{"id":53343,"date":"2018-06-06T07:26:58","date_gmt":"2018-06-06T05:26:58","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=53343"},"modified":"2018-06-04T16:28:10","modified_gmt":"2018-06-04T14:28:10","slug":"achema-2018-bierbrauen-braurueckstaende-sollen-nachhaltige-verwendung-finden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/achema-2018-bierbrauen-braurueckstaende-sollen-nachhaltige-verwendung-finden\/","title":{"rendered":"Achema 2018: Bierbrauen \u2013 Braur\u00fcckst\u00e4nde sollen nachhaltige Verwendung finden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Um die 104 Liter Bier hat jeder Deutsche 2016 im Schnitt getrunken. Beim Brauen des Gerstensafts fallen viele R\u00fcckst\u00e4nde an, europaweit kommen pro Jahr circa 400.000 Tonnen zusammen. Nur ein Teil davon wird als Tierfutter wiederverwertet. Wie dieser Abfall nachhaltig genutzt werden kann, zum Beispiel als Rohstoff f\u00fcr die Chemie-Industrie oder als Quelle f\u00fcr pharmakologische Wirkstoffe, daran arbeiten Forscherteams aus drei Fachbereichen an der Technischen Universit\u00e4t Kaiserslautern (TUK) in einem europ\u00e4ischen Projekt. Auf der Prozessindustrie-Messe Achema in Frankfurt stellen sie ihr Vorhaben vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.\u00a0<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_53344\" aria-describedby=\"caption-attachment-53344\" style=\"width: 228px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.uni-kl.de\/fileadmin\/_processed_\/7\/6\/csm_PM_61_Bioval_Ulber_Richling_Thiel_EFRE_Projekt_12e6974a75.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-53344 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Ulber_Richling_Thiel_EFRE_Projekt_12e6974a75-300x283.jpg\" alt=\"csm_PM_61_Bioval_Ulber_Richling_Thiel_EFRE_Projekt_12e6974a75\" width=\"228\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Ulber_Richling_Thiel_EFRE_Projekt_12e6974a75-300x283.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Ulber_Richling_Thiel_EFRE_Projekt_12e6974a75-600x566.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Ulber_Richling_Thiel_EFRE_Projekt_12e6974a75.jpg 636w\" sizes=\"auto, (max-width: 228px) 100vw, 228px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-53344\" class=\"wp-caption-text\">Die Teams von Professor Dr. Roland Ulber (li.), Professorin Dr. Elke Richling und Professor Dr. Werner Thiel untersuchen, wie der Treber anderweitig Verwendung finden kann. Foto: TUK\/Thomas Koziel<\/figcaption><\/figure>\n<p>Beim Brauen setzen Hefen die im Malz enthaltenen Zucker w\u00e4hrend der G\u00e4rung zu Alkohol und Kohlendioxid um. Weitere Bestandteile aus dem Getreidemalz ben\u00f6tigen die Mikroorganismen, um zu wachsen und sich zu vermehren. Trotzdem f\u00e4llt hierbei viel Abfall an. In diesen R\u00fcckst\u00e4nden, in Fachkreisen auch Treber genannt, stecken noch etliche wertvolle Inhaltstoffe. Hier setzt das Projekt an, an dem drei Arbeitsgruppen der TUK gemeinsam mit Kooperationspartnern forschen: Sie untersuchen, wie der Treber k\u00fcnftig nachhaltig und ressourcenschonend genutzt werden kann.<\/p>\n<p>Bei Professor Dr. Roland Ulber im Lehrgebiet Bioverfahrenstechnik geht das Team um die Doktoranden Jens Weierm\u00fcller und Alexander Akermann der Frage nach, welche Substanzen anfallen, wenn die Brau-R\u00fcckst\u00e4nde weiter fermentiert werden. \u201eWir nutzen dazu verschiedene Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien\u201c, sagt Akermann. Bei diesen Prozessen fallen eine Vielzahl von chemischen Produkten an, wie etwa Milchs\u00e4ure. Sie k\u00f6nnte zum Beispiel in Zukunft als Ausgangsstoff f\u00fcr Bioplastik f\u00fcr die Industrie dienen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_53345\" aria-describedby=\"caption-attachment-53345\" style=\"width: 202px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.uni-kl.de\/fileadmin\/_processed_\/c\/5\/csm_PM_61_Bioval_Ranja_Saynisch_Pascal_Weingart_69f62a1ccc.