{"id":49935,"date":"2018-02-08T07:26:13","date_gmt":"2018-02-08T06:26:13","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=49935"},"modified":"2018-02-06T14:12:37","modified_gmt":"2018-02-06T13:12:37","slug":"treibhausgasemissionen-im-rapsanbau-realistisch-bewerten-und-vermindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/treibhausgasemissionen-im-rapsanbau-realistisch-bewerten-und-vermindern\/","title":{"rendered":"Treibhausgasemissionen im Rapsanbau realistisch bewerten und vermindern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein Verbund von acht Partnern unter Koordination des Th\u00fcnen-Instituts (TI) f\u00fcr Agrarklimaschutz besch\u00e4ftigte sich in einem Forschungsprojekt mit dem Anbau von Raps und den damit verbundenen Treibhausgas(THG)-Emissionen. Ziel war es, herauszufinden, ob die THG-Emissionen im Rahmen von Klimaschutzvereinbarungen f\u00fcr Deutschland realistisch bewertet werden. Ergebnis: Der Lachgasemissionsfaktor zur THG-Bilanzierung beim Raps ist f\u00fcr deutsche Verh\u00e4ltnisse zu hoch angesetzt.<\/strong><\/p>\n<p>Raps ist die wichtigste Energiepflanze f\u00fcr Biokraftstoffe in Deutschland. Die mit Abstand h\u00f6chsten THG-Emissionen im Rapsanbau entstehen durch Feldemissionen von Lachgas und die Herstellung des ben\u00f6tigten synthetischen N-D\u00fcngers. An diesen beiden Hebeln gilt es also anzusetzen, um die Vorgaben der EU (RL EU 2015\/1513) einzuhalten. Danach m\u00fcssen Biodiesel &amp; Co. seit dem 1.1.2018 mindestens 60% (Altanlagen 50%) THG-Emissionen gegen\u00fcber fossilen Kraftstoffen einsparen. F\u00fcr die THG-Bilanz k\u00f6nnen Biokraftstoffhersteller Standardwerte aus der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU oder regionalisierte Inputwerte f\u00fcr die Betriebsmittel wie D\u00fcnger und Kraftstoff verwenden.<\/p>\n<p>Die Arbeiten des TI-Projekt-Verbundes haben nun ergeben, dass diese Werte f\u00fcr Deutschland unrealistisch sind. Die veranschlagte D\u00fcngermenge sei zu niedrig, der Lachgasemissionsfaktor insgesamt jedoch trotzdem zu hoch: Statt der angenommenen 34 kg N\/t Raps seien 50 bis 56 kg praxis\u00fcblich, der Faktor f\u00fcr N2O liege aber nicht bei 1,0, sondern nur bei 0,6 Prozent. Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftler durch Anwendung einer neuen, differenzierteren Methodik nach Stehfest\/Bouwman (2006). Sie appellieren, k\u00fcnftig diese Methode mit realistischen Werten anzuwenden, damit die THG-Bilanz von Raps-Biodiesel nicht schlechter ausf\u00e4llt, als sie tats\u00e4chlich ist.<\/p>\n<p>Daneben empfehlen die Forscher, synthetische durch organische D\u00fcnger zu ersetzen, zum Beispiel durch G\u00e4rreste, die im Projekt bei Minimierung der Ammoniakaustr\u00e4ge die THG-Bilanz verbesserten. Ein potenzielles Problem sei dabei allerdings die Gefahr h\u00f6herer Stickstoff\u00fcbersch\u00fcsse. Parallel gilt es, auch bei der Produktion synthetischer D\u00fcnger Lachgasemissionen zu vermeiden, Energie einzusparen und durch erneuerbare Energien zu ersetzen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich konnten die Forscher zeigen, dass hierzulande bei der Fruchtfolge Raps-Weizen im Vergleich zu Weizen-Weizen im Getreide durchschnittlich ca. 5 kg N\/ha eingespart und ungeachtet dessen ein Weizenmehrertrag von 5,6 dt\/ha erzielt werden kann. Dieser Vorfruchteffekt m\u00fcsste dem Raps gutgeschrieben werden. Generell ist eine ganzheitlichere Bewertung gefragt, die die gesamte Fruchtfolge betrachtet.<\/p>\n<p>Insgesamt sehen die Forscher noch Entwicklungsbedarf, bei rechnerischen Ans\u00e4tzen ebenso wie bei der\u00a0 Reduzierung des D\u00fcngemitteleinsatzes in der Praxis. Daf\u00fcr w\u00e4re es hilfreich, den zugekauften D\u00fcnger mit seinem spezifischen THG-Wert auszuzeichnen. Neue Ans\u00e4tze bei Ausbringungstechniken und Fruchtfolgegestaltungen k\u00f6nnten die THG-Emissionen ebenfalls weiter senken.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt ist der Einsatz von Biokraftstoffen bei Anbau und Ernte eine Option f\u00fcr eine bessere THG-Bilanz der Rapserzeugung.<\/p>\n<p>Informationen und Abschlussberichte zu den Teilprojekten stehen auf fnr.de im Men\u00fc Projektf\u00f6rderung unter den F\u00f6rderkennzeichen <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22403212\" target=\"_blank\">22403212<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22403312\" target=\"_blank\">22403312<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22403412\" target=\"_blank\">22403412<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22403512\" target=\"_blank\">22403512<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22403612\" target=\"_blank\">22403612<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22403712\" target=\"_blank\">22403712<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/index.php?id=11150&amp;fkz=22403812\" target=\"_blank\">22403812<\/a> zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) \u00fcber den Projekttr\u00e4ger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gef\u00f6rdert. Zus\u00e4tzlich erfolgte eine Unterst\u00fctzung durch die Union zur F\u00f6rderung von \u00d6l- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fnr.de\/uploads\/pics\/PM_2018-04_deu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-49937\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/PM_2018-04_deu-1024x812.jpg\" alt=\"PM_2018-04_deu\" width=\"547\" height=\"434\" srcset=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/02\/PM_2018-04_deu-1024x812.jpg 1024w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/02\/PM_2018-04_deu-300x238.jpg 300w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/02\/PM_2018-04_deu-600x476.jpg 600w, https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/media\/2018\/02\/PM_2018-04_deu.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 547px) 100vw, 547px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Einen englischsprachigen wissenschaftlichen Artikel zum Projekt finden Sie <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0167880917303377?via%3Dihub\" target=\"_blank\">hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Verbund von acht Partnern unter Koordination des Th\u00fcnen-Instituts (TI) f\u00fcr Agrarklimaschutz besch\u00e4ftigte sich in einem Forschungsprojekt mit dem Anbau von Raps und den damit verbundenen Treibhausgas(THG)-Emissionen. 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