{"id":52769,"date":"2018-05-22T07:20:25","date_gmt":"2018-05-22T05:20:25","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=52769"},"modified":"2018-05-17T13:07:46","modified_gmt":"2018-05-17T11:07:46","slug":"mischwaelder-oekologisch-und-oekonomisch-ueberlegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mischwaelder-oekologisch-und-oekonomisch-ueberlegen\/","title":{"rendered":"Mischw\u00e4lder: \u00f6kologisch und \u00f6konomisch \u00fcberlegen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_52770\" aria-describedby=\"caption-attachment-52770\" style=\"width: 229px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.tum.de\/typo3temp\/_processed_\/csm_ARTIKEL_iStock-DaLiu_b1c95f767b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-52770 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/csm_ARTIKEL_iStock-DaLiu_b1c95f767b-300x169.jpg\" alt=\"csm_ARTIKEL_iStock-DaLiu_b1c95f767b\" width=\"229\" height=\"129\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/05\/csm_ARTIKEL_iStock-DaLiu_b1c95f767b-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/05\/csm_ARTIKEL_iStock-DaLiu_b1c95f767b-600x338.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/05\/csm_ARTIKEL_iStock-DaLiu_b1c95f767b.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 229px) 100vw, 229px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-52770\" class=\"wp-caption-text\">Mischw\u00e4lder mildern den Klimawandel, weil sie l\u00e4nger und besser Kohlendioxid speichern. (Foto: iStock\/DaLiu)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Mischw\u00e4lder sind produktiver als Monokulturen. Das gilt auf allen f\u00fcnf Kontinenten und besonders in niederschlagsreichen Regionen. Dieses Ergebnis einer internationalen \u00dcberblicksstudie, an der auch die Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) beteiligt war, hat eine hohe Relevanz f\u00fcr die Forstwissenschaft und Forstwirtschaft weltweit.<br \/>\n<\/strong><br \/>\n\u201eEs sind viele Vorteile von Mischw\u00e4ldern bekannt\u201c, sagt Professor Hans Pretzsch, Mitautor der Studie und Autor eines vor kurzem erschienenen Buches \u00fcber die \u00d6kologie und das Management von Mischbest\u00e4nden. \u201eMischw\u00e4lder sind als vielf\u00e4ltiger Lebensraum \u00f6kologisch wertvoller. Sie mildern den Klimawandel, da sie l\u00e4nger und besser Kohlendioxid speichern.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_52772\" aria-describedby=\"caption-attachment-52772\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.tum.de\/typo3temp\/_processed_\/csm_Eiche_Buche_Leonhard_SteinackerTUM_0adec10b02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-52772 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/csm_Eiche_Buche_Leonhard_SteinackerTUM_0adec10b02-300x225.jpg\" alt=\"csm_Eiche_Buche_Leonhard_SteinackerTUM_0adec10b02\" width=\"235\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/05\/csm_Eiche_Buche_Leonhard_SteinackerTUM_0adec10b02-300x225.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/05\/csm_Eiche_Buche_Leonhard_SteinackerTUM_0adec10b02-600x450.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/05\/csm_Eiche_Buche_Leonhard_SteinackerTUM_0adec10b02.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-52772\" class=\"wp-caption-text\">Durch ihre sich erg\u00e4nzenden Kronen- und Wurzelsysteme sind B\u00e4ume in Mischw\u00e4ldern oft besser mit Licht, Wasser und Bodenn\u00e4hrstoffen versorgt. (Foto: L. Steinacker\/TUM)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Durch ihre sich erg\u00e4nzenden Kronen- und Wurzelsysteme sind B\u00e4ume in Mischw\u00e4ldern oft besser mit Licht, Wasser und Bodenn\u00e4hrstoffen versorgt. \u201eDas macht Mischbest\u00e4nde resilienter in Trockenjahren. Zudem sind sie stabiler gegen Sch\u00e4dlinge und auch optisch sch\u00f6ner\u201c, sagt Prof. Pretzsch vom <a href=\"http:\/\/www.waldwachstum.wzw.tum.de\/index.php?id=chair\" target=\"_blank\">Lehrstuhl f\u00fcr Waldwachstumskunde<\/a>\u2028 der TUM in Weihenstephan.<\/p>\n<p>Doch diese Argumente allein lie\u00dfen die Forstwirtschaft bisher nicht von den weit verbreiteten Monokulturen abkehren. Die \u00dcberblickstudie zeige nun, erl\u00e4utert Pretzsch, dass eine umsichtige Auswahl der kombinierten Baumarten nicht nur zu \u00f6kologischeren und resilienteren Best\u00e4nden f\u00fchre, sondern auch zu gr\u00f6\u00dferer Produktivit\u00e4t. Besonders in Gebieten mit g\u00fcnstiger Wasserversorgung, wie etwa in Mitteleuropa, belegt die Studie, schneiden Mischbest\u00e4nde in der Produktivit\u00e4t besser ab als Reinbest\u00e4nde.