{"id":5236,"date":"2002-03-01T00:00:00","date_gmt":"2002-02-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020301-02n"},"modified":"2002-03-01T00:00:00","modified_gmt":"2002-02-28T22:00:00","slug":"nova-interview-mit-bafa-geschaeftsfuehrer-bernd-frank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/nova-interview-mit-bafa-geschaeftsfuehrer-bernd-frank\/","title":{"rendered":"nova-Interview mit Bafa-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Bernd Frank"},"content":{"rendered":"<p><b><i>nova:<\/i><\/b> Herr Frank, die Badische Naturfaseraufbereitung (BaFa) ist einer der Pioniere bei der Verarbeitung von Hanfpflanzen. K\u00f6nnen Sie uns die Firma in ein paar S\u00e4tzen kurz vorstellen?<\/p>\n<p><b>Bernd Frank:<\/b> Die BaFa ist nach wie vor ein junges Unternehmen, das den Spagat zwischen Landwirtschaft und Industrie seit nunmehr sechs Jahren bewerkstelligt. Wir verstehen uns in erster Linie als Faseraufbereiter, also als produzierender Betrieb. Gleichzeitig sind wir aber auch in der Entwicklung der Aufbereitungs- und Erntetechnik sowie der Beratung beim Anbau t\u00e4tig. Nat\u00fcrlich verstehen wir uns auch als Partner der Industrie, die das landwirtschaftliche Produkt Hanfstroh den Anforderungen entsprechend konfektioniert. Somit wird der Landwirtschaft der Alternativanbau des nachwachsenden Rohstoffs Hanf und der Industrie der Einsatz von Naturfasern als Synthetikfaserersatz geboten.<\/p>\n<p><b><i>nova:<\/i><\/b> Wer sind heute die wichtigsten Kunden und wo sehen Sie f\u00fcr die Zukunft die interessantesten Potenziale?<\/p>\n<p><b>Bernd Frank:<\/b> Bei der Kunden- oder Abnehmerstruktur muss man die beiden Linien Fasern und Sch\u00e4ben unterscheiden. Der Faservertrieb erfolgt ausschlie\u00dflich an industrielle Abnehmer. Etwa dreiviertel der Fasermenge flie\u00dft an Automobilsystem-Lieferanten, der restliche Anteil in den D\u00e4mmstoffbereich (Produkt <a HREF=\"http:\/\/www.thermo-hanf.de\/\" >Thermo-Hanf<\/a>). Die Sch\u00e4ben finden Absatz als Endprodukt Tiereinstreu an den Endkunden oder an Zwischenh\u00e4ndler. Knapp 10% der Sch\u00e4ben werden im Baubereich, noch ohne Bauzulassung, als Sch\u00fcttd\u00e4mmung eingesetzt. F\u00fcr die Reststoffe, wie Kleinfaser- oder Sch\u00e4benfraktionen, gilt es, noch wertsch\u00f6pfende M\u00e4rkte zu erschlie\u00dfen, d.h., diese auch in hochwertigen technischen Produkten zu platzieren, wo sie synthetische Werkstoffe ersetzen k\u00f6nnen. Bestrebungen in dieser Richtung sind schon seit einiger Zeit im Gange.<\/p>\n<p><b><i>nova:<\/i><\/b> Ein wichtiger Kunde ist ganz sicher die Automobilindustrie. Gibt es hier bereits Erfolge?<\/p>\n<p><b>Bernd Frank:<\/b> Die Automobilindustrie war von Anfang an ein wesentlicher Garant f\u00fcr unseren Faserabsatz. Die Faserabsatzmengen stiegen in stetigem Ma\u00df auch mit der Erh\u00f6hung unserer Produktionskapazit\u00e4t. Bedingt durch die steigende Akzeptanz in der Automobilbranche, die den Hanf zu einer festen Gr\u00f6\u00dfe in Serienmodellen werden lie\u00df, was nicht zuletzt ein Verdienst der BaFa ist, die sich als verl\u00e4sslicher Partner der Industrie profiliert hat. Die Chancen, die Absatzmengen zu steigern, werden durch das Altfahrzeug-Gesetz deutlich verbessert.<\/p>\n<p><b><i>nova:<\/i><\/b> Ein anderer wichtiger Kunde ist die Fa. Hock mit dem D\u00e4mmstoff &#8220;Thermo-Hanf&#8221;. Welche Potenziale sehen Sie hier?<\/p>\n<p><b>Bernd Frank:<\/b> Gemeinsam mit der Firma Hock wurde das Produkt Thermo-Hanf entwickelt und erhielt 1998 die Bauzulassung. Die Firma Hock hat durch Ihr professionelles Marketing inzwischen f\u00fcr einen deutschlandweiten und -bekannten Vertrieb dieses Produktes gesorgt. Mehrere Preise f\u00fcr die Innovation und das Engagement f\u00fcr dieses Produkt best\u00e4tigen diese Bem\u00fchungen. Im Thermo-Hanf steckt noch einiges Entwicklungspotenzial, z.B. das Ersetzen der Bicofaser durch ein nat\u00fcrliches Bindemittel.<\/p>\n<p><b><i>nova:<\/i><\/b> Schon vor Jahren war zu lesen, dass Hanfvliese auch als Wachstumsmedium im Food-Bereich Verwendung finden k\u00f6nnten (vgl. auch Meldung vom <a HREF=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/cgi-bin\/mih\/artikel.pl?id=-ID-&#038;artikel=19990721-02.news\">1999-07-21<\/a>). Gibt es hier neuere Entwicklungen?