{"id":49527,"date":"2018-01-25T07:20:47","date_gmt":"2018-01-25T06:20:47","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=49527"},"modified":"2018-01-23T14:28:44","modified_gmt":"2018-01-23T13:28:44","slug":"bioplastik-von-der-mosel-diese-salatschalen-koennen-auf-den-kompost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/bioplastik-von-der-mosel-diese-salatschalen-koennen-auf-den-kompost\/","title":{"rendered":"Bioplastik von der Mosel: Diese Salatschalen k\u00f6nnen auf den Kompost"},"content":{"rendered":"<p>Der Kaffee-zum-Mitnehmen, die Plastikt\u00fcte oder die Verpackung des letzten Interneteinkaufs &#8211; Deutschland steht bei der Vermeidung von Plastikm\u00fcll im EU-Vergleich nicht gut da. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft produzierte jeder Bundesb\u00fcrger zuletzt j\u00e4hrlich 37,4 Kilogramm Abfall aus Plastikverpackungen, das waren \u00fcber sechs Kilogramm mehr als der EU-Durchschnitt.<\/p>\n<p>Eine L\u00f6sung w\u00e4re den Plastikm\u00fcll zu reduzieren, eine weitere nach Verpackungsalternativen zu suchen. Auf letzteres setzt die finnische Firma &#8220;Huhtamaki&#8221; mit Sitz in Alf an der Mosel. Sie produziert aus der Allzweckwaffe Mais Verpackungsmaterial.<\/p>\n<p><em>In der Bundesrepublik wird fast die H\u00e4lfte (49 Prozent) des M\u00fclls aufbereitet, im EU-Durchschnitt sind es nur 40 Prozent.<\/em><\/p>\n<p>Durch die Produktionsanlage laufen zum Beispiel Salatschalen, die zu 100 Prozent aus Pflanzenst\u00e4rke sind. Innerhalb von 60 Tagen ist die Schale nach Unternehmensangaben biologisch abbaubar.<\/p>\n<p>Nach 60 Tagen wieder Humus<\/p>\n<p>&#8220;Bei 60 Grad Celsius und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit ist es zersetzt und ist Humus, Erde und kann wieder der Landwirtschaft zugef\u00fchrt werden&#8221;, erkl\u00e4rt Werksleiter Bernhard Ke\u00dfeler. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet das Unternehmen mit Biokunststoffen. Zu den Kunden geh\u00f6rt beispielsweise die Allianz Arena in M\u00fcnchen.<\/p>\n<p>Plastik, das zu Erde wird, klingt gut &#8211; doch das Ganze scheitert bislang daran, dass in Deutschland Biokunststoff nicht aus dem M\u00fcll aussortiert wird. In Kompostieranlagen sind Plastikt\u00fcten aus dem Biokunststoff gar unerw\u00fcnscht, da sie nicht von den herk\u00f6mmlichen Plastikt\u00fcten zu unterscheiden sind.<\/p>\n<p>Wenn &#8220;Bio&#8221; in die Irre f\u00fchrt<\/p>\n<p>Ein Recycling des Bioplastiks findet nicht statt, kritisiert auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die Verbrauchersch\u00fctzer bezeichnen gar den Begriff &#8220;Bio&#8221; in dem Zusammenhang als unpassend und irref\u00fchrend, da es sich nicht um ein &#8220;Bioprodukt&#8221; aus \u00f6kologischem Anbau handelt. Treffender sei etwa der Begriff &#8220;Agrokunststoff&#8221;.<\/p>\n<p>Die Deutsche Umwelthilfe wirft in dem Zusammenhang die Frage auf, ob mit Bioplastik lediglich ein \u00f6kologischer Vorteil suggeriert werde. M\u00f6glicherweise betrieben Unternehmen damit sogenanntes Greenwashing.<\/p>\n<p>Zwar k\u00f6nnten tats\u00e4chlich Erd\u00f6l oder Erdgas bei der Produktion ersetzt werden, &#8220;jedoch werden beim \u00fcberwiegend konventionellen Anbau und der Verarbeitung von Rohstoffpflanzen, wie Mais oder Zuckerrohr, ebenfalls fossile Energietr\u00e4ger in gr\u00f6\u00dferem Umfang verbraucht&#8221;.