{"id":4953,"date":"2001-04-01T00:00:00","date_gmt":"2001-03-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20010401-04n"},"modified":"2001-04-01T00:00:00","modified_gmt":"2001-03-31T22:00:00","slug":"biologisch-abbaubare-werkstoffe-baw-fachtagung-in-wuerzburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/biologisch-abbaubare-werkstoffe-baw-fachtagung-in-wuerzburg\/","title":{"rendered":"Biologisch Abbaubare Werkstoffe (BAW) &#8211; Fachtagung in W\u00fcrzburg"},"content":{"rendered":"<p>Viele Res\u00fcmees wurden gezogen auf der 8. Fachtagung BAW, die am 20. und 21 Februar 2001 unter Leitung von Professor Johannes Schroeter (FH Rosenheim) statt fand. Einige Themen betrafen z.B. die h\u00f6heren Preise der neuen Werkstoffe, das Entsorgungsverbot \u00fcber die Biotonne oder die Probleme mit petrochemischen Zus\u00e4tzen f\u00fcr das Erreichen gew\u00fcnschter Gebrauchseigenschaften sowie die Unterscheidungsf\u00e4higkeit der k\u00fcnftigen Verbraucher bei der Entsorgung.<\/p>\n<p>Vertreter von Biocorp berichteten von ihrem Gro\u00dfeinsatz ihrer BAW-Produkte bei den Olympischen Spielen in Sidney, der f\u00fcr die Veranstalter ein Erfolgsprojekt war, da die h\u00f6heren Einkaufspreise durch niedrigere Entsorgungskosten wettgemacht werden konnten. Dennoch konnte Biocorp nicht den erw\u00fcnschten Imagegewinn verbuchen und musste seine deutsche Niederlassung schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die schweizer Herstellerfirma Petroplast ist eher optimistisch. Nach Verbraucherbefragungen scheint die Bev\u00f6lkerung bereit, Aufpreise f\u00fcr Verpackungen in Kauf zu nehmen, wenn damit ein Doppelnutzen des Materials in Form von Kompostbeuteln entst\u00fcnde. Um die Biofolie von herk\u00f6mmlichen abzuheben, bedruckt das Unternehmen sie mit Rautenmustern und einem Kartoffelm\u00e4nnchen, das erkl\u00e4rt: &#8220;Tausendmal lieber kleinkariert als einfach Plastik!&#8221;<\/p>\n<p>Zuversichtlich \u00e4u\u00dferte sich auch die Firma Apack (Markt Erlbach), deren Produkte bereits alle ihre Zulassung als Lebensmittelverpackungen haben. Seit vergangenem Jahr beliefert sie u.a. den Gefl\u00fcgelkonzern Wiesenhof.<\/p>\n<p>Die Autobar-Gruppe, die ihre technischen Probleme mit Getr\u00e4nkebechern inzwischen gel\u00f6st hat, mokierte sich indes \u00fcber die herrschende Preispolitik, was auch eine Vertreterin von eurea auf den Plan rief. Dem st\u00e4ndigen Druck der Billig-Verbraucher sollte entgegengewirkt werden, schlie\u00dflich habe die BSE-Krise gezeigt, wohin das f\u00fchre.<\/p>\n<p>Erstmals meldete sich auf der BAW-Fachtagung auch ein Handels-Vertreter zu Wort. Die Firma Tegut sieht gute Absatzchancen f\u00fcr BAW vor allem im \u00d6ko-Sektor. &#8220;Da darf es am ehesten etwas mehr kosten!&#8221; Dem Kunden m\u00fcsse \u00fcber eine deutliche Marketingstrategie der Umweltnutzen durch BAW-Verpackungen vermittelt werden. Dies lie\u00dfe sich bzgl. nachwachsender Rohstoffe mit dem Argument des geschlossenen Stoffkreislaufs am einleuchtendsten bewerkstelligen. Nur Qualit\u00e4tskompromisse sollten vermieden werden, da sei der Verbraucher nicht zu untersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Weiterhin erfuhren die Tagungsteilnehmer von den Schwierigkeiten im Gartenbau, wo Folien oftmals lange gelagert und mehrfach verwendet werden, wie Dr. Linda Groot von der Forschungsgemeinschaft BAW (FBAW) erkl\u00e4rte. \u00dcber die Vereinheitlichung von Normungsstandards der Bereiche Deutschland, Europa, USA und Japan berichtete die Zertifizierungsgesellschaft DIN Certco.<\/p>\n<p>Die Entsorgungsfirma Interseroh, die sowohl am Kasseler Gro\u00dfversuch, als auch am Einkaufst\u00fcten-Projekt der Drogerie-Kette dm in Dortmund beteiligt ist, machte den Kosten-Nutzen-Effekt von kompostierbarem Verpackungsm\u00fcll deutlich.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich gab es ausf\u00fchrliche Berichte zur Infokampagne im Kasseler Test, wo von April 2001 bis Januar 2002 mindestens 80 Tonnen BAW-Verpackungen abgesetzt und \u00fcber Biotonnen entsorgt werden sollen (vgl. auch Meldungen vom <a HREF=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/cgi-bin\/mih\/artikel.pl?id=-ID-&#038;artikel=20010201-01.news\">01.02.01<\/a> und <a HREF=\"http:\/\/www.bio-based.eu\/cgi-bin\/mih\/artikel.pl?id=-ID-&#038;artikel=20010419-01.news\">19.04.01<\/a>). Ein Forscherteam der Bauhausuniversit\u00e4t Weimar will dabei herausfinden, wie zielsicher die Verbraucher die M\u00fclltrennung vornehmen und in welcher Gr\u00f6\u00dfenordnung so genannte Fehlw\u00fcrfe im Kompostwerk G\u00f6ttingen St\u00f6rstoffe verursachen. Eine gro\u00df angelegte Aufkl\u00e4rungskampagne \u00fcber \u00f6ffentliche Happenings, Gewinnspiele und Fu\u00dfballturniere sowie zielgerichteter Schulunterricht sollen schon seit M\u00e4rz f\u00fcr den Erfolg des Projekts sorgen. Zus\u00e4tzlich wurde ein BAW-Logo in einem sechseckigen Schmuckelement geschaffen, das fortan die neuen Verpackungen ziert. So blickt die BAW-Branche mit Spannung auf Kassel, wo von der richtigen M\u00fcllsortierung auch die Preiskompensation der neuen Verpackungsstoffe abh\u00e4ngt. Denn &#8211; wird nicht richtig sortiert, wird auch die Entsorgung wieder teuer &#8211; St\u00f6rstoffe m\u00fcssten dann per Hand aussortiert werden.<\/p>\n<p>Weitere Informationen sind zu erhalten bei<\/p>\n<p>Martin Lichtl<br \/>\nLichtl Beratung f\u00fcr Umweltkommunikation<br \/>\nEschborner Landstr. 41-51<br \/>\n60489 Frankfurt<br \/>\nTel.: 069 &#8211; 7880-2447<br \/>\nFax: 069 &#8211; 7899-2616<br \/>\nE-Mail: <a HREF=\"mailto:M.Lichtl@Lichtl.com\">M.Lichtl@Lichtl.com<\/a><\/p>\n<p>Autorin: Marion Kupfer (nova)<br \/>\nEndredaktion: Michael Karus (nova)<br \/>\nQuelle: nawaros, 04\/2001.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Res&uuml;mees wurden gezogen auf der 8. 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