{"id":53208,"date":"2018-05-30T07:22:14","date_gmt":"2018-05-30T05:22:14","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=53208"},"modified":"2018-05-29T14:14:10","modified_gmt":"2018-05-29T12:14:10","slug":"vorbild-natur-wissenschaftsakademien-legen-stellungnahme-zur-kuenstlichen-photosynthese-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vorbild-natur-wissenschaftsakademien-legen-stellungnahme-zur-kuenstlichen-photosynthese-vor\/","title":{"rendered":"Vorbild Natur: Wissenschaftsakademien legen Stellungnahme zur K\u00fcnstlichen Photosynthese vor"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine <a href=\"https:\/\/www.akademienunion.de\/fileadmin\/redaktion\/user_upload\/Publikationen\/Stellungnahmen\/Stellungnahme_Ku__nstliche_Photosynthese_2018.pdf\" target=\"_blank\">gemeinsame Stellungnahme<\/a> der deutschen Wissenschaftsakademien empfiehlt, die K\u00fcnstliche Photosynthese st\u00e4rker in Zukunftsszenarien der Energiewende einzubeziehen. Die K\u00fcnstliche Photosynthese er\u00f6ffnet bislang ungenutzte Ans\u00e4tze f\u00fcr umwelt- und klimafreundliche Energiesysteme. Die Grundlagenforschung soll der Stellungnahme zufolge st\u00e4rker koordiniert und mit industrieller Forschung verkn\u00fcpft werden. Wichtig sei insbesondere ein Fokus auf die Systemintegration, um effiziente und kosteng\u00fcnstige Anlagen zu entwickeln.<\/strong><\/p>\n<p>Szenarien f\u00fcr die Energiewende werden dominiert von heute verf\u00fcgbaren erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft oder Solarzellen. Eine gro\u00dfe Herausforderung ist dabei die Speicherung von \u00fcbersch\u00fcssigem Strom bei Sonnenschein und starkem Wind. Noch wenig Beachtung findet die K\u00fcnstliche Photosynthese. Dabei ist die Vision, chemische Energietr\u00e4ger und Wertstoffe unter Verwendung von Sonnenlicht als einziger Energiequelle zu produzieren, mehr als einhundert Jahre alt. Erfolge in der Grundlagenforschung machen aus dem Menschheitstraum K\u00fcnstliche Photosynthese eine wichtige, langfristige Option f\u00fcr die Energiewende. Es entstehen in den verschiedenen Varianten der K\u00fcnstlichen Photosynthese Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Methan, Methanol, Ammoniak \u2013 aber auch komplexere Substanzen, die fossile Brenn- und Rohstoffe wie Kohle, Erd\u00f6l und Erdgas ersetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Projektleiter Matthias Beller, Direktor des Leibniz-Instituts f\u00fcr Katalyse, erl\u00e4utert: \u201eDie K\u00fcnstliche Photosynthese kann eine wichtige Erg\u00e4nzung und Alternative zu herk\u00f6mmlichen Solarzellen werden, die Sonnenlicht in Strom umwandeln. Denn Strom l\u00e4sst sich nicht einfach im gro\u00dfen Ma\u00dfstab lagern. Mittels K\u00fcnstlicher Photosynthese l\u00e4sst sich die Energie des Sonnenlichts in chemischen Bindungen speichern. Ihre Produkte lassen sich beliebig lagern und k\u00f6nnen als chemische Grundstoffe und Brennstoffe verwendet werden.\u201c<\/p>\n<p>So gro\u00df das Potential der Nutzung der Sonnenenergie ist, so gro\u00df sind laut Matthias Beller bis heute die damit verbundenen wissenschaftlich-technischen Herausforderungen. \u201eWesentliche Aspekte der K\u00fcnstlichen Photosynthese sind noch in der Grundlagenforschung. Es gibt beachtliche Forschungserfolge in Teilschritten der K\u00fcnstlichen Photosynthese, die wir teilweise effizienter als die Natur beherrschen. Bis zum Einsatz in gro\u00dfem Ma\u00dfstab ist es jedoch noch ein weiter Weg. Was unter anderem fehlt ist eine st\u00e4rkere Integration der Grundlagenforschung und die Verbindung mit industrieller Forschung.\u201c<\/p>\n<h3>Von der Vision zur Forschung und Entwicklung<\/h3>\n<p>Zahlreiche, zum Teil schon sehr leistungsf\u00e4hige Einzelkomponenten der K\u00fcnstlichen Photosynthese haben Labore rund um den Globus entwickelt. Ein vordringliches Forschungsthema ist nun die Verbindung dieser Teilschritte. Darauf aufbauend sollte die K\u00fcnstliche Photosynthese in gro\u00dftechnischen Pilot-Anlagen zur Marktreife gebracht werden. Universit\u00e4ten und die industrielle Forschung m\u00fcssen dabei zusammenzuarbeiten. Nach dem Vorbild der \u201eKopernikus-Projekte f\u00fcr die Energiewende\u201c sollten diese Vorhaben koordiniert werden. Die Akademien gehen davon aus, dass das Potenzial der K\u00fcnstlichen Photosynthese erst in einigen Jahren realistisch bewertet werden kann.<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstliche Photosynthese bewerten die Akademien als attraktiven, aber keineswegs einzigen Weg, die Energie- und Rohstoffsysteme klimafreundlicher zu gestalten. K\u00fcnstliche photosynthetische Verfahren sollten in den Bereichen bis zur gro\u00dftechnischen Anwendung weiterentwickelt werden, wo sie klare Vorteile gegen\u00fcber anderen Alternativen versprechen. Angesichts der intensiven internationalen Forschung und der hochrangigen Zielsetzung fordern die Akademien eine annehmbare Risikobereitschaft. Matthias Beller: \u201eWir brauchen einen langen Atem. Das Ziel, Sonnenlicht so nachhaltig zu nutzen wie wir es von der Biologie her kennen, ist jedoch jede M\u00fche wert.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Weiterf\u00fchrende Informationen<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/www.acatech.de\/de\/projekte\/projekte\/kuenstliche-fotosynthese-forschungsstand-wissenschaftlich-technische-herausforderungen-und-technikzukuenfte.html\" target=\"_blank\">Akademienprojekt K\u00fcnstliche Photosynthese<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine gemeinsame Stellungnahme der deutschen Wissenschaftsakademien empfiehlt, die K\u00fcnstliche Photosynthese st\u00e4rker in Zukunftsszenarien der Energiewende einzubeziehen. 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