{"id":53385,"date":"2018-06-06T06:42:11","date_gmt":"2018-06-06T04:42:11","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fmessenachrichten%2Fbiomasse-effizient-nutzen.html"},"modified":"2018-06-05T11:43:12","modified_gmt":"2018-06-05T09:43:12","slug":"biomasse-effizient-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biomasse-effizient-nutzen\/","title":{"rendered":"Biomasse effizient nutzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gro\u00dfe Waldgebiete und Industriestandorte liegen meist weit voneinander entfernt. Wegen des schwierigen Transports wird Holz daher nur begrenzt als industrieller Rohstoff genutzt. Im EU-Projekt SteamBio haben Forschende des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB gemeinsam mit Partnern ein spezielles Dampftrocknungs-Verfahren entwickelt. Damit lassen sich die Transportkosten in Zukunft deutlich senken. Ein weiterer Pluspunkt: Bei diesem Prozess entstehen wertvolle Ausgangsstoffe f\u00fcr die chemische Industrie. Das Verfahren wird bereits in einer spanischen Pilotanlage angewendet. Vom 11. bis 15. Juni wird ein Modell der Anlage auf der Messe ACHEMA in Frankfurt am Main (Halle 9.2, Stand D66) pr\u00e4sentiert.<\/strong><\/p>\n<p>Die industrielle Nutzung von Holz bietet gro\u00dfe Chancen, Erd\u00f6l und Erdgas zu ersetzen. Die Herausforderung besteht darin, mit innovativen Verfahren die Biomasse so zu behandeln, dass nachhaltige Produkte und Produktionswege entstehen.<\/p>\n<p>\u00dcblicherweise werden Waldrestholz, Schwachholz und anderes minderwertiges Holz zu Hackschnitzeln zerkleinert. Hackschnitzel sind ein wichtiger Rohstoff f\u00fcr die holzverarbeitende Industrie. Au\u00dferdem dienen sie in Heizkraftwerken und Hackschnitzelheizungen als Brennstoff. Der hohe Wassergehalt der frischen Hackschnitzel verursacht zwei Probleme: Das Transportgewicht ist sehr hoch und die feuchte Masse l\u00e4sst sich schlecht lagern. Sch\u00fctzt man die Hackschnitzel nicht vor Regen, verrottet das Material schnell.<\/p>\n<h3>Hackschnitzel transportf\u00e4hig machen<\/h3>\n<figure id=\"attachment_53391\" aria-describedby=\"caption-attachment-53391\" style=\"width: 181px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-53391\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/1528110826170_IGB-steambio-rebschnitt-300x177.jpg\" alt=\"Beim Projektpartner in Spanien wird die Torrefizierung verschiedener lignocellulosehaltiger Substrate untersucht, darunter Rebschnitt (links unbehandelt, rechts torrefiziert). \u00a9 Fraunhofer IGB\" width=\"181\" height=\"107\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/1528110826170_IGB-steambio-rebschnitt-300x177.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/1528110826170_IGB-steambio-rebschnitt-1024x605.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/1528110826170_IGB-steambio-rebschnitt-600x354.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 181px) 100vw, 181px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-53391\" class=\"wp-caption-text\">Beim Projektpartner in Spanien wird die Torrefizierung verschiedener lignocellulosehaltiger Substrate untersucht, darunter Rebschnitt (links unbehandelt, rechts torrefiziert). \u00a9 Fraunhofer IGB<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein neues Verfahren, Hackschnitzel transport- und lagerf\u00e4hig zu machen, haben Forscherinnen und Forscher des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB nun im EU-Projekt SteamBio entwickelt \u2013 gemeinsam mit zehn weiteren Projektpartnern aus vier europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. \u00bbStatt die Biomasse geh\u00e4ckselt zu transportieren, torrefizieren wir sie\u00ab, erl\u00e4utert Siegfried Egner, Abteilungsleiter am IGB und Koordinator des Projekts SteamBio. \u00bbWir erhitzen die Biomasse in einer Dampfatmosph\u00e4re ohne Sauerstoff. Von den drei Hauptbestandteilen der Biomasse \u2013 Cellulose, Lignin und Hemicellulose \u2013 treiben wir auf diese Weise einen komplett aus, und zwar die Hemicellulose.\u00ab Das Gewicht wird erheblich reduziert, der spezifische Heizwert deutlich erh\u00f6ht und das Material kann zu hochreaktivem Pulver vermahlen werden.<\/p>\n<p>Die torrefizierte Biomasse ist wasserabweisend und hat ein deutlich besseres Brennverhalten, da sie nur noch aus Wasserstoff und Kohlenstoff besteht. Die Biomasse kann als offenes Sch\u00fcttgut transportiert werden, da Regen an der Oberfl\u00e4che abperlt, ohne in das Innere einzudringen. Zudem ist die torrefizierte Biomasse deutlich leichter als das unbehandelte Material \u2013 das spart erheblich Transportkosten.