{"id":4952,"date":"2001-04-01T00:00:00","date_gmt":"2001-03-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bio-based.eu\/news\/index.php?startid=20010401-05n"},"modified":"2001-04-01T00:00:00","modified_gmt":"2001-03-31T22:00:00","slug":"vom-palmenmuell-zu-neuen-moebeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/vom-palmenmuell-zu-neuen-moebeln\/","title":{"rendered":"Vom Palmenm\u00fcll zu neuen M\u00f6beln"},"content":{"rendered":"<p>Der Naturstoff  Palm\u00f6l ist die Basis f\u00fcr Margarine, Schokolade, Koch\u00f6l und Waschmittel. Bei der Ernte der \u00d6lfr\u00fcchte f\u00e4llt faserhaltiger Abfall an, der zu Holzwerkstoffen verarbeitet werden kann. Derartige alternative Rohstoffe wie Palmabf\u00e4lle bieten die Chance, die prim\u00e4ren Regenw\u00e4lder in L\u00e4ndern wie Malaysia zu schonen.<\/p>\n<p>Die H\u00e4lfte der Weltproduktion von Palm\u00f6l kommt aus Malaysia. Das \u00d6l ist ein begehrter Grundstoff f\u00fcr die Lebensmittel- und Chemieindustrie. Palmen gibt es dort zwar wie Sand am Meer, doch nur ein kleiner Teil liefert Rohstoffe f\u00fcr Palmzucker oder -\u00f6l. Deshalb werden gro\u00dfe Plantagen angelegt. Auf knapp 8% der Fl\u00e4che des Landes werden die Pflanzen herangezogen. Aber ab dem dritten Jahr tragen sie Fr\u00fcchte, die Dank der optimalen Klimabedingungen alle zwei Monate geerntet werden k\u00f6nnen. Die Fr\u00fcchte sind etwa pflaumengro\u00df und wachsen in traubenartigen Dolden. Jeder Baum liefert pro Ernte zwei Dolden mit bis zu 2.000 Einzelfr\u00fcchten. Diese werden herausgel\u00f6st. Zur\u00fcck bleibt ein Haufen faserhaltigen Abfalls. Pro Hektar und Jahr stehen alleine aus den abgeernteten Dolden zwischen 1,0 und 1,2 t gereinigte hochwertige Faserstoffe zur Verf\u00fcgung. Zu den leeren Fruchtdolden kommen Palmbl\u00e4tter oder Teile von St\u00e4mmen als nutzbare Rohstoffe hinzu, denn die Palmen werden alle 20 Jahre eingeschlagen und neu gepflanzt.<\/p>\n<p>Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr  Holzforschung (Wilhelm-Klauditz-Institut WKI) haben gemeinsam mit dem malaysischen Verband Palm Oil Board untersucht, wie sich die ernormen Mengen faserhaltiger Reste nutzen lassen.Das Ergebnis: Diese Faserstoffe eignen sich gut, um Platten f\u00fcr die Bau- und M\u00f6belindustrie herzustellen.<\/p>\n<p>Erste orientierende Versuche zeigen, dass die verschiedenen Reststoffe besonders gut zu mitteldichten Faserplatten verarbeitet werden k\u00f6nnen. In einer Versuchsanlage wurden grundlegende verfahrenstechnische Parameter f\u00fcr den Faseraufschluss und die Verarbeitung zu Plattenwerkstoffen bestimmt. Die Produktion l\u00e4uft in einem kontinuierlichen Prozess ab: Die vorzerkleinerten Dolden und Palmabf\u00e4lle werden in einem thermomechanischen Prozess zerfasert. Wasserdampf erw\u00e4rmt die Fasern und der dann weiche Rohstoff wird in einem Refiner aufgemahlen. Anschlie\u00dfend kommt Klebstoff &#8211; zum Verleimen &#8211; dazu. Die beleimten Faserstoffe sind f\u00fcr eine Weiterverarbeitung zu feucht, deshalb wird die Masse wieder getrocknet. Die trockenen, beleimten Fasern werden mit einer Streumaschine gleichm\u00e4\u00dfig zu einem Faservlies ausgebreitet. Der Faserverbund ist noch sehr locker. Erst durch das Hei\u00dfpressen entsteht die gew\u00fcnschte Plattendichte. Da gleichzeitig der Klebstoff abbindet, erh\u00e4lt die Platte ihre endg\u00fcltige feste Form. Die Platten sind zwischen 3 und 40 mm dick und k\u00f6nnen bis zu 2,5 Meter breit sein. In industriellen Anlagen verl\u00e4uft auch der Hei\u00dfpressvorgang kontinuierlich, es entsteht eine endlose Faserplatte. Im Fr\u00fchjahr startet der Aufbau einer Pilotanlage in Malaysia.<\/p>\n<p>Autor: J\u00f6rg M\u00fcssig (FIBRE)<br \/>\nEndredaktion: Michael Karus (nova)<br \/>\nQuelle: Chemie in unserer Zeit, 35. Jahrgang 2001, Nr. 2, S. 78.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Naturstoff  Palm&ouml;l ist die Basis f&uuml;r Margarine, Schokolade, Koch&ouml;l und Waschmittel. 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