{"id":49566,"date":"2018-01-26T07:26:19","date_gmt":"2018-01-26T06:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=49566"},"modified":"2018-01-24T12:32:52","modified_gmt":"2018-01-24T11:32:52","slug":"muellprobleme-auf-den-balearen-mallorca-will-kaffeekapseln-verbieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/muellprobleme-auf-den-balearen-mallorca-will-kaffeekapseln-verbieten\/","title":{"rendered":"M\u00fcllprobleme auf den Balearen: Mallorca will Kaffeekapseln verbieten"},"content":{"rendered":"<p>Der anhaltende Boom von Kaffeekapseln, der die gute alte Kaffeemaschine in vielen Haushalten verdr\u00e4ngt hat, d\u00fcrfte in absehbarer Zeit ein Ende haben. Zumindest gilt das f\u00fcr die Balearen. Der Entwurf f\u00fcr ein neues Abfallgesetz, das im Januar 2020 in Kraft treten soll, sieht im Inselparadies ein Verbot der umstrittenen Aluminiumkapseln vor.<\/p>\n<p>Einwegprodukte sind nur noch dann erlaubt, wenn sie biologisch abbaubar sind. Das k\u00f6nnte dem Hollywoodstar George Clooney, der schon seit Jahren f\u00fcr Nespresso, die Aluminiumkapseln des Nahrungsmittelgiganten Nestl\u00e9, Werbung macht, zu denken geben. Von Umweltschutzorganisationen wird der Schauspieler, der freilich am Comer See und weniger auf Mallorca urlaubt, n\u00e4mlich schon seit Jahren aufgefordert, die Nespresso-Werbung zu unterlassen.<\/p>\n<p>Kurz vor Weihnachten wiederholte eine Initiative namens <a href=\"https:\/\/www.cleancoffeeproject.org\/de\/\" target=\"_blank\">Clean-Coffee-Projekt<\/a> die entsprechende Bitte an den Schauspieler. Die Umweltsch\u00fctzer beklagen, dass die Wegwerf-Kapselsysteme allj\u00e4hrlich fast 8000 Tonnen Kapselblech vernichteten und das Recyceln von acht Milliarden Kaffeekapseln pro Jahr extrem aufwendig sei oder gar nicht stattfinde.<\/p>\n<p>Und nun macht ausgerechnet eine Region in Spanien, ein Land, das bisher nicht eben als Vorreiter f\u00fcr eine \u00f6kologische Transformation von sich Reden gemacht hat, den ersten Schritt. Die Balearenregierung will mit der omnipr\u00e4senten Wegwerfkultur Schluss machen, weil man nicht mehr wei\u00df, wohin mit den 500.000 Tonnen M\u00fcll, die j\u00e4hrlich allein auf den vier Baleareninseln anfallen. Das mallorquinische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hat neben den Alu-Kapseln auch Einweg-Rasierklingen, Ohrenst\u00e4bchen, Plastikgeschirr und nicht aufladbare Zigarettenanz\u00fcnder auf der Verbotsliste.<\/p>\n<p>Plastikt\u00fcten-Verbot ab Januar 2019<\/p>\n<p>Lutscherstengel m\u00fcssen wie in den 70er-Jahren aus Holz sein. Das Plastikverbot gilt sogar f\u00fcr Zahnpasten mit Mikroplastik oder Nanopartikeln. Ein besonderes Problem sind auch Feuchtt\u00fccher f\u00fcr das WC, die \u00fcber die Kanalisation ins Meer gelangen. Letzten Sommer schwemmten die Meeresstr\u00f6mungen besonders viele dieser Abfallprodukte an einige Buchten Ibizas sowie an den Stadtstrand von Palma.<\/p>\n<p>Im Rathaus von Palma de Mallorca will man nicht bei allen Abfallprodukten bis 2020 warten, bis die Gesetze greifen. Zumindest bei Plastikt\u00fcten gilt ab dem 1. Januar 2019 ein generelles Verbot. Stadtr\u00e4tin Neus Truyol h\u00e4tte die Verordnung gerne schon dieses Jahr eingef\u00fchrt, doch der Einzelhandelsverband bat um einen Aufschub.