{"id":5218,"date":"2002-03-10T00:00:00","date_gmt":"2002-03-09T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20020310-02n"},"modified":"2002-03-10T00:00:00","modified_gmt":"2002-03-09T22:00:00","slug":"schellack-oeko-rohstoff-mit-hohem-ansehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/schellack-oeko-rohstoff-mit-hohem-ansehen\/","title":{"rendered":"Schellack &#8211; \u00d6ko-Rohstoff mit hohem Ansehen"},"content":{"rendered":"<p>Schon vor 4.000 Jahren sch\u00e4tzte man den Seidenglanz des Naturharzes aus den Larvenh\u00fclsen der nur in S\u00fcd- und S\u00fcdostasien heimischen Schildlaus Kerria lacca. Eine Renaissance erlebt der \u00d6ko-Werkstoff in neuester Zeit auf breiter Front. Seien es Bindemittel in lebensmittelechten Druckfarben, Mattierungen f\u00fcr die Holzbearbeitung, Sockelkitt in Gl\u00fchbirnen, magensaftresistente Dragees, mit Schellack zur Frischhaltung \u00fcberzogene \u00c4pfel aus \u00dcbersee oder die bew\u00e4hrten Eigenschaften des Farbstoffs in Lippenstift und Nagellack &#8211; der umweltvertr\u00e4gliche Naturharz schwimmt derzeit ganz oben auf der \u00d6kowelle mit.<\/p>\n<p>&#8220;Wir beziehen unsere Rohware zum \u00fcberwiegenden Teil aus Indien, aus Bihar oberhalb von Kalkutta&#8221;, informiert Cord Br\u00fcggemann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei der Bremer Firma <a HREF=\"http:\/\/www.stroever.de\/\" >Stroever Schellack Bremen (SSB)<\/a>, nach eigenen Angaben der einzige Schellack verarbeitende Betrieb in Europa. Die harzigen Wohnh\u00fclsen der Larven werden von ihren Wirtspflanzen von den \u00c4rmsten des Landes geerntet, die diesen &#8220;Stocklack&#8221; an Fabriken verkaufen, die daraus wiederum durch Waschen und Zerkleinern den Rohstoff &#8220;K\u00f6rnerlack&#8221; erhalten. In Jutes\u00e4cke verpackt, gelangt dieser dann per Schiffsfracht in die Lagerhallen der SSB auf der Muggenburg.<\/p>\n<p>&#8220;\u00dcberwiegend besteht unsere Verarbeitung aus der Reinigung des K\u00f6rnerlacks&#8221;, erl\u00e4utert Cord Br\u00fcggemann, &#8220;mittlerweile verarbeiten wir j\u00e4hrlich rund 680 Tonnen Rohstoffe.&#8221; Der K\u00f6rnerlack wird in \u00c4thanol aufgel\u00f6st und mit Aktivkohle versetzt, die sowohl einen Teil der Farbstoffe als auch das Wachs bindet, welches nachher wieder aus der Aktivkohle ausgewaschen wird &#8220;Die kosmetische Industrie, die Schellack braucht als \u00dcberzug f\u00fcr Lippenstifte oder als viskos-festigende Substanz in Wimperntuschen, nimmt auch gern diese Wachse&#8221;, berichtet Br\u00fcggemann. Der gereinigte Schellack &#8211; je nach Ausgangsqualit\u00e4t des K\u00f6rnerlacks &#8211; l\u00e4uft dann wie z\u00e4her Honig unterschiedlicher F\u00e4rbungen auf ein Abrollband, wo er zu einem d\u00fcnnen Film ausgezogen wird. W\u00e4hrend des Erkaltens verliert das Material seine Elastizit\u00e4t und bricht am Ende des F\u00f6rderbandes von selbst in kleine St\u00fccke.<\/p>\n<p>Die gerade in Betrieb genommene neue Produktionsanlage f\u00fcr Bl\u00e4tterschellack ist derzeit der ganze Stolz des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers: &#8220;Die weltweit modernste, deren Realisierung wir in gro\u00dfem Ma\u00dfe der Unterst\u00fctzung durch die Bremer Sonderm\u00fcll-Beratungsgesellschaft zu verdanken haben.&#8221; Denn: &#8220;Alle Zus\u00e4tze, die der Reinigungsvorgang ben\u00f6tigt, werden fast zu hundert Prozent zur\u00fcckgewonnen. Unserer Deponie-Abfall ist in den vergangenen Jahren um 90 Prozent geschrumpft.&#8221; Diese Anlage erm\u00f6glicht dem Unternehmen nun auch, die Nachfrage der pharmazeutischen Industrie nachhaltig zu befriedigen. &#8220;Mit Schellack, der den Anforderungen der pharmazeutischen Industrie und Kosmetik gerecht wird, lassen sich nat\u00fcrlich ganz andere Preise erzielen als mit Industrieschellacken beispielsweise f\u00fcr Lacke&#8221;, erkl\u00e4rt Br\u00fcggemann, der sich mit seinen Mit-Inhabern, den Vettern Bernhard, Hermann und Viktor Stroever sicher ist, dass sich die vier Mio. Euro teure neue Anlage rechnen wird.<\/p>\n<p>Kontakt:<br \/>\nStroever GmbH &#038; Co. KG<br \/>\nAuf der Muggenburg 11<br \/>\n28217 Bremen<br \/>\nTel.: +49-(0)421-386 13-0<br \/>\nFax: +49-(0)421-386 13-44<br \/>\nE-Mail: <a HREF=\"mailto:info@stroever.de\">info@stroever.de<\/a><\/p>\n<p>Autorin: Marion Kupfer (nova)<br \/>\nEndredaktion: Michael Karus (nova)<br \/>\nQuelle: <a HREF=\"http:\/\/www.weser-kurier.de\/\" >Weser Kurier Online<\/a> vom 2002-03-10.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon vor 4.000 Jahren sch&auml;tzte man den Seidenglanz des Naturharzes aus den Larvenh&uuml;lsen der nur in S&uuml;d- und S&uuml;dostasien heimischen Schildlaus Kerria lacca. 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