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-53345 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Ranja_Saynisch_Pascal_Weingart_69f62a1ccc-300x191.jpg\" alt=\"csm_PM_61_Bioval_Ranja_Saynisch_Pascal_Weingart_69f62a1ccc\" width=\"202\" height=\"129\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Ranja_Saynisch_Pascal_Weingart_69f62a1ccc-300x191.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Ranja_Saynisch_Pascal_Weingart_69f62a1ccc-600x383.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Ranja_Saynisch_Pascal_Weingart_69f62a1ccc.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-53345\" class=\"wp-caption-text\">Ranja Saynisch und Pascal Weingart. Foto: TUK\/Thomas Koziel<\/figcaption><\/figure>\n<p>In der Anorganischen Chemie besch\u00e4ftigt sich das Forscherteam um Professor Dr. Werner Thiel und die Doktoranden Ranja Saynisch und Pascal Weingart mit den Fetten, die im Treber enthalten sind. \u201eSie enthalten beispielsweise zahlreiche unges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren, die die Hefen bei der G\u00e4rung nicht brauchen\u201c, sagt Thiel. Diese Stoffe m\u00f6chten die Chemiker zun\u00e4chst genauer identifizieren. In einem n\u00e4chsten Schritt m\u00f6chten sie daraus Produkte f\u00fcr die Industrie aufbereiten. \u201eAus den Fetten l\u00e4sst sich etwa Glyzerin gewinnen, das zu Zwischenprodukten f\u00fcr die chemische Industrie umgewandelt werden kann\u201c, f\u00e4hrt der Professor fort. \u201eAus den unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren kann man unter anderem Vorprodukte f\u00fcr die Kunststoffherstellung gewinnen. Dazu werden wir die n\u00f6tigen Katalysatoren entwickeln.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_53346\" aria-describedby=\"caption-attachment-53346\" style=\"width: 223px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.uni-kl.de\/fileadmin\/_processed_\/2\/a\/csm_PM_61_Bioval_Verena_Kirsch_Alexander_Akermann_60709a6d4a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-53346 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Verena_Kirsch_Alexander_Akermann_60709a6d4a-300x185.jpg\" alt=\"csm_PM_61_Bioval_Verena_Kirsch_Alexander_Akermann_60709a6d4a\" width=\"223\" height=\"137\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Verena_Kirsch_Alexander_Akermann_60709a6d4a-300x185.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Verena_Kirsch_Alexander_Akermann_60709a6d4a-600x370.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/06\/csm_PM_61_Bioval_Verena_Kirsch_Alexander_Akermann_60709a6d4a.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 223px) 100vw, 223px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-53346\" class=\"wp-caption-text\">Verena Kirsch und Alexander Akermann. Foto: TUK\/Thomas Koziel<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Team vom Fachgebiet Lebensmittelchemie und Toxikologie um Professorin Dr. Elke Richling mit den Doktorandinnen Daniela Becker und Verena Kirsch wird Substanzen als auch Extrakte, die unter anderem von Projektpartnern aus dem Treber gewonnen werden, auf ihre biologische Aktivit\u00e4t untersuchen. So werden diese zun\u00e4chst hinsichtlich m\u00f6glicher toxikologischer Wirkungen gepr\u00fcft. \u201eWir m\u00fcssen uns r\u00fcckversichern, dass bei den Stoffen keinerlei Gefahr f\u00fcr die Gesundheit besteht\u201c, sagt Kirsch. Dar\u00fcber hinaus werden sie untersuchen, wie die Substanzen den Zuckerstoffwechsel des Menschen beeinflussen. \u201eEs gibt einige Hinweise darauf, dass verschiedene Stoffe aus dem Treber die Aufnahme von Zucker ins Blut unterbinden\u201c, sagt Becker weiter. \u201eWir werden uns anschauen, welchen Einfluss sie genau haben.