habe eine wichtige Rolle zu spielen und m\u00fcsse daher viel mehr geh\u00f6rt werden.<\/p>\n<p>Diskriminierung gegen die eigene EU-Produktion<\/p>\n<p>Der Copa-Cogeca-Chef stellte au\u00dferdem fest, die EU-Landwirte k\u00f6nnten \u201eohne jeden Zweifel\u201c nachweisen, dass ihre Produktion von Biokraftstoffen \u2013 vor allem \u00d6lsaaten und Zuckerr\u00fcben \u2013 die Mindestanforderungen f\u00fcr Nachhaltigkeit erf\u00fcllt \u2013 allein schon, weil sie Teil der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU sind.<\/p>\n<p>\u201eDas ist beim importierten Palm\u00f6l nicht der Fall,\u201c betonte er und bezog sich dabei insbesondere auf Palm\u00f6l aus s\u00fcdostasiatischen L\u00e4ndern wie Malaysia und Indonesien.<\/p>\n<p>Pesonen weiter: \u201eWir haben nichts zu verbergen: Wir sind \u00fcberall den regulatorischen Anforderungen der GAP ausgesetzt. Wir k\u00f6nnen Biokraftstoffe anbauen und produzieren und wir k\u00f6nnen uns ihnen [den Regulierungen] nicht entziehen, weil wir auf Unterst\u00fctzung angewiesen sind.\u201c<\/p>\n<p>Der d\u00e4nische Experte betonte, die EU-Landwirte, insbesondere in Frankreich, Deutschland und Polen, h\u00e4tten weitreichende Investitionen in diesem Sektor get\u00e4tigt. Wenn der Zweck der EU-Regularien darin bestehe, \u201egegen die eigene Produktion der EU und insbesondere die der Landwirte zu diskriminieren, warum sagen sie das nicht? Stattdessen kommen sie mit Multiplikatoren und einer g\u00fcnstigeren Behandlung von Energietr\u00e4gern, die nicht die gleichen Kriterien erf\u00fcllen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Streitfall Multiplikatoren<\/p>\n<p>Die europ\u00e4ischen Landwirte lehnen die so genannte Doppel- oder Mehrfachz\u00e4hlung ab. Dies bedeutet beispielsweise, dass bei einem Verbrauch von fortschrittlichen Biokraftstoffen von zwei Prozent tats\u00e4chlich ein Anteil von vier Prozent am Gesamtenergieverbrauch im Verkehrssektor angegeben wird. Gleiches gilt f\u00fcr \u00d6kostrom im Verkehrssektor, f\u00fcr den der EU-Rat einen Multiplikator von f\u00fcnf vorgeschlagen hat.<\/p>\n<p>\u201eWir glauben, dass der Einsatz von Multiplikatoren, zum Beispiel f\u00fcr Strom, die Tatsache verdr\u00e4ngt, dass ein gro\u00dfer Teil des Stroms tats\u00e4chlich mit nicht-nachhaltigen Methoden erzeugt wird. Wir hingegen sind transparent und erf\u00fcllen die Mindestanforderungen f\u00fcr die von uns produzierten Nutzpflanzen,\u201c so Pesonen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Elisabeth Lacoste vom Internationalen Verband der europ\u00e4ischen R\u00fcbenanbauer (CIBE) ist der Einsatz von Multiplikatoren tats\u00e4chlich eine Art der Unterst\u00fctzung, die den \u00d6lgesellschaften und nicht den wirklich erneuerbaren Energien zugutekommt: \u201eF\u00fcr uns ist der Einsatz von Multiplikatoren ein Trick und eine faktische Unterst\u00fctzung des \u00d6ls,\u201c sagte sie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europ\u00e4ische Landwirte haben sich besorgt gezeigt, dass die Generaldirektion f\u00fcr Landwirtschaft und l\u00e4ndliche Entwicklung (DG Agri) der EU-Kommission nicht ausreichend in politische Entscheidungen eingebunden wird, die auch die Landwirtschaft betreffen. Ein Beispiel daf\u00fcr sei die Debatte \u00fcber Biokraftstoffe. \u201eWir sind sehr besorgt \u00fcber den Trend, dass die DG Agri in vielen Fragen, die die Landwirtschaft [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[14379,14574],"supplier":[2619,13583,4514],"class_list":["post-53896","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biokraftstoff","tag-landwirtschaft","supplier-copa-cogeca","supplier-european-commission-agriculture-and-rural-development","supplier-european-parliament"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53896","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53896"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53896\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53896"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53896"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53896"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=53896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}