{"id":51328,"date":"2018-03-23T07:20:54","date_gmt":"2018-03-23T06:20:54","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=51328"},"modified":"2018-03-21T12:11:12","modified_gmt":"2018-03-21T11:11:12","slug":"ohne-hopfen-wie-gut-schmeckt-gen-bier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ohne-hopfen-wie-gut-schmeckt-gen-bier\/","title":{"rendered":"Ohne Hopfen: Wie gut schmeckt Gen-Bier?"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt nicht wenige Menschen, die schw\u00f6ren beim Thema Bier auf das deutsche Reinheitsgebot. Die teilweise auf jahrhundertealten Vorschriften zur\u00fcckgehende Selbstverpflichtung besagt, dass Bier nur aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser hergestellt werden darf. Nur so schmeckt ein Bier wie ein Bier schmecken soll, behaupten viele Brauereien.<\/p>\n<p>Doch US-Biotechnologen haben nun ein Bier ohne Hopfen entwickelt. Und paradoxerweise schmeckt es hopfiger als das mit echtem Hopfen drin. M\u00f6glich macht das Gentechnik: Die Forscher ver\u00e4nderten Bierhefest\u00e4mme genetisch so, dass sie beim Brauen nicht nur Alkohol erzeugen, sondern auch die beiden wichtigsten Aromastoffe des Hopfens.<\/p>\n<p>Jay Keasling und Charles Denby von der University of California in Berkeley und ihre Kollegen berichten im Fachjournal &#8220;<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-018-03293-x\" target=\"_blank\">Nature Communications<\/a>&#8220;, dass Tester ihr Getr\u00e4nk bei einer Verkostung sogar als st\u00e4rker gehopft empfanden als ein echtes Hopfenbier.<br \/>\nMit einem Schuss Wasser oder ohne?<\/p>\n<p>Genuss-Studie: Warum Wasser den Whisky besser macht<\/p>\n<p>Als Gr\u00fcnde f\u00fcr die biotechnologische Ver\u00e4nderung der Bierhefe nennen die Forscher hohe Preise f\u00fcr die in den USA verbreitete Hopfensorte &#8220;Cascade&#8221;. Der Anbau von Hopfen (Humulus lupulus) sei zudem sehr wasser- und energieintensiv. &#8220;Au\u00dferdem variieren Hopfensorten betr\u00e4chtlich im Gehalt an \u00e4therischen \u00d6len, was es schwierig macht, einen gleichbleibenden hopfigen Geschmack in Bier zu erreichen&#8221;, schreibt das Team.<br \/>\nAnzeige<\/p>\n<p>Der typische Hopfengeschmack h\u00e4ngt von mehreren Aromastoffen ab. Als wichtigste Geschmackstr\u00e4ger gelten Linalool und Geraniol. Beide kommen in den \u00e4therischen \u00d6len vieler Pflanzen vor, weshalb die Wissenschaftler zun\u00e4chst testeten, welche davon sich als Ausgangsbasis f\u00fcr die gesuchten Gene am besten eignen. Sie fanden sie in der Wasserminze (Mentha aquatica) und im Basilikum (Ocimum basilicum).<\/p>\n<p>Linalool und Geraniol werden \u00fcber mehrere Stoffwechselschritte hergestellt. Darum mussten die Forscher herausfinden, welche Proteine daf\u00fcr n\u00f6tig sind. Letztlich schleusten sie Gene in die Bierhefe ein, die die Informationen zur Produktion von vier Eiwei\u00dfstoffen tragen. Weil sie verschiedene Methoden zur Integration der Gene in das Erbgut der Hefe verwendeten, schufen sie verschiedene St\u00e4mme, die unterschiedliche Mengen Linalool und Geraniol produzieren.<\/p>\n<p>&#8220;Vielf\u00e4ltigeres Bouquet von Molek\u00fclen&#8221;<\/p>\n<p>Mit drei genetisch ver\u00e4nderten St\u00e4mmen brauten die Biotechnologen Biere und verkosteten sie dann zusammen mit einem normalen Hopfenbier. Zumindest ein Stamm, JBEI-16652, brachte ein Bier hervor, dem die Probanden einen st\u00e4rkeren Hopfengeschmack bescheinigten als normalem Bier. Dennoch betonen die Forscher, dass der volle, durch traditionellen Hopfen erzeugte Geschmack &#8220;wahrscheinlich auf einem vielf\u00e4ltigeren Bouquet von Molek\u00fclen beruht&#8221;.<\/p>\n<p>Erstautor Denby ist dennoch von der neuen Bierhefe so \u00fcberzeugt, dass er f\u00fcr Herstellung und Vermarktung ein Unternehmen gegr\u00fcndet hat. Seine Zielgruppe sind kleine Brauereien, die unter den hohen Hopfenpreisen leiden. Zwar gebe es erhebliche Vorbehalte in der Bev\u00f6lkerung gegen biotechnologisch erzeugte Lebensmittel, schreiben die Forscher. Sie sind aber \u00fcberzeugt, dass ihre Braumethode nachhaltiger ist als der Hopfenanbau und deshalb eine Chance hat.<\/p>\n<div class=\"BorlabsCookie _brlbs-cb-youtube\">\n<div class=\"_brlbs-content-blocker\">\n<div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img decoding=\"async\" class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/assets\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <\/p>\n<div class=\"_brlbs-caption\">\n<p>By loading the video, you agree to YouTube&#8217;s privacy policy.<br \/><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy?hl=en&amp;gl=en\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Learn more<\/a><\/p>\n<p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Load video<\/a><\/p>\n<p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>Always unblock YouTube<\/small><\/label><\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iSG93IHRvIG1ha2UgYSBob3BweSBiZWVyIC0gd2l0aG91dCB0aGUgaG9wcyIgd2lkdGg9IjUwMCIgaGVpZ2h0PSIyODEiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvY1hUWHFHSldKdFE\/ZmVhdHVyZT1vZW1iZWQiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvdz0iYWNjZWxlcm9tZXRlcjsgYXV0b3BsYXk7IGNsaXBib2FyZC13cml0ZTsgZW5jcnlwdGVkLW1lZGlhOyBneXJvc2NvcGU7IHBpY3R1cmUtaW4tcGljdHVyZTsgd2ViLXNoYXJlIiByZWZlcnJlcnBvbGljeT0ic3RyaWN0LW9yaWdpbi13aGVuLWNyb3NzLW9yaWdpbiIgYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuPjwvaWZyYW1lPg==<\/script><\/div>\n<\/div>\n<p>Video by Roxanne Makasdjian and Stephen McNally, UC Berkeley.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt nicht wenige Menschen, die schw\u00f6ren beim Thema Bier auf das deutsche Reinheitsgebot. 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