{"id":50043,"date":"2018-02-13T07:20:38","date_gmt":"2018-02-13T06:20:38","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=50043"},"modified":"2018-02-09T12:17:53","modified_gmt":"2018-02-09T11:17:53","slug":"ist-das-wirklich-gut-fuer-die-umwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/ist-das-wirklich-gut-fuer-die-umwelt\/","title":{"rendered":"Ist das wirklich gut f\u00fcr die Umwelt?"},"content":{"rendered":"<p>462 Kilogramm Hausm\u00fcll hat jeder Deutsche im Jahr 2016 produziert, darunter viel Verpackungsm\u00fcll aus Plastik, wie PET-Flaschen, Joghurtbecher und Tetra-pak-Verpackungen. Hilft es, etwa Plastikt\u00fcten oder Kugelschreiber mit der Aufschrift \u201ebiologisch abbaubar\u201c zu verwenden? Auch wenn \u201ebiologisch abbaubar\u201c bedeutet, dass sich ein Stoff zumindest bis zu 90 Prozent zersetzen kann, vermeidet man damit in der Praxis keinen M\u00fcll. \u201eLanden solche Kunststoffe in der Biotonne, werden sie h\u00e4ufig als St\u00f6rstoff aussortiert\u201c, erkl\u00e4rt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH).<\/p>\n<p>Der Grund: Entsprechende Produkte brauchen im Kompostwerk in der Regel zw\u00f6lf Wochen, bis sie abgebaut sind. Bei K\u00fcchen- und Gartenabf\u00e4llen sind es nur drei bis sechs Wochen. Also doch lieber in den gelben Sack damit? Hilft leider nicht: Biologisch abbaubare Kunststoffe werden nicht aussortiert, sie werden als Restm\u00fcll verbrannt. Besser ist es, entweder recycelte oder gar keine Kunststoffe zu verwenden.<\/p>\n<p>Aus 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen<br \/>\nWegwerfverpackungen wie Joghurtbecher mit gutem Gewissen nutzen \u2013 das klappt auch mit nachwachsenden Rohstoffen nicht. \u201eF\u00fcr Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wird zwar Erd\u00f6l eingespart, aber dadurch sind sie nicht automatisch umweltfreundlicher\u201c, sagt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe. Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen werden beispielsweise aus Maisst\u00e4rke hergestellt, der Mais wird unter Einsatz von Pestiziden und D\u00fcnger produziert und h\u00e4ufig weit transportiert, wie Fischer erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Deutlich besser w\u00e4re die Umweltbilanz, wenn die Biokunststoffe aus Biom\u00fcll wie Kartoffel- oder Orangenschalen hergestellt w\u00fcrden. Das ist technisch m\u00f6glich, rechnet sich aber f\u00fcr die Hersteller (noch) nicht. Mehrweg bleibt die umweltfreundlichere L\u00f6sung und bietet sich zum Beispiel f\u00fcr Joghurt, Milch und Saft an.<\/p>\n<p>\u00d6kologischer Rucksack<br \/>\nEine neue Jeans kaufen, die Wohnung heizen, in den Urlaub fahren \u2013 das alles verbraucht Ressourcen. Wie nachhaltig der eigene Lebensstil ist, l\u00e4sst sich schnell und unkompliziert mit einem Rechner des Wuppertal Instituts f\u00fcr Klima, Umwelt und Energie herausfinden: Auf der Website ressourcen-rechner.de gibt es unter anderem Fragen zum Wohnen, Essen und Reisen.<\/p>\n<p>Wie schwer ist der imagin\u00e4re, \u00f6kologische Rucksack, der dabei herauskommt? W\u00e4hrend beim bekannteren Konzept des CO2-Fu\u00dfabdrucks lediglich die Treibhausgas-Emissionen ber\u00fccksichtigt werden, geht es beim \u00f6kologischen Rucksack um den gesamten Rohstoff-Verbrauch.<\/p>\n<p>Kontrollierter und integrierter Anbau<br \/>\nEs klingt gut, wenn Obst oder Gem\u00fcse aus \u201ekontrolliertem\u201c oder \u201eintegriertem\u201c Anbau stammen. Aber es bedeutet: nichts. Diese Bezeichnungen sind nicht gesch\u00fctzt. Jeder kann sie verwenden und selbst definieren, was er darunter versteht.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu sind \u201ebio\u201c und \u201e\u00f6ko\u201c gesch\u00fctzte Begriffe. Mindestens einmal j\u00e4hrlich wird von externer Stelle kontrolliert, ob die Bio-Produzenten die EU-\u00d6ko-Verordnung eingehalten haben. Darin ist festgelegt, dass keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel, kein mineralischer D\u00fcnger und keine Gentechnik eingesetzt werden. Zudem ist eine tiergerechte Haltung mit Auslauf vorgeschrieben.