<\/p>\n<p>Dennoch sind die Balearen, die jedes Jahr 15 Millionen Touristen empfangen, mit ihrem neuen M\u00fcllgesetz anderen autonomen Regionen in Spanien um L\u00e4ngen voraus. \u201eDas fordert die Umwelt von uns, und wir m\u00fcssen schneller sein als die europ\u00e4ische Gesetzgebung\u201c, so Sebasti\u00e0 Sans\u00f3, Direktor des Instituts f\u00fcr Umwelterziehung und Abfallbehandlung gegen\u00fcber spanischen Zeitungen.<\/p>\n<p>Die Balearen haben das Problem, dass eine einzige M\u00fcllverbrennungsanlage unweit von Palma der M\u00fcllflut Herr werden muss. Vor 20 Jahren wurde sie gebaut, mittlerweile wurde die Kapazit\u00e4t verdoppelt, aber jetzt wei\u00df man nicht mehr, wohin mit der Asche. Jedes Jahr fallen bei der M\u00fcllverbrennung 45.000 Tonnen an. Die Asche wurde bislang in riesigen Speichern aufbewahrt, doch sp\u00e4testens im Mai dieses Jahres sind diese voll.<\/p>\n<p>\u201e2050 mehr Plastik als Fische im Meer\u201c<\/p>\n<p>Das Problem hat europaweit gigantische Auswirkungen. Auf dem alten Kontinent fallen jedes Jahr 26 Millionen Tonnen Plastikm\u00fcll an, davon wird nicht einmal ein Drittel recycelt. Der Rest landet auf den M\u00fcllkippen oder in der Landschaft. Schlimmer noch: die Produktion von Plastik geht dank niedriger \u00d6lpreise munter weiter. Seit China zu Jahresbeginn den Import von Plastikm\u00fcll und anderem Abfall gestoppt hat, hat Europa ein echtes Problem, denn bislang konnte man einen Teil der M\u00fcllflut nach Asien verschiffen.<\/p>\n<p>China nimmt keinen deutschen Plastikm\u00fcll mehr<\/p>\n<p>Zwar ist die EU in Sachen Abfallvermeidung nach wie vor nicht allzu ambitioniert, aber immerhin will man jetzt durchsetzen, dass bis 2030 etwa 50 Prozent des Plastikm\u00fclls wieder verwendet werden. \u201eWenn wir unsere Politik nicht ver\u00e4ndern, dann haben wir 2050 mehr Plastik als Fische im Meer\u201c, sagte Jyriki Katainen, einer der Vizepr\u00e4sidenten der EU-Kommission der spanischen Tageszeitung \u201eEl Mundo\u201c. F\u00fcr eine Steuer auf Plastik kann sich der Finne, der f\u00fcr Besch\u00e4ftigung, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsf\u00e4higkeit zust\u00e4ndig ist, allerdings nicht erw\u00e4rmen.<\/p>\n<p>Statt auf ein Plastikverbot zu setzen, will er zum Bedauern der Umweltschutzorganisationen lieber erreichen, dass das Recyceln profitabel wird. \u201eMit der vollst\u00e4ndigen Wiederverwertung von Plastikm\u00fcll k\u00f6nnte man 70 bis 105 Milliarden Euro erwirtschaften, glaubt Katainen. Zumindest auf den Balearen teilt man seine Meinung nicht. M\u00fcllvermeidung ist auf alle F\u00e4lle besser als M\u00fcllverwertung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der anhaltende Boom von Kaffeekapseln, der die gute alte Kaffeemaschine in vielen Haushalten verdr\u00e4ngt hat, d\u00fcrfte in absehbarer Zeit ein Ende haben. Zumindest gilt das f\u00fcr die Balearen. 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