<\/p>\n<figure id=\"attachment_52773\" aria-describedby=\"caption-attachment-52773\" style=\"width: 252px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.tum.de\/typo3temp\/_processed_\/csm_Dgl.Bu_Leonhard_SteinackerTUM_adadd3235e.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-52773 \" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/csm_Dgl.Bu_Leonhard_SteinackerTUM_adadd3235e-300x201.jpg\" alt=\"csm_Dgl.Bu_Leonhard_SteinackerTUM_adadd3235e\" width=\"252\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/05\/csm_Dgl.Bu_Leonhard_SteinackerTUM_adadd3235e-300x201.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/05\/csm_Dgl.Bu_Leonhard_SteinackerTUM_adadd3235e-600x402.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/05\/csm_Dgl.Bu_Leonhard_SteinackerTUM_adadd3235e.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 252px) 100vw, 252px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-52773\" class=\"wp-caption-text\">Mischbest\u00e4nde sind widerstandsf\u00e4higer in Trockenjahren und gegen Sch\u00e4dlinge. (Foto: L. Steinacker\/TUM)<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Akribische Datenrecherche<\/h3>\n<p>Zusammen mit weiteren Forstwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus Frankreich, Georgien, der Schweiz und Schottland sichteten die Experten der TUM 600 Untersuchungen, die den Einfluss von Mischw\u00e4ldern auf die Produktivit\u00e4t analysiert hatten. Als Ma\u00df daf\u00fcr dient der Volumenzuwachs an Stammholz, der aus wiederholten Messungen von Baumdurchmesser, H\u00f6he und Stammform berechnet wird.<\/p>\n<p>Aus diesen Untersuchungen filterten sie 126 Fallstudien \u00fcber 60 Fl\u00e4chen in f\u00fcnf Kontinenten heraus, ver\u00f6ffentlicht in den Jahren 1997 und 2016. Alle diese Studien basieren auf seit Jahrzehnten regelm\u00e4\u00dfig gemessenen langfristigen Versuchen; etliche davon liegen in Bayern.<\/p>\n<h3>Mehr Versuchsfl\u00e4chen f\u00fcr neue Waldbaukonzepte<\/h3>\n<p>\u201eVor dem Hintergrund dieser Ergebnisse werden an der TUM die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Baumarten genauer untersucht werden\u201c, sagt Pretzsch. Die Voraussetzungen daf\u00fcr sind langfristige Versuchsfl\u00e4chen, die in Bayern in der Vergangenheit aber vor allem Reinbest\u00e4nde abdeckten.<\/p>\n<p>Das forstliche Versuchswesen in Bayern ist das \u00e4lteste der Welt, die empirische Grundlage einzigartig: Schon in den 1870er Jahren lie\u00df Ministerialrat August Ganghofer (Vater des Schriftstellers Ludwig Ganghofer) Versuchsfl\u00e4chen anlegen, mit der \u00dcberzeugung, dass nur wiederholte Analysen verl\u00e4ssliche Informationen lieferten, erl\u00e4utert Pretzsch.<\/p>\n<p>Das Fl\u00e4chennetz besteht inzwischen aus \u00fcber 1.000 Einzelfl\u00e4chen, 80 Prozent davon Monokulturen. In den kommenden f\u00fcnf Jahren wird es um mehr als hundert Hektar Mischbestandsversuche erweitert.<\/p>\n<p>Das Mammutprojekt, finanziert vom Bayerischen Staatsministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten und den bayerischen Staatsforsten, wird k\u00fcnftig wichtige Fakten \u00fcber das Funktionieren und Management von Mischbest\u00e4nden liefern. \u201eDas wird hochinteressant f\u00fcr die Wissenschaft und erbringt Entscheidungshilfen f\u00fcr die Praxis\u201c, sagt Pretzsch. Er ist \u00fcberzeugt: \u201eMischbest\u00e4nde werden angesichts des Klimawandels und der steigenden \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Anforderungen an den Wald weltweit an Bedeutung zunehmen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Publikationen<\/h3>\n<p>H. Jactel, E. S. Gritti, L. Dr\u00f6ssler, D. I. Forrester, W. L. Mason, X. Morin, H. Pretzsch, B. Castagneyrol: Positive biodiversity\u2013productivity relationships in forests: climate matters.<br \/>\nBiology letters, British Royal Society, 14(4), 2017 0747. \u2013\u00a0 <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1098\/rsbl.2017.0747\" target=\"_blank\">DOI: doi.org\/10.1098\/rsbl.2017.0747<\/a><\/p>\n<p>Hans Pretzsch, David I. Forrester, J\u00fcrgen Bauhus: Mixed-species forests, Springer-Verlag 2017. ISBN: 978-3-662-54551-5: <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/book\/10.1007%2F978-3-662-54553-9\" target=\"_blank\">link.springer.com\/book\/10.1007%2F978-3-662-54553-9<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Kontakt<\/h3>\n<p>Prof. Dr. Hans Pretzsch<br \/>\nTechnische Universit\u00e4t M\u00fcnchen<br \/>\nLehrstuhl f\u00fcr Waldwachstumskunde<br \/>\nTel: +49 (8161) 71 &#8211; 4710<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:hans.pretzsch@tum.de\" target=\"_blank\">hans.pretzsch@tum.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mischw\u00e4lder sind produktiver als Monokulturen. 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