{"id":49428,"date":"2018-01-29T06:41:04","date_gmt":"2018-01-29T05:41:04","guid":{"rendered":"https:\/\/rss.nova-institut.net\/public.php?url=http%3A%2F%2Fwww.chemie.de%2Fnews%2F1152940%2Fwie-bruessel-die-plastiklawine-stoppen-will.html%3FWT.mc_id%3Dca0065"},"modified":"2018-01-22T13:58:57","modified_gmt":"2018-01-22T12:58:57","slug":"wie-bruessel-die-plastiklawine-stoppen-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renewable-carbon.eu\/news\/wie-bruessel-die-plastiklawine-stoppen-will\/","title":{"rendered":"Wie Br\u00fcssel die Plastiklawine stoppen will"},"content":{"rendered":"<p>Bessere Kunststoffe, mehr Recycling, weniger Abfall: Mit einer umfassenden Strategie gegen Plastikm\u00fcll will die EU-Kommission Menschen und Umwelt besser sch\u00fctzen und gleichzeitig der Verwerterbranche in Europa zum Aufschwung verhelfen. Bis 2030 sollen s\u00e4mtliche Plastikverpackungen wiederverwertbar werden. \u00abWir m\u00fcssen verhindern, dass Plastik in unser Wasser, unser Essen und sogar unsere K\u00f6rper kommt\u00bb, erkl\u00e4rte Kommissionsvizepr\u00e4sident Frans Timmermans am Dienstag in Stra\u00dfburg.<\/p>\n<p>Europaweit fallen nach Angaben der EU-Kommission j\u00e4hrlich rund 26 Millionen Tonnen Plastikm\u00fcll an. Nur knapp 30 Prozent davon werden zur Wiederverwertung gesammelt, die \u00fcbrigen 70 Prozent landen auf M\u00fcllkippen, in Verbrennungsanlagen oder in der Umwelt, vor allem in den Meeren. Das Thema hat seit Jahresbeginn besondere Brisanz, weil China Abfallimporte gestoppt hat. Allein Deutschland f\u00fchrte bisher dorthin rund 560.000 Tonnen Plastikabf\u00e4lle pro Jahr aus, die nun anderweitig recycelt oder verbrannt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ein Ziel der Plastikstrategie sei es, Recycling auch in Europa profitabel zu machen, sagte Timmermans Kollege Jyrki Katainen. Er nannte zwei Gr\u00fcnde, die bisher dagegen sprechen: Es gebe keine einheitlichen Standards f\u00fcr recyceltes Plastik und deshalb Zweifel an der Qualit\u00e4t. Und das Ausgangsmaterial sei zu unterschiedlich, weil zum Beispiel in Verpackungen Farbstoffe oder Chemikalien zugef\u00fcgt werden.<\/p>\n<p>Die Kommission plant neue Vorgaben an die Industrie, um Plastik leichter wiederverwertbar zu machen. Bis 2020 verspricht sie 100 Millionen Euro an F\u00f6rdermitteln zur Erforschung verbesserter Materialien. Dar\u00fcber hinaus will sie europaweit eine sortenreinere Sammlung voranbringen. Damit k\u00f6nnte das Recycling um bis zu 100 Euro pro Tonne billiger werden, erkl\u00e4rte die Beh\u00f6rde. Bis 2030 k\u00f6nnten 200.000 neue Jobs in Sortierung und Verwertung entstehen.<\/p>\n<p>Noch 2018 will die Kommission neue Regeln zur Vermeidung von Einmalgegenst\u00e4nden aus Plastik vorschlagen, also zum Beispiel Plastikstrohhalme, Einwegbesteck oder Deckel f\u00fcr Kaffeebecher. Aufkl\u00e4rungskampagnen sollen Verbraucher zum Umdenken bringen. Die Beimengung von Mikroplastikpartikel in Kosmetika und Waschmitteln soll unterbunden werden.<\/p>\n<p>Als konkrete Gesetzgebungsma\u00dfnahme legte die Kommission eine Richtlinie zur Einrichtung von Abfallannahmestellen in H\u00e4fen vor, weil bis zu 40 Prozent der Abf\u00e4lle in Ozeanen von Schiffen stammten. Insgesamt sollen nach Angaben des Umweltbundesamts bis zu 142 Millionen Tonnen Plastikabf\u00e4lle in den Weltmeeren schwimmen. \u00abWenn wir nicht \u00e4ndern, wie wir Plastik produzieren und nutzen, wird es 2050 mehr Plastik als Fisch in unseren Ozeanen geben\u00bb, warnte Timmermans.<\/p>\n<p>Vergangene Woche hatte EU-Haushaltskommissar G\u00fcnther Oettinger auch eine Plastiksteuer ins Gespr\u00e4ch gebracht, die nun gepr\u00fcft werden soll. In der Kommissionsstrategie taucht sie aber noch nicht auf.<\/p>\n<p>Der Verband kommunaler Unternehmen begr\u00fc\u00dfte die Initiative der Kommission. \u00abJetzt kommt es auf die Umsetzung an\u00bb, erkl\u00e4rte Vizepr\u00e4sident Patrick Hasenkamp. \u00abJe sortenreiner die verwendeten Kunststoffe sind, umso besser ist die Qualit\u00e4t der recycelten Stoffe.\u00bb Der Pr\u00e4sident des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft, Peter Kurth, \u00e4u\u00dferte sich im SWR \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Positives Echo kam auch von den europ\u00e4ischen Gr\u00fcnen sowie von Umweltverb\u00e4nden wie NABU oder BUND. Der WWF erkl\u00e4rte aber: \u00abDie EU muss schneller und deutlicher konkreter handeln, um unseren Anteil an der weltweiten Plastikflut zu stoppen.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bessere Kunststoffe, mehr Recycling, weniger Abfall: Mit einer umfassenden Strategie gegen Plastikm\u00fcll will die EU-Kommission Menschen und Umwelt besser sch\u00fctzen und gleichzeitig der Verwerterbranche in Europa zum Aufschwung verhelfen. 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