{"id":5310,"date":"2002-05-10T00:00:00","date_gmt":"2002-05-09T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020510-02n"},"modified":"2002-05-10T00:00:00","modified_gmt":"2002-05-09T22:00:00","slug":"haus-der-zukunft-aus-stroh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/haus-der-zukunft-aus-stroh\/","title":{"rendered":"\u201eHaus der Zukunft\u201c aus Stroh?"},"content":{"rendered":"<p>Anf\u00e4llig gegen\u00fcber Brand, Feuchte oder Insekten &#8211; mit solchen Vorurteilen ist der Baustoff Stroh landl\u00e4ufig belastet. Ein europ\u00e4isches Umwelt-Demonstrationsvorhaben im Rahmen des <a href=\"\" >EU-F\u00f6rderprogramms<\/a> \u201elife\u201c unter Beteiligung des Landes Nieder\u00f6sterreich und des \u00f6sterreichischen <a href=\"\" >Bundesministeriums f\u00fcr Verkehr, Innovation und Technologie<\/a>, soll mit solchen Vorurteilen aufr\u00e4umen. Das Impulsprogramm \u201eNachhaltig Wirtschaften\u201c mitsamt der Ausschreibung <a href=\"http:\/\/www.hausderzukunft.at\/\" >Haus der Zukunft<\/a> des Bundesministeriums erbrachte das Wahlergebnis \u201eDemonstrationsprojekt S-House\u201c durch eine internationale Jury. <\/p>\n<p>Dipl. Ing. Hannes Hohensinner, Forscher der <a href=\"\" >Gruppe Angepasste Technologie<\/a> (GrAT) der TU Wien, die den Stroh als Baustoff testet, ist davon \u00fcberzeugt: \u201eW\u00e4nde aus Stroh sind extrem hitzebest\u00e4ndig und schwer entflammbar. Sie erzielen die Brandwiderstandsklasse F90. Durch entsprechende Konstruktionen kann sich keine Feuchte festsetzen, sie sind bei fachgerechtem Einbau formstabil und auch Ungeziefer ist kein Thema.\u201c<\/p>\n<p>Das zweigeschossige Demohaus, das in diesem Sommer auf einer Grundfl\u00e4che von 200 m<sup>2<\/sup> im \u00f6sterreichischen B\u00f6heimkirchen entsteht, erf\u00fcllt mit seiner Geb\u00e4udeh\u00fclle als einer Holzst\u00e4nder-Strohballen-Konstruktion den Passivhausstandard (Jahresheizw\u00e4rmeverbrauch &lt;15kWh\/m<sup>2<\/sup> Wohnfl\u00e4che). Wand-, Boden- und Deckenaufbau haben einen U-Wert von 0,12 W\/m<sup>2<\/sup>K. Zur Restw\u00e4rmeabdeckung ist ein st\u00fcckholzbefeuerter Speicherofen vorgesehen, das Dach ist als Membrankonstruktion konzipiert und bietet damit eine variable, jahreszeitlich angepasste Beschattung. Hierzu wei\u00df Hohensinner: \u201eDie Membrankonstruktion bietet zudem eine materialsparende Regenwasserableitung. Durch den Wegfall von Dachrinnen und Blechabdeckungen entstehen keine Schwermetallprobleme in der Abwasseraufbereitung.\u201c<\/p>\n<p>Auch den Kostenvergleich braucht das Stroh im Hinblick auf herk\u00f6mmliche D\u00e4mmsysteme nicht zu scheuen: \u201eDie Strohwandkonstruktion schneidet im Vergleich zu einer Beton-EPS (Styropor)-Wand in allen Berechnungskriterien bis zum Faktor zehn besser ab\u201c, so Hohensinner unter Verweis auf die an der TU Wien durchgef\u00fchrten Studien. Die Nachhaltigkeit des preisg\u00fcnstigen Baustoffs ergibt sich auch aus seinem \u201e\u00d6kologischen Fu\u00dfabdruck\u201c, der zur Wiederherstellung von verbrauchter Energie bzw. deren Entsorgung n\u00f6tigen Fl\u00e4che. Die betr\u00e4gt bei der Strohwand ledigleich 2.364 (m<sup>2<\/sup>a\/m<sup>2<\/sup> Wand) gegen\u00fcber z.B. dem Naturverbrauch einer Beton-EPS-Wand von 24.915(m<sup>2<\/sup>a\/m<sup>2<\/sup> Wand).<\/p>\n<p>Obwohl seit 1995 europaweit bereits 400 Geb\u00e4ude in <a href=\"\" >Strohballenbauweise<\/a> entstanden sind und innovative \u00f6sterreichische Betriebe schon Fertigteilhauskonzepte f\u00fcr den Strohbau entwickelt und umgesetzt haben, scheinen unflexible Bautechnikverordnungen bzgl. festgelegten Schutzzielen diese Bauweise noch zu behindern. Hohensinner: \u201eWas die technischen Bauvorschriften betrifft, werden Lebenszyklusbetrachtungen f\u00fcr Bauprodukte leider nicht vorgeschrieben, es gibt auch keine allgemein akzeptierte Methodik der Bewertung. Ebenso fehlen baubiologische Kriterien\u201c. Somit bleibt abzuwarten, ob die verantwortlichen Fachleute k\u00fcnftig Auslegungsspielr\u00e4ume zugunsten innovativer L\u00f6sungen mit Hilfe von Information und Engagement zu nutzen verstehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anf&auml;llig gegen&uuml;ber Brand, Feuchte oder Insekten &#8211; mit solchen Vorurteilen ist der Baustoff Stroh landl&auml;ufig belastet. 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