{"id":51493,"date":"2018-03-28T07:32:54","date_gmt":"2018-03-28T05:32:54","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=51493"},"modified":"2018-03-26T16:04:51","modified_gmt":"2018-03-26T14:04:51","slug":"konkurrenz-fuer-glasfaserverstaerkte-verbundwerkstoffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/konkurrenz-fuer-glasfaserverstaerkte-verbundwerkstoffe\/","title":{"rendered":"Konkurrenz f\u00fcr glasfaserverst\u00e4rkte Verbundwerkstoffe"},"content":{"rendered":"<p>Maik Wonneberger ist langj\u00e4hriger Mitarbeiter der INVENT GmbH, wo er als Ingenieur der Produktions- und Verfahrenstechnik in vielf\u00e4ltigen Forschungs- und Entwicklungsprojekten eingebunden ist. Die Ergebnisse der Erarbeitung und Erprobung neuartiger Materialkonzepte, optimierter Prozesse und innovativer Technologien bilden eine wichtige Grundlage f\u00fcr den wirtschaftlichen Erfolg der INVENT Innovative Verbundwerkstoffe Realisation und Vermarktung neuer Technologien GmbH (INVENT GMBH), die sich als mittelst\u00e4ndisches Unternehmen immer wieder mit neuen Ideen am Markt beweisen muss, um nachhaltig erfolgreich zu sein.<\/p>\n<p>Schwerpunkt der INVENT GmbH sind hochpr\u00e4zise Strukturkomponenten f\u00fcr Luftfahrt und Raumfahrt sowie f\u00fcr Anwendungen im kundenspezifischen Leichtbau. 1996 als Spin-off des Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt gegr\u00fcndet, hat sich INVENT als anerkannter Engineering-Spezialist am Markt etabliert.<\/p>\n<p>Das Unternehmen deckt dabei die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette der Faserverbundindustrie ab, beginnend bei der Auslegung, Konstruktion und Berechnung der Strukturen \u00fcber Werkzeug- und Formenbau, Entwicklung von Verfahrenstechnik und der Fertigung von Prototypen bis zur Serienproduktion. Komplettiert wird das Leistungsspektrum durch entsprechendes Know-how in der Nacharbeit und der Beschichtung der Bauteile.<\/p>\n<p>Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Arbeit im Projekt <a href=\"http:\/\/www.stfi.de\/projekt-futuretex.html\" target=\"_blank\">futureTEX<\/a>?<\/p>\n<p>Wir wollen eine Alternative f\u00fcr konventionelle Faserverbundwerkstoffe schaffen, indem wir Naturfasern als Verst\u00e4rkungsfaser nutzen. Die Idee an sich ist nicht neu. Seit \u00fcber 20 Jahren wird diesbez\u00fcglich Forschung betrieben. In einigen Anwendungen hat sich das Material bereits durchsetzen k\u00f6nnen, beispielsweise beim PKW-Interieur. Das sind aber haupts\u00e4chlich Verkleidungsbauteile, die wenig bis keine lasttragende Funktion haben.<\/p>\n<p>Wir wissen aber, dass in den Faserpflanzen gerade in Bezug auf h\u00f6here Traglasten noch viel ungenutztes Potenzial steckt. Genau das wollen wir in unserem Vorhaben abrufen. Dazu beschreiten wir einen neuen Weg, der bereits bei der faserschonenden Ernte und Aufbereitung der Pflanzen beginnt. Hierf\u00fcr wurde ein spezieller Sch\u00e4lroboter entwickelt und in Betrieb genommen, der die Faserstruktur sch\u00fctzt und erh\u00e4lt. Mit ihm wird automatisiert die Rinde von Hanfst\u00e4ngeln abgesch\u00e4lt. Aus diesen endlichen Segmenten wird anschlie\u00dfend ein Endlosmaterial gewonnen, das f\u00fcr einen Textilprozess anwendbar ist. Unser neuartiges Ernte- und Isolierverfahren macht die Garnherstellung und das damit verbundene Verdrillen \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n<p>Das entstehende fl\u00e4chige Textil ist die Ausgangsbasis, um faserverst\u00e4rkte Bauteile zu fertigen. Diese verf\u00fcgen \u00fcber vergleichbare Eigenschaften wie glasfaserverst\u00e4rkte Verbundwerkstoffe. Als Besonderheit ist zu nennen, dass wir anstelle konventioneller Kunstharze mit biogenen Matrixsystemen arbeiten, um einen besonders nachhaltigen Werkstoff zu gewinnen.