{"id":5131,"date":"2001-12-15T00:00:00","date_gmt":"2001-12-14T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20011215-02n"},"modified":"2001-12-15T00:00:00","modified_gmt":"2001-12-14T22:00:00","slug":"hanfl-ein-neues-highlight-fr-die-kche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/hanfl-ein-neues-highlight-fr-die-kche\/","title":{"rendered":"Hanf&ouml;l: Ein neues &#8220;Highlight&#8221; f&uuml;r die K&uuml;che?"},"content":{"rendered":"<p>Hanf\u00f6l ist durch seinen hohen Gehalt an mehrfach unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren au\u00dferordentlich interessant f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung. Das haben Untersuchungen der Bundesanstalt f\u00fcr Getreide-, Kartoffel und Fettforschung (BAGKF) ergeben, \u00fcber die in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins &#8220;ForschungsReport&#8221; berichtet wird. Danach besteht das Fetts\u00e4urespektrum von Hanf\u00f6l zu 70-80 % aus Linol- und Linolens\u00e4ure. Diese essenziellen Fetts\u00e4uren sind f\u00fcr verschiedene Prozesse im menschlichen K\u00f6rper wie der Blutgerinnung oder der Entz\u00fcndungshemmung unentbehrlich.<\/p>\n<p>In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittemberg hatte das BAGKF-Institut f\u00fcr Chemie und Physik der Fette in M\u00fcnster die \u00d6lgehalte verschiedener Hanfsorten und die Qualit\u00e4tseigenschaften der \u00d6le untersucht. Hintergrund ist der in den letzten Jahren wieder gestiegene Anbau der Faserpflanze Hanf, die als nachwachsender Rohstoff zunehmend nachgefragt wird. Lie\u00dfe sich neben den Fasern auch das \u00d6l aus den Hanfsamen nutzen, so w\u00fcrde der Anbau von Hanf auf zwei wirtschaftlichen Standbeinen stehen. Allerdings gibt es hier einen Pferdefu\u00df: &#8220;Der optimale Erntezeitraum f\u00fcr Hanfstroh liegt bei den meisten Sorten vor der Vollreife der Hanfsamen, also vor einem optimalen \u00d6lertrag,&#8221; beschreibt der M\u00fcnsteraner Fettforscher Dr. Bertrand Matth\u00e4us die bisherige Situation in der Praxis. &#8220;Mittlerweile sind aber neue, fr\u00fcher reifende Sorten in der Entwicklung, durch die die Hanf\u00f6lgewinnung interessanter geworden ist.&#8221;<\/p>\n<p>Von den g\u00e4ngigen Speise\u00f6len weist nur noch das Distel\u00f6l einen \u00e4hnlich hohen Anteil mehrfach unges\u00e4ttigter Fetts\u00e4uren auf. Doch auch andere chemische Details der Fetts\u00e4uren sind ern\u00e4hrungsphysiologisch von Bedeutung. So sollten in einer gesunden und ausgewogenen Ern\u00e4hrung Omega-6 und Omega-3-Fetts\u00e4uren in einem Verh\u00e4ltnis von etwa 4:1 aufgenommen werden. Bei den heutigen Verzehrsgewohnheiten betr\u00e4gt es aber im Schnitt 10:1. Das hei\u00dft, dem K\u00f6rper werden zu viel Omega-6-Fetts\u00e4uren zugef\u00fchrt. Im Hanf\u00f6l &#8211; das ergaben die Analysen der BAGKF &#8211; liegt das Verh\u00e4ltnis bei etwa 3:1. Der Verzehr dieses \u00d6ls kann also dazu beitragen, das Verh\u00e4ltnis der aufgenommenen Fetts\u00e4uren in die richtige Richtung zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Das \u00d6l der Hanfsamen enth\u00e4lt auch einige seltenere Fetts\u00e4uren wie Gamma-Linolens\u00e4ure und Stearidons\u00e4ure, die f\u00fcr den menschlichen Stoffwechsel von Bedeutung sind und dadurch das \u00d6l besonders wertvoll machen.<\/p>\n<p>Auch der Gehalt an Phytosterinen liegt im Hanf\u00f6l mit 3,6 &#8211; 6,7 Gramm pro Kilogramm relativ hoch. Diese Stoffe \u00e4hneln chemisch dem Cholesterin und kommen in pflanzlichen \u00d6len und Fetten vor. Sie konkurrieren mit Cholesterin um die Aufnahme im menschlichen K\u00f6rper und tragen dadurch zur Senkung des Cholesterinspiegels bei. Auch konnten im Tierversuch krebshemmende Wirkungen nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>Duch seinen hohen Anteil an mehrfach unges\u00e4ttigten Fetts\u00e4uren ist Hanf\u00f6l relativ anf\u00e4llig gegen\u00fcber einer oxidativen Sch\u00e4digung. Es sollte daher keinen sehr hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Zum braten ist Hanf\u00f6l also nicht geeignet. Verwendungsm\u00f6glichkeiten ergeben sich vielmehr in der kalten K\u00fcche, beispielsweise f\u00fcr die Zubereitung von Salaten. Auch einen anderen Tipp h\u00e4lt der Experte aus der BAGKF bereit: Hanfn\u00fcsse, in denen das \u00d6l gut gesch\u00fctzt ist, lassen sich &#8211; \u00e4hnlich wie andere N\u00fcsse auch &#8211; ausgezeichnet in Backwaren verarbeiten. Eine ganz spezielle Bef\u00fcrchtung &#8211; oder Erwartung &#8211; kann Fettforscher Matth\u00e4us allerdings zerstreuen: Der Genuss von mit Hanf\u00f6l angemachtem Salat steigt nicht zu Kopf &#8211; der rauscherzeugende Inhaltsstoff ist aus den Hanfsorten, die heute angebaut werden d\u00fcrfen, weitestgehend herausgez\u00fcchtet.<\/p>\n<p>Kontakt:<br \/>\nDr. Bertrand Matth\u00e4us<br \/>\nBundesansalt f\u00fcr Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung (BAGKF)<br \/>\nInstitut f\u00fcr Chemie und Physik der Fette<br \/>\nPostfach 1705<br \/>\n48006 M\u00fcnster<br \/>\nTel.: ++49 (0) 251-48167-14<br \/>\nFax: ++49 (0) 251-519 275<br \/>\nE-Mail: <a HREF=\"mailto:matthaus@uni-muenster.de\">matthaus@uni-muenster.de<\/a><\/p>\n<p>Quelle: Hausmitteilung der <a HREF=\"http:\/\/www.bagkf.de\/mitteilungen.htm\" >BAGKF<\/a> vom 2001-12-15.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hanf&ouml;l ist durch seinen hohen Gehalt an mehrfach unges&auml;ttigten Fetts&auml;uren au&szlig;erordentlich interessant f&uuml;r die menschliche Ern&auml;hrung. 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