<\/p>\n<p><b>Bernd Frank:<\/b> Die Firma &#8220;Innovation pro Terra&#8221; hat inzwischen in Ihrer \u00fcber vierj\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit das Wuchssubstrat Naturfaservlies zu einem etablierten Produkt gemacht. Auf diesen Vliesen werden auch in den Niederlanden und in \u00d6sterreich beachtliche Mengen an Kr\u00e4utern und W\u00fcrzsprossen gez\u00fcchtet. Abnehmer f\u00fcr dieses Produkt sind Kleing\u00e4rtnereien bis zu gro\u00dfen Gartenbaubetrieben. Tendenz deutlich steigend.<\/p>\n<p><b><i>nova:<\/i><\/b> Herr Frank, wie beurteilen Sie die M\u00f6glichkeit, neben den Fasern auch die Hanfsch\u00e4ben und -samen erfolgreich zu vermarkten.<\/p>\n<p><b>Bernd Frank:<\/b> Der Sch\u00e4benvertrieb hat sich von Anfang an mit minimalem Werbeaufwand zum zweiten Standbein der BaFa entwickelt. Inzwischen verh\u00e4lt es sich so, dass die komplette Produktion auf Bestellung produziert wird und somit nahezu keine Lagerhaltung notwendig ist. Die Entwicklung des Koppelernters hat uns einen weiteren, wichtigen Absatzzweig er\u00f6ffnet: den Hanfsamenmarkt. Hier ist noch erhebliches Steigerungspotenzial beim Absatz m\u00f6glich. Wichtig bei diesem Produkt ist das Erzielen der geforderten Qualit\u00e4t. Nach inzwischen zweij\u00e4hriger Erfahrung mit dem Produkt werden wir in der Lage sein, den Import von Hanfsamen noch weiter zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Der Vertrieb von Hanfsamen ist f\u00fcr die BaFa essenziell, um die fallenden Subventionen f\u00fcr den Hanfanbau aufzufangen und den Landwirten nach wie vor attraktive Deckungsbeitr\u00e4ge zu bieten.<\/p>\n<p><b><i>nova:<\/i><\/b> Mitte Januar war zu lesen, dass die BaFa bei einer neuen Hanffabrik in Spremberg in den Bereichen Beratung und Vermarktung aktiv werden soll. Wird hier ein neuer Gesch\u00e4ftsbereich etabliert?<\/p>\n<p><b>Bernd Frank:<\/b> Die Idee des Gesch\u00e4ftszweigs Know-how-Transfer ist gar nicht so neu. Im Fall Spremberg hat sich die Angelegenheit zum ersten Mal konkretisiert. (Vgl. auch Meldung vom <a HREF=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/cgi-bin\/mih\/artikel.pl?id=-ID-&#038;artikel=20020115-02.news\">2002-01-15<\/a>. Es w\u00e4re sicherlich falsch, das Wissen und die Erfahrung um den Hanfanbau und den Faseraufschluss nicht zug\u00e4nglich zu machen. Schlie\u00dflich ist eine \u00d6kologisierung der Landwirtschaft und auch der industriellen Abl\u00e4ufe ein Firmenziel. Daher k\u00f6nnen wir aufgrund unserer langj\u00e4hrigen Erfahrung ma\u00dfgeschneiderte technische L\u00f6sungen als auch System-Know-how von der Landwirtschaft bis zur Vermarktung anbieten. Wir sehen in diesem Bereich eine gro\u00dfe Zukunft, da aktuell der Knoten beim Absatz platzt und dadurch Anbau und Verarbeitung gefragt sind.<\/p>\n<p><b><i>nova:<\/i><\/b> Welche Vorteile bringt die Einbindung in die <a HREF=\"http:\/\/www.treuhanf.de\/\" >TreuHanf-Gruppe<\/a> f\u00fcr die Entwicklung Ihres Gesch\u00e4ftes?<\/p>\n<p><b>Bernd Frank:<\/b> Die Einbindung in der TreuHanf-Gruppe (vgl. auch Meldung vom <a HREF=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/cgi-bin\/mih\/artikel.pl?id=-ID-&#038;artikel=20011015-01.news\">2001-10-15<\/a>) ist bei pragmatischer Sichtweise erst einmal unerl\u00e4sslich zur finanziellen Stabilisierung und Konsolidierung der BaFa. In ideeller Hinsicht nat\u00fcrlich ein wichtiger Schritt in Richtung Synchronisierung der T\u00e4tigkeiten auf dem deutschen und sogar auf dem europ\u00e4ischen Hanfmarkt. \u00dcber unseren Partner TreuHanf ist der Know-how-Transfer einfacher zu bewerkstelligen und auch die M\u00f6glichkeiten zur Erschlie\u00dfung des osteurop\u00e4ischen Hanfmarktes gegeben. Wissen kann geb\u00fcndelt und Kontakte gezielter genutzt werden. <\/p>\n<p><b><i>nova:<\/i><\/b> Herr Frank, wir danken Ihnen f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/p>\n<p>Autor und Gespr\u00e4chsf\u00fchrung: Klaus-Martin Meyer (nova)<br \/>\nEndredaktion: Marion Kupfer (nova)<br \/>\nQuelle: Interview mit <a HREF=\"http:\/\/www.bafa-gmbh.de\/\" >Bafa<\/a>-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Bernd Frank am 2002-03-01. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b><i>nova:<\/i><\/b> Herr Frank, die Badische Naturfaseraufbereitung (BaFa) ist einer der Pioniere bei der Verarbeitung von Hanfpflanzen. 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