<\/p>\n<p><em>Herk\u00f6mmliches Plastik wird aus fossilen Rohstoffen (Erd\u00f6l) hergestellt. Agrokunststoffe basieren auf nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Mais oder Weizen.<\/em><\/p>\n<p>Durch Bioplastik k\u00f6nne sich das M\u00fcllproblem sogar noch versch\u00e4rfen, warnt die Umwelthilfe: Indem suggeriert werde, der Kunststoff sei biologisch abbaubar, k\u00f6nnte in Zukunft noch mehr Plastik in der Umwelt entsorgt werden.<\/p>\n<p>Die EU-Kommission erw\u00e4gt zurzeit eine Plastiksteuer, um Abfallberge zu reduzieren. Der Naturschutzbund Nabu begr\u00fc\u00dft die Idee grunds\u00e4tzlich und pl\u00e4diert f\u00fcr eine Materialsteuer auf Kunststoffe direkt bei der Produktion. Diese w\u00fcrde dann bei der Weiterverarbeitung jeweils auf die fertigen Kunststoffprodukte aufgeschlagen und w\u00fcrde letzten Endes vom Verbraucher mitbezahlt.<\/p>\n<p><em>Laut Umweltbundesamt hat Deutschland bislang 560.000 Tonnen Plastikabf\u00e4lle pro Jahr nach China exportiert &#8211; das waren 9,5 Prozent des Plastikm\u00fclls. China hat zum 1. Januar ein Importverbot von Plastikm\u00fcll erlassen.<\/em><\/p>\n<p>Die Firma Huhtamaki will sich von all dem nicht abschrecken lassen. Unterst\u00fctzung haben auch die Chemieverb\u00e4nde Rheinland-Pfalz signalisiert. Der Wettbewerbsdruck steige und deutsche Unternehmen m\u00fcssten innovative Produkte auf den Markt bringen, hei\u00dft es vom Verband.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was kann ich als Verbraucher tun, um Plastikm\u00fcll zu vermeiden?<\/p>\n<p>Unverpackte Lebensmittel einkaufen<br \/>\nImmer den eigenen Korb, die Tasche oder den Beutel dabei haben<br \/>\nAuf Einweg-Kunststoffflaschen verzichten, Mehrwegflaschen nutzen<br \/>\nTrinkwasser aus dem Hahn spart nicht nur Kunststoffm\u00fcll, sondern auch Geld &#8211; es ist zirka 100 Mal g\u00fcnstiger als Mineralwasser aus der Flasche<br \/>\nCoffee-to-go nur im eigenen Mehrweg-Becher abf\u00fcllen lassen<\/p>\n<p>(Quelle: Verbraucherzentrale)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kaffee-zum-Mitnehmen, die Plastikt\u00fcte oder die Verpackung des letzten Interneteinkaufs &#8211; Deutschland steht bei der Vermeidung von Plastikm\u00fcll im EU-Vergleich nicht gut da. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft produzierte jeder Bundesb\u00fcrger zuletzt j\u00e4hrlich 37,4 Kilogramm Abfall aus Plastikverpackungen, das waren \u00fcber sechs Kilogramm mehr als der EU-Durchschnitt. Eine L\u00f6sung w\u00e4re den Plastikm\u00fcll [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"","nova_meta_subtitle":"","footnotes":""},"categories":[5572],"tags":[13082,12230,12344],"supplier":[2464,2317,2218],"class_list":["post-49527","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bio-based","tag-bioabbaubarkeit","tag-biokunststoff","tag-verpackungen","supplier-deutsche-umwelthilfe-ev-duh","supplier-european-commission","supplier-huhtamaki-deutschland-gmbh-co-kg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49527","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=49527"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/49527\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=49527"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=49527"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=49527"},{"taxonomy":"supplier","embeddable":true,"href":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-json\/wp\/v2\/supplier?post=49527"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}