\u201c M\u00f6glicherweise lie\u00dfe sich mit den gewonnenen Erkenntnissen eines Tages der Glukosestoffwechsel beeinflussen. Dies ist bei der Behandlung von Diabetes von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<p>Am Projekt \u201eBIOVAL &#8211; Implementierung einer Wertsch\u00f6pfungskette auf Basis von Brauereir\u00fcckst\u00e4nden \u201c sind neben der TUK die Saar-Uni sowie die Universit\u00e4ten in Lothringen, Luxemburg und L\u00fcttich sowie das belgische Unternehmen Celabor beteiligt. Der Europ\u00e4ische Strukturfond zur regionalen Entwicklung (EFRE) f\u00f6rdert es im Rahmen des Kooperationsprogramms \u201eINTERREG V A Gro\u00dfregion 2014-2020\u201c mit 1,84 Millionen Euro. Das Gesamtbudget liegt bei \u00fcber drei Millionen Euro.<\/p>\n<p>Auf der Achema stellen die Teams der drei Arbeitsgruppen das Projekt vor.<\/p>\n<p>Fragen beantworten:<br \/>\nProf. Dr. Elke Richling<br \/>\nLebensmittelchemie und Toxikologie<br \/>\nTel.: 0631 205-4061<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:richling@chemie.uni-kl.de\" target=\"_blank\">richling@chemie.uni-kl.de<\/a><\/p>\n<p>Prof. Dr. Werner Thiel<br \/>\nAnorganische Chemie<br \/>\nTel.: 0631 205-2752<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:thiel@chemie.uni-kl.de\" target=\"_blank\">thiel@chemie.uni-kl.de<\/a><\/p>\n<p>Prof. Dr. Roland Ulber<br \/>\nBioverfahrenstechnik<br \/>\nTel.: 0631 205-4043<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:ulber@mv.uni-kl.de\" target=\"_blank\">ulber@mv.uni-kl.de<\/a><\/p>\n<p>Der Auftritt der Forscher der TU Kaiserslautern auf der Messe wird von Klaus Dosch vom Referat f\u00fcr Technologie und Innovation organisiert. Er ist Ansprechpartner f\u00fcr Unternehmen und vermittelt unter anderem Kontakte zur Wissenschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Klaus Dosch<br \/>\nTel. (auch w\u00e4hrend der Messe): 0631 205-3001<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:dosch@rti.uni-kl.de\" target=\"_blank\">dosch@rti.uni-kl.de<\/a><\/p>\n<h3>\u00dcber die TU Kaiserslautern<\/h3>\n<p>Die TU Kaiserslautern ist die einzige technisch-ingenieurwissenschaftlich ausgerichtete Universit\u00e4t in Rheinland-Pfalz. Zukunftsorientierte Studieng\u00e4nge, eine praxisnahe Ausbildung und eine moderne Infrastruktur sind die Rahmenbedingungen, die Studierende an der Campus-Universit\u00e4t vorfinden. Die TU Kaiserslautern wurde beim bundesweiten Wettbewerb &#8220;Exzellente Lehre&#8221; mit dem Exzellenz-Preis f\u00fcr Studium und Lehre ausgezeichnet. Damit stellt die TU den hohen Stellenwert ihrer Studienangebote unter Beweis. Dar\u00fcber hinaus profitieren die Studierenden und Wissenschaftler von den zahlreichen international renommierten Forschungseinrichtungen, die im Bereich der angewandten Forschung eng mit der TU Kaiserslautern kooperieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die 104 Liter Bier hat jeder Deutsche 2016 im Schnitt getrunken. Beim Brauen des Gerstensafts fallen viele R\u00fcckst\u00e4nde an, europaweit kommen pro Jahr circa 400.000 Tonnen zusammen. Nur ein Teil davon wird als Tierfutter wiederverwertet. Wie dieser Abfall nachhaltig genutzt werden kann, zum Beispiel als Rohstoff f\u00fcr die Chemie-Industrie oder als Quelle f\u00fcr pharmakologische [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[10681],"supplier":[3173,1322,536,14568,14569,6431],"class_list":["post-53343","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-biomasse","supplier-institut-celabor","supplier-technische-universitaet-kaiserslautern","supplier-universitaet-saarland","supplier-universite-de-lorraine","supplier-universite-du-luxembourg","supplier-universite-liege"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53343","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53343"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53343\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53343"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53343"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53343"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=53343"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}