{"id":5385,"date":"2002-04-03T00:00:00","date_gmt":"2002-04-02T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020403-01n"},"modified":"2002-04-03T00:00:00","modified_gmt":"2002-04-02T22:00:00","slug":"reetdaecher-in-norddeutschland-noch-beliebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/reetdaecher-in-norddeutschland-noch-beliebt\/","title":{"rendered":"Reetd\u00e4cher in Norddeutschland noch beliebt"},"content":{"rendered":"<p>Etwa 180 norddeutsche Fachbetriebe besch\u00e4ftigen sich auch heute noch mit der uralten Handwerkskunst des Reetdachbaus sowie dessen Pflege. Horst Oellrich, Chef der Dachdecker-Innung in Stade schreibt dem traditionellen Beruf sogar steigende Perspektiven zu, denn auch der etwa doppelt so hohe Preis h\u00e4lt viele Hausbauer nicht davon ab, ihre H\u00e4user mit Reet decken zu lassen, was nicht nur der Optik, sondern auch dem besseren Wohnklima dienlich ist. &#8220;Im Sommer h\u00e4lt es k\u00fchl, im Winter warm. Es kommt zwar nicht dem Energiesparhaus gleich. Doch um den gleichen W\u00e4rmeaustausch und die gleiche Isolierung wie ein 40 Zentimeter starkes Reetdach zu erreichen, m\u00fcsste man ein 80 Zentimeter dickes Mauerwerk mit Hohlschicht bauen&#8221;, erkl\u00e4rt der Handorfer (Landkreis L\u00fcneburg) Reetdachdecker J\u00fcrgen Klevesath hierzu. <\/p>\n<p>Das verwendete, bis zu 2,40 Meter lange Stroh wird heutzutage allerdings aus aus Ungarn, Rum\u00e4nien, \u00d6sterreich, der T\u00fcrkei, Polen und seit kurzem auch aus der Ukraine importiert. &#8220;Welches Material wir nehmen, wird je nach ben\u00f6tigter L\u00e4nge und Halmh\u00e4rte von Baustelle zu Baustelle anders entschieden&#8221;, erl\u00e4utert Klevesath, der sich auch noch auf die herk\u00f6mmliche Art des Reet-N\u00e4hens versteht: &#8220;Mit einem Klopfbrett gleichen wir die Halme von unten her der Dachneigung an&#8221;, dann wird der Bindedraht mit einer langen gebogenen Nadel unter das Dach gef\u00fchrt und mit einer Hakennadel an anderer Stelle wieder herausgeholt. Die teilweise noch in Schleswig-Holstein praktizierte Methode erfordert einen zweiten Mann: &#8220;Der Untern\u00e4her sitzt dann unterm Dach und gibt die Nadel zur\u00fcck&#8221;, schildert der Fachmann.<\/p>\n<p>Hans Wilhelm Raap, Fachgruppenleiter der Innung Stade, der auch den einzigen Ausbildungsbetrieb f\u00fcr Reetdachdecker f\u00fchrt, wei\u00df viel zur Pflege der Naturd\u00e4cher: &#8220;Nach 15 bis 20 Jahren muss so ein Dach gereinigt und vom Moos befreit werden&#8221; &#8211; \u00fcblich sei dann auch meist eine Erneuerung des Firstbereichs, aber so k\u00f6nne ein Reetdach gut 50 Jahre halten. Auszubildende k\u00f6nnen sich in Niedersachsen nach dem Berufsgrundjahr und einem praktischen Jahr als Hartpfannen-Dachdecker im dritten Lehrjahr auf den Reetdachbau spezialisieren. &#8220;Erst seit wenigen Jahren gibt es eine Ausbildungsverordnung daf\u00fcr&#8221;, so Meister Raap.<\/p>\n<p>(Vgl. auch Meldung vom <a HREF=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/cgi-bin\/mih\/artikel.pl?id=-ID-&#038;artikel=20000105-01.news\">2000-01-05<\/a>.)<\/p>\n<p>Autorin: Marion Kupfer (nova)<br \/>\nEndredaktion: Michael Karus (nova)<br \/>\nQuelle: <a HREF=\"http:\/\/www.bremer-nachrichten.de\/\" >Bremer Nachrichten<\/a> vom 2002-04-03.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etwa 180 norddeutsche Fachbetriebe besch&auml;ftigen sich auch heute noch mit der uralten Handwerkskunst des Reetdachbaus sowie dessen Pflege. 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