<\/p>\n<p>Von der Wiege zur Wiege<br \/>\nEin Leben ohne Abfall \u2013 das ist das Ziel der Cradle-to-Cradle-Bewegung, was \u00fcbersetzt \u201evon der Wiege zur Wiege\u201c bedeutet. Es geht dabei um Produkte, die weder gesundheits- noch umweltsch\u00e4dliche Inhaltsstoffe enthalten und die deshalb entweder vollst\u00e4ndig kompostierbar sind oder zu neuen Produkten verarbeitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Beispiele aus der Industrie gibt es bereits: H\u00e4user, die komplett aus Massivholz gebaut sind, ohne Leim, Kunst- oder D\u00e4mmstoffe, oder komplett kompostierbare T-Shirts. Es gibt j\u00e4hrliche Cradle-to-Cradle-Kongresse, einen Verein (c2c-ev.de) und einen Onlineshop f\u00fcr Cradle-to-Cradle-zertifizierte Produkte (cradlelution.de).<\/p>\n<p>Gr\u00fcne Unternehmer<br \/>\nUnternehmertum und soziales Engagement passen nicht zusammen? Tun sie doch. Beim Social Entrepreneurship geht es nicht in erster Linie ums Geldverdienen, sondern darum, soziale und \u00f6kologische Probleme durch innovative, unternehmerische Ans\u00e4tze zu l\u00f6sen. Know-how und Unterst\u00fctzung f\u00fcr angehende gr\u00fcne Unternehmer gibt es zum Beispiel an der Technischen Universit\u00e4t Berlin und den Universit\u00e4ten in Oldenburg und L\u00fcneburg.<\/p>\n<p>Die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis zeichnet die besten sozialen und \u00f6kologischen Gr\u00fcnder aus, zu finden sind diese auf <a href=\"http:\/\/nexteconomyaward.de\" target=\"_blank\">nexteconomyaward.de<\/a>.<\/p>\n<p>Nachhaltiger Tourismus<br \/>\nAls Gegenpol zum zunehmenden Massentourismus entstand in den 1980er-Jahren die Idee des \u201esanften\u201c oder \u201enachhaltigen\u201c Tourismus. Gemeint ist damit eine m\u00f6glichst umwelt- und sozialvertr\u00e4gliche Form des Reisens. Nachhaltig Reisende gehen sparsam mit Ressourcen wie Wasser um, beeinflussen die Natur am Zielort m\u00f6glichst wenig und passen sich an die dortige Kultur an.<\/p>\n<p>Eindeutige Kriterien oder Kontrollen gibt es nicht, weshalb sich jedes Hotel, jede Destination und jeder Reiseanbieter mit den Begriffen \u201esanfter\u201c oder \u201enachhaltiger\u201c Tourismus schm\u00fccken kann. Wichtig: genau nachfragen, was gemeint ist. Generell gilt: Wer mit Bahn oder Reisebus im eigenen Land reist, schont die Umwelt am meisten.<\/p>\n<p>Gleichwertiges Recycling<br \/>\nBei Glas, Metall und eingeschr\u00e4nkt auch bei Papier ist gleichwertiges Recycling selbstverst\u00e4ndlich geworden. Aus dem Marmeladenglas wird wieder ein Marmeladenglas.<\/p>\n<p>Ganz anders ist das bei Kunststoffen: Wer gehofft hat, dass aus dem Joghurtbecher im gelben Sack wieder ein neuer Joghurtbecher wird, t\u00e4uscht sich: \u201eDieser M\u00fcll kann oftmals nur zur Energieerzeugung genutzt werden\u201c, sagt Kerstin Kuchta, Professorin am Institut f\u00fcr Umwelttechnik und Energiewirtschaft der TU Hamburg-Harburg. Das hei\u00dft, er wird verbrannt. Der Grund: Viele Materialien im gelben Sack bestehen aus Kunststoffmischungen \u2013 das ist f\u00fcr den Laien nicht ersichtlich, aber f\u00fcr die Wiederverwertung ein Problem. Tipp: so oft es geht, Mehrweg verwenden.<\/p>\n<p>Elektronik nachhaltig nutzen<br \/>\nElektronikprodukte wie Fernseher, Smartphones oder Router sind zwar an sich nicht besonders nachhaltig. Aber mit einigen Tricks kann man auch die Umweltbilanz solcher Produkte verbessern. Die Deutsche Umwelthilfe r\u00e4t etwa, besonders reparaturfreundliche Ger\u00e4te zu kaufen. Ein Smartphone mit austauschbarem Akku und erweiterbarem Speicher l\u00e4sst sich laut Umweltbundesamt (UBA) etwa l\u00e4nger nutzen als vergleichbare Ger\u00e4te mit fest sitzendem Akku ohne Speicherkartensteckplatz. Seri\u00f6se Siegel wie der \u201eBlaue Engel\u201c, aber auch Tests von Stiftung Warentest, \u00d6ko-Test oder Bewertungen des Reparaturportals ifixit.com helfen weiter. Ansonsten r\u00e4t das UBA zur schonenden und langen Nutzung von Elektronikger\u00e4ten. Vor vermeidbaren Sch\u00e4den sch\u00fctzen H\u00fcllen oder Displayfolien. Ausgediente Ger\u00e4te gibt man am besten bei kommunalen Sammelstellen oder im Handel zur\u00fcck oder verkauft sie. Wenn m\u00f6glich, sollte auch nicht jedes Ger\u00e4t neu angeschafft werden. In vielen F\u00e4llen k\u00f6nnen auch gebrauchte Ger\u00e4te vorgezogen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>462 Kilogramm Hausm\u00fcll hat jeder Deutsche im Jahr 2016 produziert, darunter viel Verpackungsm\u00fcll aus Plastik, wie PET-Flaschen, Joghurtbecher und Tetra-pak-Verpackungen. Hilft es, etwa Plastikt\u00fcten oder Kugelschreiber mit der Aufschrift \u201ebiologisch abbaubar\u201c zu verwenden? 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