{"id":50082,"date":"2018-02-14T07:29:21","date_gmt":"2018-02-14T06:29:21","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=50082"},"modified":"2018-02-12T15:47:07","modified_gmt":"2018-02-12T14:47:07","slug":"brain-bereit-fuer-den-paradigmenwechsel-spekulatives-must-have","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/brain-bereit-fuer-den-paradigmenwechsel-spekulatives-must-have\/","title":{"rendered":"BRAIN: Bereit f\u00fcr den Paradigmenwechsel \u2013 spekulatives Must-have!"},"content":{"rendered":"<p>Europa hat ein riesiges Problem: China nimmt keinen M\u00fcll mehr an. Ein massives Umdenken findet in der Politik statt, von dem mit BRAIN ausgerechnet ein Biotech-Unternehmen profitieren und den Paradigmenwechsel entscheidend mitgestalten k\u00f6nnte. Doch das ist nicht der einzige Megatrend, den die Hessen nachhaltig ver\u00e4ndern wollen.<\/p>\n<p>Ein \u00e4u\u00dferst lukratives \u201eGesch\u00e4ftsmodell\u201c \u2013 g\u00fcnstige chinesische Waren werden mit Containerschiffen nach Europa transportiert. Zur\u00fcck fahren die Schiffe dann mit unbrauchbarem M\u00fcll. Doch davon hat China jetzt genug. Zum Jahreswechsel hat die Regierung im Reich der Mitte die Qualit\u00e4tsstandards f\u00fcr Plastikm\u00fcll, aber auch Elektroschrott und Altpapier deutlich angehoben. Weitere Versch\u00e4rfungen sollen bereits im M\u00e4rz folgen. Wohin also nun mit dem ganzen M\u00fcll in Europa? Die EU-Kommission hat sich bereits Gedanken gemacht: weniger Abfall und mehr Recycling von Plastik. Bis zum Jahr 2030 solle \u201edas gesamte Verpackungsmaterial auf dem EU-Markt wiederverwertbar sein\u201c, so die EU-Kommission. Dazu braucht es innovative und vor allem nachhaltige L\u00f6sungsans\u00e4tze. Denn die Kapazit\u00e4ten der Recyclingindustrie in Europa sind begrenzt. Schlie\u00dflich exportiert die Europ\u00e4ische Union allein die H\u00e4lfte ihres gesamten Plastikm\u00fclls. Gro\u00dfe Hoffnungen ruhen daher auf dem zukunftstr\u00e4chtigen Bereich der Bio\u00f6konomie. Dieses Konzept beschreibt die Abkehr von einer erd\u00f6lbasierten Wirtschaft hin zur verst\u00e4rkten Nutzung biologischer Ressourcen wie Pflanzen und Mi\u00adkroorganismen. Mit BRAIN hat sich ein s\u00fcdhessisches Biotech-Unternehmen auf dieses Gebiet spezialisiert und ein hochinteressantes Portfolio mit Projekten und L\u00f6sungen aufgebaut.<\/p>\n<p>Neuartige Plastik<br \/>\nEines der interessantesten Projekte, das BRAIN angesto\u00dfen hat, ist mit Sicherheit die Herstellung von Bioplastik mittels Mikroorganismen und Kohlenstoffdioxid. Dabei sollen die Kleinstlebewesen das Treibhausgas verwerten und in Stoffwechselkreisl\u00e4ufe integrieren. Daraus gewinnt BRAIN Bernsteins\u00e4ure, die als Vorstufe zur Gewinnung von Biokunststoff dient. Sicherlich ist die Herstellung von Bioplastik umstritten, da auch Rohstoffpflanzen wie Mais oder Zuckerrohr daf\u00fcr ben\u00f6tigt werden. Doch neue Technologien wie der BRAIN-Ansatz k\u00f6nnten innovative, nachhaltigere Produktionsverfahren erm\u00f6glichen. Dass Bioplastik nur ein Nischendasein fristet, ist l\u00e4ngst Geschichte. Experten rechnen mit zweistelligen Wachstumsraten bei Biokunststoffen. Und die Hessen m\u00f6chten vom Trend profitieren.<\/p>\n<p>Vielversprechendes Projekt<br \/>\nDoch es ist nicht nur tonnenweise Plastikm\u00fcll, der der EU-Kommission bis zum Hals steht. Laut BRAIN produzieren wir j\u00e4hrlich mehr als 40 Millionen Tonnen Elektroschrott, welcher nicht selten auf illegalem Weg nach Afrika oder Asien verfrachtet wird. Dabei stecken oft wertvolle Edelmetalle und Seltene Erden im Elektroschrott.<br \/>\nMit einem \u00e4hnlichen Problem k\u00e4mpft die Stahl- und Metallindustrie: Hunderte Millionen Tonnen St\u00e4ube, Schl\u00e4mme und Aschen werden entsorgt, obwohl diese ebenfalls n\u00fctzliche Rohstoffe enthalten. Die Bio\u00f6konomie-Gesellschaft betont, dass in metallurgischen Schlacken bis zu 20 Kilogramm Gold pro Tonne enthalten sein k\u00f6nnen. Diese sogenannten Sekund\u00e4rrohstoffe m\u00f6chte BRAIN in Zukunft mit dem BioXtractor extrahieren. Die Protagonisten sind einmal mehr Mikroorganismen aus dem hauseigenen BioArchiv, welches mit Positionen in Millionenh\u00f6he als \u201eeinzigartig auf der Welt\u201c bezeichnet wird. Der Startschuss f\u00fcr das hochinteressante Projekt ist mit der Er\u00f6ffnung der Pilotanlage am Hauptsitz von BRAIN in Zwingenberg gefallen. Das erkl\u00e4rte Ziel: die baldige Herstellung von ersten Chargen des BRAIN BioX-Gold.