{"id":52250,"date":"2018-04-30T06:41:04","date_gmt":"2018-04-30T04:41:04","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.innovations-report.de%2Fhtml%2Fberichte%2Fbiowissenschaften-chemie%2Fneues-bakterium-aus-oel-des-deepwater-horizon-unfalls-beschrieben.html"},"modified":"2018-04-26T09:42:45","modified_gmt":"2018-04-26T07:42:45","slug":"forscher-beschreiben-neues-bakterium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/forscher-beschreiben-neues-bakterium\/","title":{"rendered":"Forscher beschreiben neues Bakterium"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erstmals konnten Oldenburger Forscher zusammen mit Kollegen aus Braunschweig und Chapel Hill (USA) ein aus \u00f6lbelasteten Proben des Deepwater-Horizon-Unfalls von 2010 isoliertes Bakterium wissenschaftlich beschreiben. Es geh\u00f6rt zur Gruppe der Roseobacter und damit zu einer der wichtigsten Gruppen von Meeresbakterien.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_52254\" aria-describedby=\"caption-attachment-52254\" style=\"width: 240px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-52254\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/csm_03-Deepwater_Horizon_Oil_Spill_Luke_McKay_UNC_Chapel_Hill_web_791a941b60-300x169.jpg\" alt=\"\u00d6lteppich im Golf von Mexiko nach dem Untergang der \u00d6lplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010. Foto: Dr. Luke McKay\" width=\"240\" height=\"135\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/04\/csm_03-Deepwater_Horizon_Oil_Spill_Luke_McKay_UNC_Chapel_Hill_web_791a941b60-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/04\/csm_03-Deepwater_Horizon_Oil_Spill_Luke_McKay_UNC_Chapel_Hill_web_791a941b60.jpg 418w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-52254\" class=\"wp-caption-text\">\u00d6lteppich im Golf von Mexiko nach dem Untergang der \u00d6lplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010. Foto: Dr. Luke McKay<\/figcaption><\/figure>\n<p>In der M\u00e4rz-Ausgabe des International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology zeigt das Team um Dr. Helge-Ansgar Giebel vom Institut f\u00fcr Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universit\u00e4t Oldenburg mit Erstautorin Franziska Klotz, dass der jetzt gefundene Organismus einer neuen Gattung zuzuordnen ist. Eine ihrer herausragenden Eigenschaften: Die F\u00e4higkeit, spezielle aromatische Verbindungen abbauen zu k\u00f6nnen. Die Frage, welche Mikroorganismen \u00d6l abbauen und welche Rolle sie dabei konkret spielen, ist f\u00fcr den Umgang mit \u00d6lunf\u00e4llen besonders wichtig. Nur so sei es den Wissenschaftlern zufolge m\u00f6glich, unterst\u00fctzende Bedingungen zu schaffen oder sogar gezielt gro\u00dfe Mengen \u00f6lzersetzender Organismen einzusetzen.<\/p>\n<h3>Eine ganz neue Gattung<\/h3>\n<figure id=\"attachment_52253\" aria-describedby=\"caption-attachment-52253\" style=\"width: 259px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-52253\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/csm_01-ICBM_SRiexinger_Tritonibacter_web_0302a18d0f-300x169.jpg\" alt=\"Prof. Dr. Andreas Teske (l.) und Dr. Helge-Ansgar Giebel mit einer \u00d6l-Meerwasser-Probe des Deepwater-Horizon-Unfalls, aus der Tritonibacter isoliert wurde. Foto: Dr. Sibet Riexinger\" width=\"259\" height=\"146\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/04\/csm_01-ICBM_SRiexinger_Tritonibacter_web_0302a18d0f-300x169.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/04\/csm_01-ICBM_SRiexinger_Tritonibacter_web_0302a18d0f.jpg 418w\" sizes=\"auto, (max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-52253\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Andreas Teske (l.) und Dr. Helge-Ansgar Giebel mit einer \u00d6l-Meerwasser-Probe des Deepwater-Horizon-Unfalls, aus der Tritonibacter isoliert wurde. Foto: Dr. Sibet Riexinger<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das jetzt neu beschriebene Bakterium erhielt von Umweltwissenschaftler Giebel den wissenschaftlichen Namen Tritonibacter horizontis. Der Gattungsname spielt an auf