{"id":51236,"date":"2018-03-21T07:26:19","date_gmt":"2018-03-21T06:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=51236"},"modified":"2018-03-19T12:48:32","modified_gmt":"2018-03-19T11:48:32","slug":"mikroplastik-in-fluessen-uni-bayreuth-liefert-grundlage-fuer-neue-studie-aus-fuenf-bundeslaendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/mikroplastik-in-fluessen-uni-bayreuth-liefert-grundlage-fuer-neue-studie-aus-fuenf-bundeslaendern\/","title":{"rendered":"Mikroplastik in Fl\u00fcssen: Uni Bayreuth liefert Grundlage f\u00fcr neue Studie aus f\u00fcnf Bundesl\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie stark sind Fl\u00fcsse in Deutschland durch Mikroplastik belastet? Eine heute ver\u00f6ffentlichte Studie bietet erstmals konkrete Anhaltspunkte. Unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Laforsch hat eine Forschergruppe an der Universit\u00e4t Bayreuth von 2014 bis 2017 Wasserproben an 22 Fl\u00fcssen, haupts\u00e4chlich im Einzugsgebiet von Rhein und Donau, entnommen und analysiert. Die nun vorliegenden Ergebnisse bilden einen der weltweit gr\u00f6\u00dften, mit einheitlichen Untersuchungsverfahren gewonnenen Datens\u00e4tze zum Vorkommen von Plastikpartikeln in Fl\u00fcssen. Auftraggeber der Studie waren die Bundesl\u00e4nder Baden-W\u00fcrttemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_51238\" aria-describedby=\"caption-attachment-51238\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-51238 size-medium\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Bildschirmfoto-2018-03-19-um-12.36.27-300x258.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2018-03-19 um 12.36.27\" width=\"300\" height=\"258\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/03\/Bildschirmfoto-2018-03-19-um-12.36.27-300x258.png 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/03\/Bildschirmfoto-2018-03-19-um-12.36.27.png 326w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-51238\" class=\"wp-caption-text\">Der in Bayreuth entwickelte \u201eMini-Manta\u201c-Trawl wird bei der Probennahme neben einem Boot durchs Wasser gezogen oder h\u00e4ngt, wie hier auf dem Bild, von einer Br\u00fccke herab. Foto: Isabella Schrank.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die insgesamt 52 untersuchten Wasserproben stammen aus Regionen im S\u00fcden und Westen Deutschlands, die sich im Hinblick auf Landschaft, Besiedlung und Industriedichte erheblich unterscheiden. In diesen Proben haben die Bayreuther Forscher mehr als 19.000 Objekte gefunden und analysiert, davon wurden 4.335 eindeutig als Kunststoffpartikel identifiziert. Rund 99 Prozent dieser Kunststoffpartikel sind kleiner als f\u00fcnf Millimeter und damit als Mikroplastik einzuordnen. Winzige Teilchen mit einem Durchmesser zwischen 0,02 und 0,3 Millimetern (20 bis 300 Mikrometern) sind am h\u00e4ufigsten vertreten: Sie machen 62 Prozent der gefundenen Kunststoffpartikel aus. Auff\u00e4llig ist, dass h\u00f6here Konzentrationen von Mikroplastik vor allem in kleineren und mittleren Nebengew\u00e4ssern auftreten. Im gr\u00f6\u00dften untersuchten Gew\u00e4sser, dem Rhein, wurden eher niedrige bis mittlere Konzentrationen gemessen.<\/p>\n<p>Polyethylen und Polypropylen sind diejenigen Kunststoffsorten, die in Europa die h\u00f6chsten Marktanteile haben. Aus diesen Kunststoffen besteht auch der Gro\u00dfteil der analysierten Partikel. Das unregelm\u00e4\u00dfige, fragmentartige Aussehen der meisten Teilchen spricht f\u00fcr die Annahme, dass sie Bruchst\u00fccke gr\u00f6\u00dferer Kunststoffobjekte sind. Zudem wurden an vielen Messstellen auch Plastikfasern gefunden. Andere Partikelformen wie Folienreste, sogenannte Beads (K\u00fcgelchen) und Pellets wurden seltener nachgewiesen.