{"id":49485,"date":"2018-01-24T07:32:28","date_gmt":"2018-01-24T06:32:28","guid":{"rendered":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/?p=49485"},"modified":"2021-09-09T21:35:00","modified_gmt":"2021-09-09T19:35:00","slug":"evonik-und-siemens-erzeugen-aus-kohlendioxid-und-oekostrom-wertvolle-spezialchemikalien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/evonik-und-siemens-erzeugen-aus-kohlendioxid-und-oekostrom-wertvolle-spezialchemikalien\/","title":{"rendered":"Evonik und Siemens erzeugen aus Kohlendioxid und \u00d6kostrom wertvolle Spezialchemikalien"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Gemeinsames Forschungsprojekt gestartet<\/strong><\/li>\n<li><strong>Potenzial f\u00fcr erste Anlagen: Produktion von 20.000 Tonnen pro Jahr<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Evonik und Siemens wollen Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>) mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen und Bakterien in Spezialchemikalien umwandeln. Hierzu arbeiten die beiden Unternehmen im Forschungsprojekt Rheticus an Elektrolyse- und Fermentationsprozessen zusammen. Das Projekt wurde heute gestartet und hat eine Laufzeit von zwei Jahren.<\/strong><\/p>\n<p>Bis zum Jahr 2021 soll eine erste Versuchsanlage am Evonik-Standort im nordrhein-westf\u00e4lischen Marl in Betrieb gehen, die Chemikalien wie Butanol oder Hexanol erzeugt \u2013 beides Ausgangsstoffe beispielsweise f\u00fcr Spezialkunststoffe oder Nahrungserg\u00e4nzungsmittel. Im n\u00e4chsten Schritt k\u00f6nnte eine Anlage mit einer Produktionskapazit\u00e4t von bis zu 20.000 Tonnen pro Jahr entstehen. Denkbar ist auch die Herstellung von anderen Spezialchemikalien oder Treibstoffen. Beteiligt sind rund 20 Wissenschaftler beider Unternehmen.<\/p>\n<p>\u201eWir entwickeln eine Plattform, mit der chemische Produkte wesentlich g\u00fcnstiger und umweltfreundlicher als heute produziert werden k\u00f6nnen\u201c, sagt Dr. G\u00fcnter Schmid, technischer Verantwortlicher bei Siemens Corporate Technology. \u201eAuf Basis unserer Plattform k\u00f6nnen Betreiber ihre Anlagen k\u00fcnftig je nach Bedarf skalieren.\u201c Die neue Technologie vereint mehrere Vorteile. Mit ihr lassen sich nicht nur Chemikalien nachhaltig produzieren, sie dient zudem als Energiespeicher, kann auf Stromschwankungen reagieren und dazu beitragen, das Stromnetz zu stabilisieren. Rheticus steht im Zusammenhang mit der Kopernikus-Initiative f\u00fcr die Energiewende in Deutschland, die nach neuen L\u00f6sungen f\u00fcr den Umbau des Energiesystems sucht. Das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) f\u00f6rdert Rheticus mit 2,8 Millionen Euro.<\/p>\n<p>\u201eMit der Rheticus-Plattform wollen wir zeigen, dass k\u00fcnstliche Photosynthese machbar ist\u201c, sagt Dr. Thomas Haas, verantwortlich f\u00fcr das Projekt der Creavis, der strategischen Innovationseinheit von Evonik. K\u00fcnstliche Photosynthese meint, dass mit einer Kombination von chemischen und biologischen Schritten CO<sub>2<\/sub> und Wasser in Chemikalien umgewandelt werden \u2013 \u00e4hnlich wie es Pflanzen mithilfe von Chlorophyll und Enzymen tun, um Glukose zu synthetisieren.