{"id":53152,"date":"2018-05-29T09:48:02","date_gmt":"2018-05-29T07:48:02","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=53152"},"modified":"2018-05-29T11:45:20","modified_gmt":"2018-05-29T09:45:20","slug":"einwegkunststoffprodukte-neue-eu-vorschriften-zur-verringerung-der-meeresabfaelle-kommentar-michael-carus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/einwegkunststoffprodukte-neue-eu-vorschriften-zur-verringerung-der-meeresabfaelle-kommentar-michael-carus\/","title":{"rendered":"Einwegkunststoffprodukte: neue EU-Vorschriften zur Verringerung der Meeresabf\u00e4lle \u2013 Kommentar Michael Carus, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des nova-Instituts"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-48351\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Michael-Carus-NL.jpeg\" alt=\"Michael Carus NL\" width=\"150\" height=\"225\" \/>Vorweg, um Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden: Ich bin ein gro\u00dfer Fan von Kunststoffen, es sind geradezu magische Materialien, wie auch Guru Sadhguru aus Indien auf YouTube so sch\u00f6n erl\u00e4utert, und sie werden in Zukunft noch wichtiger sein als heute. Aber sie haben zwei Probleme, sie nutzen zu wenig erneuerbaren Kohlenstoff (Biomasse oder CO<sub>2<\/sub>) und sie f\u00fchren zu Mikroplastik in der Umwelt, besonders auffallend als \u201eMarine Littering\u201c. Die EU-Kommission musste endlich handeln und schl\u00e4gt nun u. a. das Verbot bestimmter Einweg-Plastikprodukte vor, wie z. B. \u201eWattest\u00e4bchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, R\u00fchrst\u00e4bchen und Luftballonst\u00e4be aus Kunststoff, die vollst\u00e4ndig aus umweltfreundlicheren Materialien hergestellt werden m\u00fcssen\u201c (interessant, wie hier \u201enachhaltig\u201c definiert wurde, da die meisten \u00d6kobilanzen von Kunststoffartikeln positiv ausfallen). Der Gesetzesvorsto\u00df der Kommission muss dann noch mit den Mitgliedsstaaten und dem EU-Parlament verhandelt werden. Und hier sollten noch erhebliche Ver\u00e4nderungen vorgenommen werden \u2013 denn bisher haben Industrie und Politik hier weitestgehend versagt.<\/strong><\/p>\n<p>Seit mindestens zehn Jahren ist das Mikroplastik in der \u00d6ffentlichkeit. Die Kunststoffindustrie hat versucht das Thema auszusitzen, gewartet, bis der Druck der \u00d6ffentlichkeit zu gro\u00df wurde. Das Hauptargument war dann, was kann unser Kunststoff daf\u00fcr, wenn die Menschen mit ihm nicht richtig umgehen und die Politik das Recycling nicht besser organisiert. Aber der Kunststoff kann eben doch etwas daf\u00fcr. Seit Jahren gibt es f\u00fcr Kunststoffprodukte, die man praktisch nicht sammeln und recyceln kann oder deren Aufbereitung viel zu aufw\u00e4ndig ist, eine weitere L\u00f6sung: Biologisch abbaubare Kunststoffe. Warum hier nicht innovativ und pro-aktiv werden?<\/p>\n<p>Die EU-Kommission und auch die Mitgliedsl\u00e4nder haben in den letzten zehn Jahren etliche Millionen ausgegeben, um solche Kunststoffe zu entwickeln, zu zertifizieren und zu labeln. Kunststoffe, die im Wasser, im Boden, in Gartenkompost oder der industriellen Kompostierung biologisch abgebaut werden und keine Mikropartikel hinterlassen. Und heute gibt es etliche Produzenten solcher biologisch abbaubaren Kunststoffe, selbst Chemieriesen wie BASF produzieren sie, es gibt Zertifizierungen und Label und es gibt den Verband European Bioplastics, der umfassend Informationen zusammenstellt. Aber diese neuen Kunststoffe sind halt noch etwas zu teuer, um zum Selbstl\u00e4ufer werden. Und jetzt bekommen Sie nicht einmal eine Chance in der neuen EU-Kunststoffstrategie! Die EU-Kommission spricht das Thema in ihrem Papier durchaus an, schreibt, dass Italien und Frankreich diese Option nutzen, dass man jetzt noch forschen und standardisieren m\u00fcsse und sp\u00e4ter eine Einbeziehung m\u00f6glich w\u00e4re. Interessant ist auch, dass von \u201ebiologischem Abbau\u201c ausschlie\u00dflich im Kontext zum Meer (\u201emarine environment\u201c) die Rede ist, obwohl 90% des Kunststoffs im Meer aus Quellen von Land und Fl\u00fcssen stammt, wo der biologische Abbau sehr viel einfacher und schneller geht. Dies wird vollkommen ignoriert.<\/p>\n<p>Also weiter auf die n\u00e4chste Evaluierung der Strategie hoffen und warten? Nein, jetzt die Chance zur Innovation und Nachhaltigkeit nutzen. Verbieten wir Einwegprodukte wie Plastikgeschirr, Plastikbesteck, Strohhalme aus Plastik, Wattest\u00e4bchen und Plastikhalterungen von Luftballons, wenn sie nicht biologisch abbaubar sind. Aber geben wir hier den seit Jahren erfolgreich entwickelten biologisch abbaubaren Kunststoffen endlich ihre Chance am Markt! Wir brauchen auch L\u00f6sungen f\u00fcr andere Kunststoffprodukte, die beim sachgem\u00e4\u00dfen Gebrauch in der Umwelt landen und kaum oder \u00fcberhaupt nicht recycelt werden k\u00f6nnen wie Mulchfilme, Baumschutzh\u00fcllen, Pflanzenclips, Bindegarne, Schn\u00fcre f\u00fcr Rasentrimmer, Tr\u00e4gerpolymere f\u00fcr D\u00fcnger und Pflanzenschutzmittel oder auch Kunststoffk\u00f6der im Meer und viele mehr. Wagen wir den Schritt nach vorne in ganz Europa, wie in bisher nur Italien, Frankreich und China gehen. Denn jetzt werden die Regeln f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahrzehnte festgelegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vertiefende Informationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Sadhguru\u2019s wonderful insight on plastic menace, <a href=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sadhgurus-wonderful-insight-on-plastic-menace\/\" target=\"_blank\">https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/sadhgurus-wonderful-insight-on-plastic-menace\/<\/a><\/li>\n<li>Einwegkunststoffprodukte: neue EU-Vorschriften zur Verringerung der Meeresabf\u00e4lle, <a href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-18-3927_de.htm\" target=\"_blank\">http:\/\/europa.eu\/rapid\/press-release_IP-18-3927_de.htm<\/a><\/li>\n<li>Factsheet 3: Biodegradability \u2013 exposing some of the myths and facts (PDF),<br \/>\n<a href=\"http:\/\/bio-based.eu\/download\/?did=63725&amp;file=0\" target=\"_blank\">http:\/\/bio-based.eu\/download\/?did=63725&amp;file=0<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum nicht innovativ und pro-aktiv werden?<\/p>\n","protected":false},"author":58,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572,7192],"tags":[10608],"supplier":[4],"class_list":["post-53152","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","category-novapress","tag-biooekonomie","supplier-nova-institut-gmbh"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53152","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/58"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53152"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53152\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53152"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=53152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}