<\/p>\n<p>Die Entnahme von Proben aus dem oberfl\u00e4chennahen Wasser von Fl\u00fcssen ist mit besonderen technischen Herausforderungen verbunden. Daher hat die Bayreuther Forschergruppe f\u00fcr ihre Untersuchungen ein spezielles Schleppnetz, ein sogenanntes \u201eMini-Manta\u201c-Trawl, entwickelt. Ein eingebauter Durchflussmesser misst jederzeit die Menge des beprobten Wassers, so dass die Konzentrationen von Mikroplastik genau bestimmt werden k\u00f6nnen. Im Labor wurden die gefundenen Partikel exakt vermessen und chemisch analysiert. Dabei kam insbesondere eine Anlage f\u00fcr micro-FTIR-Spektroskopie zum Einsatz. \u201eDieses Verfahren hat den Vorteil, dass wir selbst kleinste Partikel von 0,02 Millimetern anhand Ihrer Infrarotspektren eindeutig als Kunststoff identifizieren k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt der Bayreuther Umweltingenieur Dr. Martin L\u00f6der.<\/p>\n<figure id=\"attachment_51239\" aria-describedby=\"caption-attachment-51239\" style=\"width: 249px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-51239 size-full\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/Bildschirmfoto-2018-03-19-um-12.38.45.png\" alt=\"Bildschirmfoto 2018-03-19 um 12.38.45\" width=\"249\" height=\"193\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-51239\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Martin L\u00f6der und Dipl.-Biol. Isabella Schrank bei Mikroplastik-Untersuchungen in einem Bayreuther Labor f\u00fcr FTIR-Spektroskopie. Foto: Christian Wi\u00dfler.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Ergebnisse der neuen Studie liegen in der gleichen Gr\u00f6\u00dfenordnung wie Befunde aus vergleichbaren europ\u00e4ischen und nordamerikanischen Gew\u00e4ssern. Prof. Dr. Christian Laforsch betont, dass es in vieler Hinsicht weiteren Forschungsbedarf zur Verbreitung von Mikroplastik in Binnengew\u00e4ssern gibt. \u201eMit dieser Studie haben wir erste detailliertere Einblicke in die Mikroplastikbelastung von deutschen Flie\u00dfgew\u00e4ssern gewonnen. Um die Herkunft, die zeitweilige Ablagerung und den dauerhaften Verbleib von Mikroplastik in Gew\u00e4ssern genau zu verstehen, bedarf es allerdings noch viel weiterf\u00fchrender Forschung\u201c, sagt der Bayreuther Wissenschaftler.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Ver\u00f6ffentlichung<\/h3>\n<p>Die Studie \u201eMikroplastik in Binnengew\u00e4ssern S\u00fcd- und Westdeutschlands\u201c ist online zug\u00e4nglich unter: <a href=\"http:\/\/www.lanuv.nrw.de\/landesamt\/veroeffentlichungen\/publikationen\/sonderreihen-und-ausgaben\" target=\"_blank\">www.lanuv.nrw.de\/landesamt\/veroeffentlichungen\/publikationen\/sonderreihen-und-ausgaben<\/a><\/p>\n<p>Herausgeber sind die Landesanstalt f\u00fcr Umwelt Baden-W\u00fcrttemberg (LUBW), das Bayerische Landesamt f\u00fcr Umwelt (LfU), das Hessische Landesamt f\u00fcr Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), das Landesamt f\u00fcr Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) und das Landesamt f\u00fcr Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU RLP).<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>\u200bKontakte<\/h3>\n<p>Prof. Dr. Christian Laforsch<br \/>\nLehrstuhl f\u00fcr Tier\u00f6kologie I<br \/>\nUniversit\u00e4t Bayreuth<br \/>\nTelefon: +49 (0)921 \/ 55 -2651 und -2650<br \/>\nE-Mail (Sekretariat): <a href=\"mailto:martina.karsch@uni-bayreuth.de\" target=\"_blank\">martina.karsch@uni-bayreuth.de<\/a><\/p>\n<p>Dr. Martin L\u00f6der<br \/>\nLehrstuhl f\u00fcr Tier\u00f6kologie I<br \/>\nUniversit\u00e4t Bayreuth<br \/>\nTelefon: +49 (0)921 \/ 55 -2209<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:martin.loeder@uni-bayreuth.de\" target=\"_blank\">martin.loeder@uni-bayreuth.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie stark sind Fl\u00fcsse in Deutschland durch Mikroplastik belastet? 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