<\/p>\n<p>In einem gro\u00dfen Container demons\u00adtriert die Biotech-Gesellschaft die innovativen Prozessl\u00f6sungen zur Metallgewinnung vor Ort. Der Clou: Daran inte\u00adressierte Unternehmen k\u00f6nnen das Projekt begutachten und sich von der BRAIN-Technologie \u00fcberzeugen lassen. Denn die in sich geschlossene Anlage im Technikumsma\u00dfstab ist f\u00fcr flexible Gesch\u00e4ftsmodelle sowie gemeinsame Vermarktungsstrategien mit Partnern bestens geeignet. Diese \u201enachhaltige Antwort\u201c wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rdert. De facto besteht also ein politisches Interesse an dem Extrahierungsprogramm von BRAIN. Und ein zunehmender Trend in Richtung Nachhaltigkeit zeichnet sich bereits in der Industrie ab.<\/p>\n<p>Auf Partnersuche<br \/>\nIm Interview mit dem Echo verweist BRAIN-Chef Dr. J\u00fcrgen Eck auf das gro\u00dfe Interesse diverser Branchen. Sowohl Schweizer Goldverarbeiter, deutsche Entsorger als auch Betreiber von M\u00fcllverbrennungsanlagen seien an der BRAIN-Technologie interessiert. Dabei stamme das maschinelle Umfeld von Partnern, die Hessen steuern das Know-how bei. Ab 2020 solle das Verfahren im gro\u00dfen Stil anlaufen und durch den Verkauf von Biomasse Geld verdient werden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sind \u00dcbernahmen von produzierenden mittelst\u00e4ndischen Unternehmen geplant, um sich die n\u00f6tigen Marktzug\u00e4nge zu beschaffen. Denn mittelfristig rechnet BRAIN Biotech mit Erl\u00f6sen im dreistelligen Millionenbereich. Im abgelaufenen Gesch\u00e4ftsjahr 2016\/2017 (bis Ende September letzten Jahres) generierte der Bio\u00f6konomie-Spezialist lediglich einen Umsatz von 26,9 Millionen Euro \u2013 nur 0,8 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Allerdings konnte der Verlust auf EBIT-Basis auf 6,4 Millionen Euro einged\u00e4mmt und die Eigenkapitalquote auf 69 Prozent verbessert werden.<\/p>\n<p>An der B\u00f6rse ist die BRAIN AG mittlerweile mit knapp 500 Millionen Euro bewertet. Sind vielleicht zu viele Vorschusslorbeeren im Aktienkurs enthalten? Mitnichten. BRAIN hat das Zeug, mit den zahlreichen L\u00f6sungen ganze Branchen zu revolutionieren. Nicht nur das Plastikproblem und die Extraktion von Metallen sch\u00fcrt Fantasie.<\/p>\n<p>Megatrend Zuckerersatzstoffe<br \/>\nDas BioArchiv von BRAIN beherbergt neben den multitalentierten Mikroorganismen auch Enzyme, die sch\u00e4dlichen Zucker ersetzen k\u00f6nnen. Denn zunehmend w\u00e4chst der Druck auf die Getr\u00e4nkeindustrie, den Zuckeranteil zu reduzieren \u2013 das Thema h\u00e4lt l\u00e4ngst Einzug in die Debatten der Industrienationen. BRAIN hat gemeinsam mit Roquette in einem mehrj\u00e4hrigen Forschungsprojekt L\u00f6sungen f\u00fcr nachhaltige Produktionsverfahren beigesteuert. Kurz danach konnten die Hessen einen Getr\u00e4nkekonzern f\u00fcr das DOLCE-Programm (Plattform mit Expertenwissen f\u00fcr nat\u00fcrliche S\u00fc\u00dfstoffe) gewinnen. Den Namen nennt BRAIN nicht. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass es sich um einen der namhaften Getr\u00e4nkehersteller Coca-Cola, PepsiCo oder Dr. Pepper handelt.<\/p>\n<p>Profiteur an mehreren Fronten<br \/>\nEgal ob nat\u00fcrlicher Zuckerersatz, Rohstoffgewinnung aus Schrott und Abfall oder Plastikalternative mit Kohlenstoffdioxid-Fressern: BRAIN bietet eine unfassbar breite Palette an Innovationen und L\u00f6sungen, die auf dem einzigartigen BioArchiv basieren. Dies sorgt auch f\u00fcr gro\u00dfes Investoreninteresse. Per Kapitalerh\u00f6hung ist im vergangenen Jahr die DAH Beteiligungs GmbH unter der Leitung von Daniel Hopp, Sohn des SAP-Mitgr\u00fcnders Dietmar Hopp, mit rund neun Prozent bei BRAIN eingestiegen. Die Aktie bleibt hochinteressant. Neue Deals oder Kooperationen d\u00fcrften den Kurs befeuern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa hat ein riesiges Problem: China nimmt keinen M\u00fcll mehr an. Ein massives Umdenken findet in der Politik statt, von dem mit BRAIN ausgerechnet ein Biotech-Unternehmen profitieren und den Paradigmenwechsel entscheidend mitgestalten k\u00f6nnte. Doch das ist nicht der einzige Megatrend, den die Hessen nachhaltig ver\u00e4ndern wollen. 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