<\/p>\n<p>In die Forschungskooperation bringen Siemens und Evonik jeweils ihre Kernkompetenzen ein. Siemens liefert die Elektrolysetechnik, mit der im ersten Schritt Kohlendioxid und Wasser mit Strom in Wasserstoff und Kohlenmonoxid (CO) umgewandelt werden. Evonik steuert das Fermentationsverfahren bei, also die Verwandlung CO-haltiger Gase zu Wertstoffen durch Stoffwechselprozesse mithilfe spezieller Mikroorganismen. Im Rheticus-Projekt werden beide Schritte \u2013 Elektrolyse und Fermentation \u2013 aus dem Laborma\u00dfstab in einer technischen Versuchsanlage zusammengef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u201eRheticus b\u00fcndelt die Kompetenzen von Evonik und Siemens. Das Forschungsprojekt zeigt, wie wir die Power-to-X-Idee in die Anwendung bringen\u201c, sagt Dr. Karl Eugen Huthmacher vom BMBF. Die Erzeugung von Chemikalien mithilfe von Strom ist eine Idee des Power-to-X-Konzeptes. Als eine der vier S\u00e4ulen der Kopernikus-Initiative soll es helfen, erneuerbare, elektrische Energie sinnvoll umzuwandeln und zu speichern. Zugleich tr\u00e4gt die Rheticus-Plattform dazu bei, die Kohlendioxidbelastung der Atmosph\u00e4re zu reduzieren, da das CO<sub>2<\/sub> als Rohstoff verwendet wird. So w\u00fcrde beispielsweise die Herstellung von einer Tonne Butanol drei Tonnen Kohlendioxid ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Evonik und Siemens sehen in der Rheticus-Plattform gro\u00dfes Potential f\u00fcr die Zukunft. So l\u00e4sst sich die gew\u00fcnschte Gr\u00f6\u00dfe von Anlagen einfach verwirklichen \u2013 die chemische Industrie kann sie flexibel an lokale Gegebenheiten anpassen. Sie k\u00f6nnten k\u00fcnftig \u00fcberall dort installiert werden, wo CO<sub>2<\/sub> vorhanden ist \u2013 etwa aus Kraftwerksabgasen oder Biogas.<\/p>\n<p>\u201eDer modulare Charakter und die Flexibilit\u00e4t hinsichtlich Standort, Rohstoffquellen und den hergestellten Produkten machen die neue Plattform insbesondere f\u00fcr die Spezialchemie attraktiv\u201c, sagt Haas. \u201eWir setzen darauf, dass auch andere Firmen die Plattform nutzen und mit eigenen Modulen zur Herstellung ihrer chemischen Produkte verkn\u00fcpfen.\u201c erg\u00e4nzt Schmid.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen<\/strong> zum Projekt Rheticus finden Sie hier:<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rfilm:<\/p>\n<div class=\"BorlabsCookie _brlbs-cb-youtube\">\n<div class=\"_brlbs-content-blocker\">\n<div class=\"_brlbs-embed _brlbs-video-youtube\"> <img decoding=\"async\" class=\"_brlbs-thumbnail\" src=\"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wp-content\/plugins\/borlabs-cookie\/assets\/images\/cb-no-thumbnail.png\" alt=\"YouTube\"> <\/p>\n<div class=\"_brlbs-caption\">\n<p>By loading the video, you agree to YouTube&#8217;s privacy policy.<br \/><a href=\"https:\/\/policies.google.com\/privacy?hl=en&amp;gl=en\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Learn more<\/a><\/p>\n<p><a class=\"_brlbs-btn _brlbs-icon-play-white\" href=\"#\" data-borlabs-cookie-unblock role=\"button\">Load video<\/a><\/p>\n<p><label><input type=\"checkbox\" name=\"unblockAll\" value=\"1\" checked> <small>Always unblock YouTube<\/small><\/label><\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<\/p><\/div>\n<div class=\"borlabs-hide\" data-borlabs-cookie-type=\"content-blocker\" data-borlabs-cookie-id=\"youtube\"><script