<\/p>\n<h3>Kohle durch Biomasse ersetzen<\/h3>\n<p>Die torrefizierten Holzhackschnitzel lassen sich leicht zwischen zwei Fingern zerreiben. Man kann sie zu Pellets pressen oder zu Staub vermahlen. Durch die gr\u00f6\u00dfere Oberfl\u00e4che hat der Biomasse-Staub bei der stofflichen Nutzung eine h\u00f6here Reaktivit\u00e4t als gr\u00f6\u00dfere Materialst\u00fcckchen. Zum anderen kann er bei der energetischen Nutzung mit Steinkohle-Staub vermischt und in die Feuerung von Kohlekraftwerken eingeblasen werden. Die Kohle lie\u00dfe sich sogar bei gleicher Feuerungstechnik g\u00e4nzlich durch Biomasse ersetzen.<\/p>\n<h3>Chemikalien nachhaltig erzeugen<\/h3>\n<p>Besonders wertvoll sind die fl\u00fcchtigen Substanzen, die bei der Torrefizierung entstehen. Aus ihnen lassen sich Chemikalien gewinnen, die als Ausgangsmaterial f\u00fcr viele andere Industrieprodukte dienen. Diese Plattformchemikalien wurden bisher aus Erd\u00f6l oder Erdgas gewonnen, \u00fcber die Torrefizierung lassen sie sich dagegen nachhaltig erzeugen. \u00bbDie Plattformchemikalien werfen bei vielen Biomasse-Materialien so viel Gewinn ab, dass sie den gesamten Torrefizierungsprozess finanzieren\u00ab, sagt Dr. Antoine Dalibard, Gruppenleiter am Fraunhofer IGB.<\/p>\n<h3>Dampftrocknung bei \u00fcber 200 Grad<\/h3>\n<p>Doch was genau geschieht bei der W\u00e4rmebehandlung? \u00bbDie Torrefizierung an sich ist kein neues Verfahren\u00ab, erkl\u00e4rt Bruno Scherer, Projektingenieur am IGB. \u00bbIm SteamBio-Projekt setzen wir auf die am IGB entwickelte Dampftrocknungs-Technologie, die wir f\u00fcr diesen Prozess angepasst haben. Wir arbeiten hier bei Temperaturen zwischen 200 bis 250 Grad Celsius.\u00ab Das Besondere an der Technologie: Die in der Biomasse enthaltene Feuchte sowie dampff\u00f6rmige Reaktionsprodukte der Torrefizierung werden kontrolliert im Prozessraum gehalten und bilden selbst das Prozessmedium. \u00bbWir arbeiten also mit \u00fcberhitztem Dampf\u00ab, verdeutlicht Scherer.<\/p>\n<p>Die hohe Temperatur trocknet die Biomasse und f\u00fchrt dazu, dass niedrig siedende organische Verbindungen fl\u00fcchtig werden. W\u00e4hrend Cellulose und Lignin als Feststoff zur\u00fcckbleiben, gehen die fl\u00fcchtigen Stoffe in die Gasphase \u00fcber. Mithilfe spezieller Kondensatoren fangen die Forscher diese gasf\u00f6rmigen Substanzen auf, k\u00fchlen sie selektiv ab und gewinnen sie auf diese Weise als Fl\u00fcssigkeiten zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Eine Pilotanlage ist bereits im Einsatz: Sie wurde beim Projektpartner Heckmann Metall- und Maschinenbau GmbH gefertigt und dort bereits betrieben \u2013 sieben Tage die Woche rund um die Uhr. Als Biomasse wurde Buche verwendet. Seit Januar 2018 steht die Anlage in Spanien. Hier torrefizieren Projektpartner Kiefern-, Eichen- und Buchenholz sowie Rebschnitt und Reststoffe der Olivenproduktion. Auf der Messe ACHEMA 2018 in Frankfurt am Main zeigen die Forscherinnen und Forscher vom Fraunhofer IGB eine Modell-Pilotanlage sowie getrocknete und torrefizierte Proben am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 9.2, Stand D66.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfe Waldgebiete und Industriestandorte liegen meist weit voneinander entfernt. Wegen des schwierigen Transports wird Holz daher nur begrenzt als industrieller Rohstoff genutzt. Im EU-Projekt SteamBio haben Forschende des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Grenzfl\u00e4chen- und Bioverfahrenstechnik IGB gemeinsam mit Partnern ein spezielles Dampftrocknungs-Verfahren entwickelt. Damit lassen sich die Transportkosten in Zukunft deutlich senken. Ein weiterer Pluspunkt: Bei diesem [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10681,13540,13185,14575],"supplier":[649,6040],"class_list":["post-53385","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biomasse","tag-chemie","tag-holz","tag-industrie","supplier-fraunhofer-institut-fuer-grenzflaechen-und-bioverfahrenstechnik-igb","supplier-heckmann-maschinenbau"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53385","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53385"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53385\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53385"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53385"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53385"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=53385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}