{"id":5371,"date":"2002-04-12T00:00:00","date_gmt":"2002-04-11T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020412-01n"},"modified":"2002-04-12T00:00:00","modified_gmt":"2002-04-11T22:00:00","slug":"spanplatten-als-recycling-rohstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/spanplatten-als-recycling-rohstoff\/","title":{"rendered":"Spanplatten als Recycling-Rohstoff"},"content":{"rendered":"<p>Von den 8-10 Mio. Tonnen Altm\u00f6beln, die zu 95% aus Spanplatten bestehen und j\u00e4hrlich auf den M\u00fcll wandern, werden bisher nur 1,2 Mio. Tonnen f\u00fcr die stoffliche Verwertung genutzt. Nach der neuen Altholzverordnung soll dies bald anders werden und sp\u00e4testens ab Juni 2005 ist geplant, in Verbindung mit dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz die Deponierung von Abf\u00e4llen, die mehr als 5% organische Stoffe enthalten, zu untersagen. &#8222;F\u00fcr die M\u00f6belindustrie war bislang vor allem die ungeregelte rechtliche Situation ein Risiko bei der Wiederverwertung von Spanplatten&#8220;, erkl\u00e4rt Bernd Wittke vom Nolte Spanplattenwerk hierzu w\u00e4hrend einer Tagung des Institutes f\u00fcr Holzbiologie der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen. F\u00fcnf Kategorien sieht die Altholzverordnung f\u00fcr Gebrauchtholz vor und regelt somit die thermische und stoffliche Verwertung von unbehandeltem bis zu dem mit polychlorierten Biphenylen (PCB) kontaminierten Material. <\/p>\n<p>Der Trend zu alternativen Rohstoffen wird auch zunehmend Thema bei den Bindemitteln. &#8222;Lange Zeit ging es bei Bindemitteln vor allem um die Vermeidung von Formaldeyd-Emissionen&#8220;, berichtet Rainer Marutzky vom Fraunhofer WKI. Gegenw\u00e4rtig herrschen auch hierbei \u00f6kologische Gesichtspunkte vor. Am Institut f\u00fcr Holzbiologie und Holztechnologie der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen wird bereits an einem Verfahren geforscht, das ohne Bindemittelzusatz auskommt. Als Ausgangsmaterial verwendet man hier mit Harnstoff-Formaldehyd (UF)-Harzen verleimte, mechanisch zerkleinerte Faserplatten. Nach thermo-hydrolytischem Aufschluss durch einst\u00fcndiges Kochen bei 130\u00b0C im Autoklaven verbleibt ein Rest des urspr\u00fcnglichen Bindemittels, das beim Pressen des Recyclingmaterials durch weitere Hydrolyse Formaldehyd freisetzt. Eine Tannin-Zugabe sorgt dann f\u00fcr den gew\u00fcnschten Effekt: &#8222;Der Formaldehydrest sorgt beim Pressen f\u00fcr die Vernetzung des Tannins, so dass im Idealfall die Zugabe eines Vernetzungsmittels nicht erforderlich ist&#8220;, wei\u00df Claus Behn vom Institut f\u00fcr Holzbiologie zu berichten. Die aus dem Prozess hervor gegangenen Faserplatten haben eine gro\u00dfe Querzugsfestigkeit, hohe Biegefestigekit und minimale Formaldehyd-Emissionen.<\/p>\n<p>Auch Klebstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen werden immer wichtiger. Bei den Mannheimer Chemischen Werken Zell-Wildshausen entwickelte man ein Elektrolyse-Verfahren, mit dessen Hilfe aus Ligninsulfonaten, die in gro\u00dfen Mengen als Nebenprodukt der Zellstoffgewinnung anfallen, Lignosulfons\u00e4ure entsteht (Vgl. auch Meldung vom <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/arboform-ein-neuer-thermoplastischer-werkstoff-aus-holz\/\" >2001-12-15<\/a>). Auch Pflanzenproteine, z.B. aus Weizenk\u00f6rnern, sind interessant zur direkten Einkondensierung in Phenol-Formaldehyd-Harz-Systeme.<br \/>Leider sind die besherigen Entwickungen auf diesem Sektor noch nicht erfolgreich genug, den hohen Anforderungen der Holzwerkstoff-Industrie und der Praxis Gen\u00fcge zu tragen. Den Vorzug bewahren sich daher wohl auch noch einige Zeit die bew\u00e4hrten synthetischen Harze wie Harnstoff-Formaldehyd, Melamin-Harnstoff-Formaldehyd, Phenol-Formaldehyd oder polymere Diisocyanate.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von den 8-10 Mio. 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