type=\"text\/template\">PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iV2llIGF1cyBLb2hsZW5kaW94aWQgZ3LDvG5lIENoZW1pZSB3aXJkIHwgRXZvbmlrIiB3aWR0aD0iNTAwIiBoZWlnaHQ9IjI4MSIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC9aSWZJYW9qYlJSdz9mZWF0dXJlPW9lbWJlZCIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93PSJhY2NlbGVyb21ldGVyOyBhdXRvcGxheTsgY2xpcGJvYXJkLXdyaXRlOyBlbmNyeXB0ZWQtbWVkaWE7IGd5cm9zY29wZTsgcGljdHVyZS1pbi1waWN0dXJlOyB3ZWItc2hhcmUiIHJlZmVycmVycG9saWN5PSJzdHJpY3Qtb3JpZ2luLXdoZW4tY3Jvc3Mtb3JpZ2luIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4+PC9pZnJhbWU+<\/script><\/div>\n<\/div>\n<p><em>Nature<\/em> Catalysis-Paper von Evonik und Siemens: <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41929-017-0005-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41929-017-0005-1<\/a><\/p>\n<h3>Downloads<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/corporate.evonik.de\/_vti_bin\/newsservice.svc\/getfileext?dataId=35105&amp;type=attachment&amp;newsId=72470&amp;secString=s5KyF%2bnVgQZWTNBpNrBtmDKKzhNYcys%2bdvd5Pjiy8qkmlVAhCKSHmm3Ukd5odRaN\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DE_180118_Rheticus.pdf<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/corporate.evonik.de\/_vti_bin\/newsservice.svc\/getfileext?dataId=35106&amp;type=attachment&amp;newsId=72470&amp;secString=s5KyF%2bnVgQZWTNBpNrBtmDKKzhNYcys%2bdvd5Pjiy8qkmlVAhCKSHmm3Ukd5odRaN\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DE_180118_Rheticus.docx<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>\u00dcber Evonik<\/h3>\n<p>Evonik ist eines der weltweit f\u00fchrenden Unternehmen der Spezialchemie. Der Fokus auf attraktive Gesch\u00e4fte der Spezialchemie, kundennahe Innovationskraft und eine vertrauensvolle und ergebnisorientierte Unternehmenskultur stehen im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Sie sind die Hebel f\u00fcr profitables Wachstum und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Evonik ist mit mehr als 36.000 Mitarbeitern in \u00fcber 100 L\u00e4ndern der Welt aktiv und profitiert besonders von seiner Kundenn\u00e4he und seinen f\u00fchrenden Marktpositionen. Im Gesch\u00e4ftsjahr 2016 erwirtschaftete das Unternehmen bei einem Umsatz von 12,7 Mrd. Euro einen Gewinn (bereinigtes EBITDA) von 2,165 Mrd. Euro.<\/p>\n<h3>\u00dcber Siemens<\/h3>\n<p>Die Siemens AG (Berlin und M\u00fcnchen) ist ein f\u00fchrender internationaler Technologiekonzern, der seit mehr als 165 Jahren f\u00fcr technische Leistungsf\u00e4higkeit, Innovation, Qualit\u00e4t, Zuverl\u00e4ssigkeit und Internationalit\u00e4t steht. Das Unternehmen ist in mehr als 200 L\u00e4ndern aktiv, und zwar schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf den Gebieten Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung. Siemens ist weltweit einer der gr\u00f6\u00dften Hersteller energieeffizienter ressourcenschonender Technologien. Das Unternehmen ist einer der f\u00fchrenden Anbieter effizienter Energieerzeugungs- und Energie\u00fcbertragungsl\u00f6sungen, Pionier bei Infrastrukturl\u00f6sungen sowie bei Automatisierungs-, Antriebs- und Softwarel\u00f6sungen f\u00fcr die Industrie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsames Forschungsprojekt gestartet Potenzial f\u00fcr erste Anlagen: Produktion von 20.000 Tonnen pro Jahr Evonik und Siemens wollen Kohlendioxid (CO2) mithilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen und Bakterien in Spezialchemikalien umwandeln. Hierzu arbeiten die beiden Unternehmen im Forschungsprojekt Rheticus an Elektrolyse- und Fermentationsprozessen zusammen. 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