{"id":5269,"date":"2002-02-05T00:00:00","date_gmt":"2002-02-04T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020205-04n"},"modified":"2002-02-05T00:00:00","modified_gmt":"2002-02-04T22:00:00","slug":"kampagne-gegen-biodiesel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/kampagne-gegen-biodiesel\/","title":{"rendered":"Kampagne gegen Biodiesel?"},"content":{"rendered":"<p>Fast k\u00f6nnte man den Eindruck gewinnen, es l\u00e4ge am Karneval. Kritiker des aus Raps\u00f6l hergestellten Biodiesels haben p\u00fcnktlich zur 5. Jahreszeit eine Kampagne gegen diesen alternativen Kraftstoff gestartet, die im wahrsten Sinne des Wortes mit &#8220;alten Kamellen&#8221; aufwartet. Biodiesel sei gar nicht so umweltfreundlich wie behauptet und koste dazu auch noch unn\u00f6tige Subventionen. Eigentlich waren sich die Bef\u00fcrworter des an \u00fcber 1.500 Tankstellen erh\u00e4ltlichen Kraftstoffes sicher, dass diese Argumente, die sich auf \u00e4ltere Untersuchungen des Umweltbundesamtes (UBA) berufen, l\u00e4ngst vom Tisch seien. Weil aber momentan auf europ\u00e4ischer Ebene die Weichenstellung f\u00fcr eine nachhaltige Biodieselzukunft erfolgt, ziehen scheinbar Interessengruppen alle Register der Stimmungsmache. <\/p>\n<p>Wie j\u00fcngst in einem Beitrag des ARD-Politmagazins PANORAMA geschehen, dient die UBA-Studie immer wieder als Beleg f\u00fcr die Kritik. Dabei wird vorsorglich jedoch immer nur auf die Zusammenfassung der Studie Bezug genommen. Und die ist selbst bei Verfassern von Teilen der Studie umstritten. Zwei Beispiele machen dies deutlich: Die Zusammenfassung attestiert Biodiesel keine oder nur extrem niedrige Vorteile bei der CO<sub>2<\/sub>-Bilanz. In der Studie hei\u00dft es hingegen: &#8220;Im Saldo ergibt sich ein eindeutiger Vorteil f\u00fcr RME.&#8221; Oder das oft zitierte Thema Lachgas: In der Zusammenfassung ist vom eigentlichen Ergebnis der Studie nichts mehr zu lesen. Denn in der Studie selbst steht: &#8220;Bis auf die Extremvariante zeigen alle Sensitivit\u00e4tsanalysen deutlich Vorteile zugunsten von RME (bzw. Raps\u00f6l).&#8221; Zudem wird die Lachgasthematik immer als typisch f\u00fcr den Rapsanbau herausgestellt. Einschl\u00e4gige Untersuchungen zeigen aber, dass die Lachgasemission \u00fcber Rapsfeldern nicht h\u00f6her ist als z. B. \u00fcber Brachfl\u00e4chen.<\/p>\n<p>Die vermeintlich milliardenschwere Subventionierung, die dem Rapsanbau zur Biodieselherstellung vorgeworfen wird, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Luftblase. Ausgleichszahlungen f\u00fcr den Rapsanbau auf Stilllegungsfl\u00e4chen erhalten die beteiligten Landwirte v\u00f6llig unabh\u00e4ngig vom Rapsanbau. Die Stilllegungspr\u00e4mie ist ein Ausgleich f\u00fcr den agrarpolitisch erzwungenen Anbaustopp von Kulturfr\u00fcchten zur Nahrungsmittelerzeugung. <\/p>\n<p>Die mit der Agrarreform 1992 eingef\u00fchrte Stilllegungsverpflichtung entlastet seitdem den Haushalt der Europ\u00e4ischen Union, weil zum einen \u00dcberschussgetreide nicht mit Ausfuhrerstattungen exportiert werden musste und zum anderen die Marktentlastung zur Preisstabilisierung beitr\u00e4gt. Die auch im Panorama-Bericht rei\u00dferisch dargestellten Subventionsbetr\u00e4ge sind auch beim Biodiesel v\u00f6llig haltlos. Die gesamtwirtschaftlichen Kompensationseffekte, die aus dem Anbau, der Verarbeitung bis hin zum Vertrieb des Alternativkraftstoffes resultieren, f\u00fchren zu einem erheblichen R\u00fcckfluss in den Staatshaushalt. Zu diesem Ergebnis kam bereits 1995 das ifo-Institut M\u00fcnchen. <\/p>\n<p>Ebenso wie hier Sachverhalte von den Biodieselkritikern verdreht werden, stellt sich die Situation auch dar, wenn es um die erwiesenen \u00f6kologischen Vorteile des Rapskraftstoffes geht. Diese werden erst gar nicht genannt. Warum von der biologischen Abbaubarkeit und nachweislich erheblich verminderten Kanzerogenit\u00e4t der Emissionen sprechen, wenn dem wachsenden Markterfolg dieser Kraftstoffalternative doch geschadet werden soll? Gleiches gilt f\u00fcr die Schwefelfreiheit, die Ungiftigkeit und die damit einhergehenden Vorteile beim Einsatz in \u00f6kologisch sensiblen Bereichen und Ballungsgebieten. Da ist eine einfache Lachgas-Attacke doch viel wirkungsvoller.<\/p>\n<p>Die Union zur F\u00f6rderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP), die sich seit Jahren intensiv mit der Biodieselthematik befasst, hat sich zum Ziel gesetzt, dieser Falschinformation der \u00d6ffentlichkeit zu begegnen. Mit eigenen Studien und ausf\u00fchrlichen Informationen, die auch im Internet bereit stehen, soll so eine objektive Beurteilung des aus \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Gesichtspunkten \u00fcberaus interessanten Kraftstoffes Biodiesel m\u00f6glich gemacht werden. <\/p>\n<p>Unter <a HREF=\"http:\/\/www.ufop.de\/\" >WWW.UFOP.DE<\/a> sind im Bereich &#8220;Der gr\u00fcne Diesel&#8221; beispielsweise auch Ergebnisse einer aktuellen Studie zur Energie- und Umweltbilanz dargestellt, die sich ganz konkret mit den Ergebnissen der UBA-Studie auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Quelle: Pressemitteilung der <a HREF=\"http:\/\/www.ufop.de\/\" >UFOP<\/a> vom 2002-02-05.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast k&ouml;nnte man den Eindruck gewinnen, es l&auml;ge am Karneval. Kritiker des aus Raps&ouml;l hergestellten Biodiesels haben p&uuml;nktlich zur 5. 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