Triton, einen Meeresgott der griechischen Mythologie. Der Artenname horizontis stellt die Verbindung zur Herkunft des Isolats aus dem \u00d6l des Deepwater-Horizon-Unfalls her. \u201eEinen solchen Organismus, der auf dem \u00d6l des Deepwater-Horizon-Unfalls \u00fcberlebt, wollten wir uns sehr genau anschauen\u201c, sagt Giebel. \u201eDabei wurde uns bald klar, dass wir das Bakterium einer ganz neuen Gattung zuordnen m\u00fcssen\u201c. Es vereine Eigenschaften einzelner Vertreter der Roseobacter-Gruppe, w\u00e4hrend typische Charakteristika der n\u00e4chst verwandten Gattung jedoch fehlten. Das Erbgut f\u00fcr den Abbau spezieller aromatischer Verbindungen finde sich so ansonsten nur bei weiter entfernten Gattungen, so Giebel. \u201eDaf\u00fcr kann das neue Bakterium ein bestimmtes Antibiotikum nicht produzieren, was nahverwandte Arten durchaus tun\u201c, erg\u00e4nzt der Wissenschaftler.<\/p>\n<p>Nach Explosion und Untergang der \u00d6lplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko am 20. April 2010 traten bis zum 19. September des Jahres, dem Tag des Verschlusses der \u00d6lquelle, gesch\u00e4tzt 800 Millionen Liter Roh\u00f6l aus. Das Ereignis gilt als die bislang schwerste Umweltkatastrophe dieser Art. Der Aufwand, den Einsatzkr\u00e4fte nach dem Ungl\u00fcck betreiben mussten, war enorm. In unterschiedlichen Tiefen auftretende \u00d6lschwaden wurden beispielsweise mit gro\u00dfen Mengen spezieller Chemikalien fein verteilt; die Mikroorganismen sollten so die \u00d6lbestandteile schneller angreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Vom \u00d6labbau abgelenkt<\/h3>\n<p>\u201eEin nicht unumstrittenes Verfahren\u201c, sagt Co-Autor Prof. Dr. Andreas Teske, Meereswissenschaftler an der Universit\u00e4t North Carolina, derzeit Gast am ICBM. Er erg\u00e4nzt: \u201eNeue Ergebnisse in der Literatur deuten darauf hin, dass zun\u00e4chst die eingesetzten Chemikalien abgebaut werden\u201c. Die Bakterien w\u00fcrden also von ihrer eigentlichen Aufgabe, dem \u00d6labbau, \u201eabgelenkt\u201c. \u201eSie bilden ein Netzwerk verschiedener sich unterst\u00fctzender Mikroorganismen, das wir gerade erst zu verstehen beginnen. Tritonibacter k\u00f6nnte sein Scherflein dazu beitragen, anderen Bakterien den \u00d6labbau zu erleichtern\u201c.<\/p>\n<p>Umweltwissenschaftler Giebel erkl\u00e4rt das so: \u201eTritonibacter verwertet neben einem Spektrum von Zuckern und Aminos\u00e4uren auch verschiedene aromatische Verbindungen, wie sie in \u00d6l vorkommen, als Kohlenstoff- und Energiequelle.\u201c Unter Mitwirkung anderer Bakterien entstehe aus bestimmten \u00d6linhaltsstoffen etwa die aromatische 4-Hydroxybenzoes\u00e4ure. \u00dcber verschiedene Zwischenschritte sorge\u00a0 Tritonibacter daf\u00fcr, dass verschiedene Abbauprodukte entstehen \u2013 die dann wiederum auch von anderen Bakterienarten verwertet werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>F\u00fcr weitere Untersuchungen wird Tritonibacter am ICBM bei minus 80 Grad Celsius stabil aufbewahrt. \u201eErstmalig k\u00f6nnen wir so der Wissenschaftsgemeinde ein vollst\u00e4ndig Genom-sequenziertes und taxonomisch beschriebenes Bakterium aus dem Deepwater-Horizon-\u00d6lunfall zur Verf\u00fcgung stellen.\u201c<\/p>\n<p>Bereits seit dem Jahr 2010 forschen Mikrobiologen, Naturstoffchemiker, Genetiker und Bioinformatiker unter Leitung des Oldenburger Mikrobiologen und Mitautors Prof. Dr. Meinhard Simon im Sonderforschungsbereich \u201eRoseobacter\u201c. Die Wissenschaftler befassen sich mit den evolution\u00e4ren, genetischen und physiologischen Eigenschaften und Anpassungen der Bakterien in ihren verschiedenen Lebensr\u00e4umen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstmals konnten Oldenburger Forscher zusammen mit Kollegen aus Braunschweig und Chapel Hill (USA) ein aus \u00f6lbelasteten Proben des Deepwater-Horizon-Unfalls von 2010 isoliertes Bakterium wissenschaftlich beschreiben. Es geh\u00f6rt zur Gruppe der Roseobacter und damit zu einer der wichtigsten Gruppen von Meeresbakterien. 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