{"id":5301,"date":"2002-01-17T00:00:00","date_gmt":"2002-01-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020117-01n"},"modified":"2002-01-17T00:00:00","modified_gmt":"2002-01-16T22:00:00","slug":"wer-raps-saeht-wird-energie-ernten-der-energielandwirt-ist-keine-zukunftsvision","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wer-raps-saeht-wird-energie-ernten-der-energielandwirt-ist-keine-zukunftsvision\/","title":{"rendered":"Wer Raps s\u00e4ht, wird Energie ernten &#8211; Der Energielandwirt ist keine Zukunftsvision"},"content":{"rendered":"<p>Wuppertal\/Bad Godesberg. Der Landwirt als Energielieferant? Das mag nach Zukunftmusik oder gar vision\u00e4r klingen. Ist aber weder das eine noch das andere. &#8220;Der Landwirt als Energie- und Rohstoffwirt ist l\u00e4ngst schon Realit\u00e4t &#8211; mit gro\u00dfem Ausbaupotenzial&#8221;, erkl\u00e4rten MdB Dr. Hermann Scheer, Pr\u00e4sident von Eurosolar, und Dr. Norbert H\u00fcttenh\u00f6lscher, Leiter der Energieagentur NRW, zum Auftakt der gleichnamigen Tagung in Bad Godesberg unisono. <\/p>\n<p>Rund 150 nationale und internationale Fachleute haben zwei Tage lang in der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg auf der von Eurosolar und der Energieagentur NRW organisierten Tagung die M\u00f6glichkeiten diskutiert, f\u00fcr die Landwirtschaft eine dauerhafte neue wirtschaftliche Grundlage zu schaffen und umweltfreundliche Energien und Rohstoffe aus Pflanzen bereitzustellen. Das Themenspektrum reichte von der Bioenergie-Erzeugung in der Landwirtschaft \u00fcber die energetische Biomassenutzung und ihre Bedeutung f\u00fcr die regionale Kreislaufwirtschaft bis zur beruflichen Qualifizierung von Landwirten, um dem wachsenden Arbeitsbedarf einer \u00f6kologischen Land-, Energie- und Rohstoffwirtschaft gerecht zu werden. <\/p>\n<p><b>Weiterbildung zum Energielandwirt<\/b><\/p>\n<p>Die Zeit der bastelnden Pioniere in Sachen Biogas ist vorbei. Mittlerweile sind schl\u00fcsselfertige Komplettanlagen, die schon fast die Bezeichnung &#8220;G\u00fclle-Kraftwerk&#8221; verdienen, am Markt. Allerdings ist Biomasse mehr als nur die G\u00fclle aus dem Stall. &#8220;Raps, Hanf oder Holz haben sich in den vergangenen Jahren als Energietr\u00e4ger und Roh- und Baustoffe einen guten Namen gemacht und verzeichnen steigende Marktanteile&#8221;, so Dr. Norbert H\u00fcttenh\u00f6lscher. Zudem gebe es einen regelrechten Boom in Sachen Energieholz. Dieser Energietr\u00e4ger habe unbestreitbare Vorteile: er sei preiswert, krisensicher und regional verf\u00fcgbar. Die Energieagentur NRW wolle auf diese neuen Gesch\u00e4ftsfelder f\u00fcr Landwirte reagieren und bereite ein Weiterbildungsseminar im Rahmen des Programms RAVEL NRW zum Thema &#8220;Der Landwirt als Energiewirt&#8221; vor. &#8220;Es gilt, das Know how rund um diese Thematik zu verbreiten,&#8221; bekr\u00e4ftigte Scheer. Das Seminar soll unentgeltlich allen relevanten Weiterbildungstr\u00e4gern zur Verf\u00fcgung gestellt werden. <\/p>\n<p>Walter Graf aus Wien berichtete \u00fcber die Erfahrungen mit der Gewinnung von Bioenergie durch Landwirte in \u00d6sterreich. Gerade in Zeiten europaweiter \u00dcberproduktionen in der Landwirtschaft stelle die Energiedienstleitung f\u00fcr jeden Hof eine neue Chance dar. So werde auch jungen Landwirten eine Zukunftsperspektive in ihrem Beruf geboten. &#8220;Entscheidend bei diesem Strukturwandel wird sein, ob der Landwirt als Energie- und Rohstoffwirt nicht nur