{"id":5251,"date":"2002-02-17T00:00:00","date_gmt":"2002-02-16T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020217-01n"},"modified":"2002-02-17T00:00:00","modified_gmt":"2002-02-16T22:00:00","slug":"biologisch-abbaubare-urnen-beschaeftigen-leipziger-stadtvaeter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biologisch-abbaubare-urnen-beschaeftigen-leipziger-stadtvaeter\/","title":{"rendered":"Biologisch abbaubare Urnen besch\u00e4ftigen Leipziger Stadtv\u00e4ter"},"content":{"rendered":"<p>Eine verrottbare Urne aus nachwachsenden Rohstoffen sorgt seit 1995 f\u00fcr gespaltene Lager unter Leipziger Bestattern. Der &#8220;Leipziger Floralat<sup>&reg;<\/sup>&#8220;-Erfinder Matthias Malok ist davon \u00fcberzeugt, dass insbesondere das st\u00e4dtische Bestattungswesen sich mit dem fortgesetzten Einsatz von Metallurnen gegen die Leipziger Friedhofssatzung stellt. Hier wurde festgelegt, dass zur Beisetzung nur solche Urnen verwendet werden d\u00fcrfen, die aus verg\u00e4nglichem Material hergestellt worden sind. Aber Metallurnen, so Malok, bestehend aus Aschekapsel und Schmuckurne, rosten h\u00f6chstens, die Bezeichnung Verrottung indes beziehe sich auf biologische und biochemische Abbauprozesse organischer Substanzen, unter die die Zersetzung der Metallurnen nicht f\u00e4llt. Zur Kl\u00e4rung dieses feinen Unterschieds hat er sogar Gutachten anfertigen lassen, um die Unterschiede von Verrottung und Korrosion laut DIN-Norm erkl\u00e4ren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Matthias Malok, der eine kleine Firma in der Zschocherschen Stra\u00dfe betreibt, m\u00f6chte nun die Stadtr\u00e4te \u00fcberzeugen, sich f\u00fcr die aus nachwachsenden Rohstoffen wie St\u00e4rke und Naturfasern produzierte Urne einzusetzen. So k\u00f6nnten seiner Ansicht nach auch unn\u00f6tige Kosten f\u00fcr die Stadt eingespart werden, die f\u00fcr die Entsorgung von nicht komplett verrotteten Metall-Urnen aufgewendet werden m\u00fcssen. Dieses Argument bekr\u00e4ftigt Bernhard Czok, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Eigenbetriebes St\u00e4dtisches Bestattungswesen: &#8220;Das d\u00fcnne Blech ist nach 20 Jahren meist verrottet. Wird ein neues Grabfeld angelegt, werden die Urnenreste entsorgt, registriert und kommen an einer zentralen Stelle wieder unter die Erde.&#8221; Dennoch ist man hier nicht allzu begeistert von der \u00d6ko-Urne: &#8220;Sein Artikel hat uns dennoch nicht hundertprozentig \u00fcberzeugt. Denn es ist vorgekommen, dass sie beim Transport Schrammen bekommen hat. Das ist schon allein aus Piet\u00e4tgr\u00fcnden nicht sch\u00f6n&#8221;, argumentierte Czok. <\/p>\n<p>Diese Meinung wird allerdings nicht von privaten Leipziger oder auch schon in anderen St\u00e4dten wie Konstanz am Bodensee ans\u00e4ssigen Branchenkollegen geteilt, die sein &#8220;Leipziger Floralat<sup>&reg;<\/sup>&#8221; bereits im Einsatz haben. Andreas Franz von der Firma M\u00fcller Bestattung: &#8220;Ich hatte noch nie eine Urne, die besch\u00e4digt worden ist. Wir verwenden sie h\u00e4ufig. Denn der Trend geht eindeutig zu diesen \u00f6kologischen Produkten. Weil sie zu Erde werden, wissen die Leute auch nach 20 Jahren noch genau, an welcher Stelle ihre Verstorbenen liegen.&#8221; Inzwischen stehen die Stadtv\u00e4ter im Zugzwang: &#8220;Sicherlich m\u00fcssen wir uns die Friedhofs-Satzung genau anschauen. Im Sinne des Wettbewerbs ist es sicherlich sinnvoll, wenn Kunden k\u00fcnftig auch aus solchen Angeboten w\u00e4hlen k\u00f6nnen&#8221;, r\u00e4umt Thomas Haferkorn (CDU) hierzu ein. Annette K\u00f6rner (Gr\u00fcne) h\u00e4lt die Bio-Urne f\u00fcr eine &#8220;interessante Variante&#8221;: &#8220;Diese Urnen sind ein Thema, um das wir uns k\u00fcmmern m\u00fcssen.&#8221;<\/p>\n<p>(Vgl. auch Meldung vom <a HREF=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/cgi-bin\/mih\/artikel.pl?id=-ID-&#038;artikel=20011108-02.news\">2001-11-08<\/a>.)<\/p>\n<p>Autorin: Marion Kupfer (nova)<br \/>\nEndredaktion: Michael Karus (nova)<br \/>\nQuelle: <a HREF=\"http:\/\/www.lvz-online.de\/\" >Leipziger volkszeitung Online<\/a> vom 2002-02-17.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine verrottbare Urne aus nachwachsenden Rohstoffen sorgt seit 1995 f&uuml;r gespaltene Lager unter Leipziger Bestattern. 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