<\/p>\n<p>Die grundlegende Technologiekette ist inzwischen aufgebaut und in der verbleibenden Zeit werden wir die Prozesse weiter optimieren und unseren neuen Werkstoff intensiv charakterisieren. Die ersten Pr\u00fcfergebnisse liegen bereits vor und haben unsere Erwartungen teilweise deutlich \u00fcbertroffen. In Sachen Steifigkeit und Festigkeit steht unser Werkstoff glasfaserverst\u00e4rkten Verbundwerkstoffen kaum in etwas nach. Ganz im Gegenteil: Er hat dar\u00fcber hinaus den Vorteil, wesentlich leichter zu sein.<\/p>\n<p>In welchen Vorhaben arbeiten Sie aktiv mit? Was sind Ihre Aufgaben?<\/p>\n<p>Wir sind Koordinator des futureTEX Vorhabens &#8220;bHT &#8211; biogene Heavy Tows&#8221;, dessen Thema die Entwicklung einer industrietauglichen Prozesskette zum nachhaltigen Einsatz von Hanfbastrinde als biogene Heavy Tows in textilen Leichtbauprodukten ist. Unsere Aufgabe ist vor allem die Entwicklung der Technologie und Verarbeitungsmethodik zur Nutzung der neuen Fasermaterialien. INVENT ist ein Unternehmen der Luft- und Raumfahrtbranche, deshalb haben wir uns auch f\u00fcr einen entsprechenden Demonstrator aus einer Luftfahrtanwendung entschieden. Dieser soll beim &#8220;4. Interdisziplin\u00e4ren Fahrzeugkolloquium&#8221; am STFI im Juni pr\u00e4sentiert werden. Die Pr\u00e4sentation markiert gleichzeitig den Abschluss unseres Vorhabens, denn im Rahmen der Veranstaltung wird auch unser Abschlusstreffen stattfinden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist das im Vorhaben entwickelte Fasermaterial auch f\u00fcr andere Branchen von Interesse. Ein Transfer in den Automobilbereich ist durchaus denkbar und auch angestrebt. Denn sowohl in der Luftfahrt als auch in der Automobilindustrie besteht eine hohe Nachfrage nach Werkstoffen, die einerseits leistungsf\u00e4hig und kosteng\u00fcnstig, andererseits aber nachhaltig und \u00f6kologisch sind. Diese L\u00fccke hoffen wir schlie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Welche Erwartungen und W\u00fcnsche haben Sie an die Zusammenarbeit im Konsortium?<\/p>\n<p>Die INVENT GmbH als Hersteller von Faserverbundbauteilen hat nat\u00fcrlich schon immer eine gewisse Schnittmenge mit der Textilindustrie gehabt, denn schlie\u00dflich sind Textilprodukte in Form von Geweben und Gelegen eine unserer Arbeitsgrundlagen.<\/p>\n<p>Im Rahmen von futureTEX sind wir nun in der neuen Situation, nicht nur bei der Anwendung von Textilien, sondern auch in den gesamten textilen Entwicklungsprozess eingebunden zu sein &#8211; von der Rohstoffaufbereitung bis zum fl\u00e4chigen Halbzeug. Daraus erwarten wir v\u00f6llig neue Aspekte der Mitgestaltung des finalen Produkts und generell ein tieferes Verst\u00e4ndnis der textilen Technologien. Wir sehen darin als Endanwender textiler Halbzeuge einen gro\u00dfen Vorteil, denn wir k\u00f6nnen nur dann qualitativ hochwertige Bauteile produzieren, wenn textile Produkte hoher Qualit\u00e4t verf\u00fcgbar sind. Andererseits k\u00f6nnen die Partner aus der Textilindustrie ein gutes Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr entwickeln, auf was es bei der Verarbeitung ihrer Produkte beim Anwender ankommt. Dadurch haben beide Seiten einen Vorteil.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Erfolg des Vorhabens war es zu Anfang entscheidend, die verschiedenen Sichtweisen der Partner abzugleichen und ein gemeinsames Grundverst\u00e4ndnis zu schaffen. Dementsprechend war auch ein intensiver Gedankenaustausch erforderlich, was sich in den vielen Arbeitstreffen und Telefonkonferenzen widerspiegelt, die stattgefunden haben. Dadurch sind wir zu einem guten Team zusammengewachsen.<\/p>\n<p>Mein Wunsch ist, dass wir diese gute Zusammenarbeit nach Vorhabenabschluss weiterf\u00fchren werden, um gemeinsam eine gute Verwertung der Ergebnisse zu realisieren. Im Moment sieht es ganz danach aus, dass dieser Wunsch in Erf\u00fcllung gehen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maik Wonneberger ist langj\u00e4hriger Mitarbeiter der INVENT GmbH, wo er als Ingenieur der Produktions- und Verfahrenstechnik in vielf\u00e4ltigen Forschungs- und Entwicklungsprojekten eingebunden ist. 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