Rohstofflieferant, sondern auch an Weiterverarbeitungsschritten und der Umsetzung der Biomasse in Energie direkt beteiligt ist&#8221;, ist sich Scheer sicher. Nur so k\u00f6nnte die Wertsch\u00f6pfung aus landwirtschaftlichen Nutzfl\u00e4chen gesteigert und neue Einkommenquellen f\u00fcr den Landwirt erschlossen werden. <\/p>\n<p>In Deutschland k\u00f6nnten mit den aktuellen technischen M\u00f6glichkeiten mehr als ein Viertel des Prim\u00e4renergiebedarfs \u00fcber die Biomasse gedeckt werden. Derzeit bel\u00e4uft sich der Anteil allerdings erst auf zwei Prozent. &#8220;Die begrenzten Erd\u00f6lvorkommen f\u00fchren zu der Notwendigkeit, den Grundstoff Erd\u00f6l durch solare Rohstoffe, also auch durch pflanzliche Grundstoffe zu ersetzen. Hier haben wir noch ein ganz erhebliches Entwicklungspotenzial&#8221;, stellte Dr. Hermann Scheer fest. <\/p>\n<p><b>Vorbild NRW &#8211; die Holzabsatzf\u00f6rderung <\/b><\/p>\n<p>Auf die g\u00fcnstigen Rahmenbedingungen f\u00fcr Investitionen in die Bioenergie wies Dipl.-Ing. Steffen Hofmann von der Energieagentur NRW hin. Hofmann: &#8220;Durch die Holzabsatzf\u00f6rderrichtlinie HaF\u00f6 NRW werden in NRW derzeit eine Menge Holzfeuerungsanlagen gef\u00f6rdert. Allein im vergangenen Jahr wurden 287 leistungsstarke Anlagen mit mehr als 12 Millionen Mark vom Land unterst\u00fctzt.&#8221; Seit Bestehen der Richtlinie Ende 1998 seien insgesamt 471 Projekte durch die HaF\u00f6 NRW gef\u00f6rdert worden. &#8220;Durch das Erneuerbare Energiengesetz und weitere F\u00f6rderprogramme bestehen heute in deutschlandweit g\u00fcnstige Rahmenbedingungen f\u00fcr die energetische Biomasse-Nutzung und damit f\u00fcr die Erweiterung landwirtschaftlicher T\u00e4tigkeit&#8221;, erg\u00e4nzte Dr. Hermann Scheer. <\/p>\n<p>Neben den handfesten \u00f6konomischen Vorteilen sprechen f\u00fcr die landwirtschaftliche Biomasse-Nutzung auch \u00f6kologische Argumente. Holz ist ein beachtlicher CO<sub>2<\/sub>-Speicher. 400 Tonnen Holz pro Hektar binden 200 Tonnen Kohlenstoff. Weltweit sind in den W\u00e4ldern rund 600 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Bundesweit sind rund 325 Millionen Tonnen Kohlenstoff in Biomasse-Produkten gebunden. Das entspricht etwa 1,2 Milliarde Tonnen CO<sub>2<\/sub> &#8211; mehr als die gesamte CO<sub>2<\/sub>-Emission der Bundesrepublik im vergangenen Jahr. <\/p>\n<p>Die Energieagentur NRW begleitete die Tagung zudem mit dem Energieberatungsmobil. In dem Bus, der beide Tage vor der Stadthalle von Bad Godesberg stand, informierte die Energieagentur NRW \u00fcber weitere M\u00f6glichkeiten der Nutzung regenerativer Energie. <\/p>\n<p>Weitere Informationen gibt es bei <br \/>\nEUROSOLAR <br \/>\n(Irm Pontenagel)<br \/>\nKaiser-Friedrich-Stra\u00dfe 11<br \/>\n53113 Bonn<br \/>\nTel. 0228-362 373<br \/>\nE-Mail: <a HREF=\"mailto:inter_office@eurosolar.org\">inter_office@eurosolar.org<\/a><br \/>\nInternet: <a HREF=\"http:\/\/www.eurosolar.org\/\" >www.eurosolar.org<\/a><\/p>\n<p>oder bei der <br \/>\nEnergieagentur NRW<br \/>\n(Thomas Reisz)<br \/>\nMorianstr. 32<br \/>\n42103 Wuppertal, <br \/>\nTel: 0202-24 552-47<br \/>\nInternet: <a HREF=\"http:\/\/www.ea-nrw.de\/\" >http:\/\/www.ea-nrw.de<\/a><\/p>\n<p>Quelle: EUROSOLAR-Pressemitteilung vom 2002-01-17. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wuppertal\/Bad Godesberg. Der Landwirt als Energielieferant? Das mag nach Zukunftmusik oder gar vision&auml;r klingen. 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